HÖRERLEBNIS, Ausgabe 26
Die feine deutsche Art von Marco Kolks

Die sogenannten High-End- Vollverstärker sind stark im Kommen. Mit „Notlösungen" - wie einige Kritiker nörgeln haben
die mittlerweile ausgereiften Systeme nun gar nichts gemein. Denn die audiophilen Kleinen repräsentieren inzwischen eine gleichwohl beliebte wie auch eigenständige Gerätegattung.

Seien wir mal ehrlich: Die Aufteilung in exclusive Vor- und Endverstärker hat doch in den letzten Jahren die Preise für solche
Kombinationen geradezu gen Himmel verschoben. Für viele aus meinem Bekanntenkreis ist das noch zu akzeptierende Limit daher bei weitem überschritten. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie mit dieser Ansicht nicht alleine stehen. Dass bedeutet aber noch lange nicht, dass auf exzellente Musikwiedergabe verzichtet werden muss. Rolf Gemein, der Kopf von Symphonic Line, hat längst seine Konsequenzen gezogen: Mit auf guten Klang getrimmten Vollverstärkern stösst er allseits auf viel Gegenliebe.

Der Erfolg muss für den Duisburger eigentlich um so grösser ausfallen, da uns die Konkurrenz aus dem Land der aufgehenden Sonne fast ausschliesslich mit Mittelmass überschüttet. Der jüngste Wurf von Rolf Gemein heisst RG 14, der kleinste Vollverstärker aus dem umfangreichen Programm. Wenn Sie bislang die Geräte der Ruhrgebiets High-End-Schmiede nur aus Prospekten kennen, tun Sie sich selbst einen Gefallen und nehmen Sie bei einem Händler einen dieser Verstärker in die Hände. Achten Sie allerdings auf Stützbänder, die Ihren Rücken stärken. Ich selbst habe bei dem RG 14 gedacht. Das darf doch wohl nicht wahr sein. Wieso ist diese Kiste so schwer?
Was hat der denn da wieder alles eingebaut? Die Verarbeitung ist perfekt und lässt den Preis von DM 3.600.-- in Relation zum Produkt, sogar recht niedrig erscheinen. Aus eben genannten Kostengründen verzichtete Rolf Gemein aber auf einige Ingredienzen, die wir beispielsweise im RG 9 oder auch RG 10 finden. Denn erklärtes Ziel des Duisburgers ist es, einen echten Preisbrecher zu schaffen.

Selbst wenn ich diesbezügliche Kalkulationsgründe gut nachvollziehen kann, fehlt mir persönlich doch die glänzende Aranya-Frontoberfläche, das Markenzeichen von Symphonic Line. Statt dessen griff der Entwickler auf ein 10mm starkes, schwarzes
Pendant aus Aluminium zurück. Die Regler sind aus dem Vollen gefräst und laufen „satt". Anfassqualität darf nicht leichtfertig unterschätzt werden, denn ein Symphonic Line-Gerät begleitet seinen Besitzer in aller Regel über viele Jahre.

Stellt sich die Frage nach einer Phonostufe, gibt es bei Moving-Coil-Besitzern lange Gesichter (zwingenderSpareffekt). Wer allerdings ein Moving-Magnet sein eigen nennt, braucht sich um die Phonoverstärkung keine Gedanken zu machen. Sie ist richtig gut. Dass auf der Rückseite WBT-Stecker/Buchsen angebracht sind, scheint mir bei dem üblich getriebenen Symphonic- Line-Aufwand schon selbstverständlich.
Deckel runter, freie Sicht auf die Innereien: Vorne rechts ist ein bulliger, geschirmter Netz-Trafo untergebracht, der wesentlich zum stattlichen Gesamtgewichtvon 15 kg beiträgt. Netzteilen misst Rolf Gemein eine hohe Bedeutung zu, was auch den Blick in viele seiner Geräte bestätigt. Dabei fällt ein weiterer Strich mit dem pekuniären Rotstift auf: Die Vorstufe besitzt kein eigenes Netzteil (das ist bitteschön Wunschdenken und keinesfalls als Kritik zu verstehen).

Die Leistung muss nach meiner Einschätzung etwa 120 Watt an 8 Ohm und wesentlich mehr an vier Ohm betragen. Für alle von mir gefahrenen Versuche stand stets genügend Kraft zur Verfügung. Selbst wenn die Impedanz weit in den Keller fiel, liess sich der RG 14, aufgrund ausreichender Stromreserven, nichts anmerken. Vorbildlich. Ebenso vorbildlich ist der Schaltungsaufbau. Er erfogt diskret und die einzelnen Teile unterliegen hohen Selektionsgraden. Auffällig sind die kurzen Signalwege, die wahrscheinlich auch für die Schnelligkeit der Wiedergabe verantwortlich sind. Ich schraube das Gerät wieder zu und bleibe beeindruckt vor ihm sitzen: Da hat wohl einer genau gewußt, was er zu machen hat.

Lobenswert finde ich die große und sehr leserliche Gravur auf der Frontplatte, was eine schnelle und sichere Bedienung -auch bei Dämmerlicht- stark vereinfacht. Mein erstes Zwischenfazit: Rundum gelungen.

Kommentar:

Hält ein solcher Verstärker, was der erste positive Eindruck verspricht? In jungfräulichem Zustand nicht! Da fehlt diesem Verstärker, wie auch all' seinen Mitbewerbern, etwas Rundes, Klarzeichnendes. Er gibt sich eckig, manchmal gar bockig und gar nicht so, wie ich Symphonic Line sonst kenne. Diese Durststrecke bleibt leider keinem Käufer erspart. Doch von Tag zu Tag blüht der RG 14 auf. Was sich ansatzweise in den ersten Einsätzen zeigte, wird schließlich zur beruhigenden Gewißheit: die aus der Tiefe kommende Kraft ist da, die Kontrolle sowie die Räumlichkeit nehmen zu und auch an Dynamik herrscht kein Mangel, Vom warmen Zustand profitiert in erster Linie der Baß. Eine erstaunliche Konturenschärfe, hinein bis tief in den Abgrund, läßt mich ungläubig staunen.

Weiteres Fazit:

Nach spätestens zwei Wochen Dauerbetrieb legt der RG 14 seine Karten offen auf den Tisch: Kontrolle, knackige Bässe, hochauflösender Mittel- und Hochtonbereich, schöne Klangfarben, Transparenz und Akkuratesse. Da bleibt der Konkurrenz kaum ein Stich. Wir sind aber noch lange nicht am Ende einer aufregenden Entdeckungsreise. Das Musikmaterial mit dem ich den „Kleinen" malträtierte, reichte von Pop/Rock über Country und Blues, bis hin zu kammermusikalischem Jazz.

Dichte, verwobene Klangteppiche zauberte Enya (the memory of trees) . Sie komponierte nicht nur, sondern singt und spielt auch alle Instrumente selbst. Das nötigt zwar Respekt ab, bleibt jedoch unabhängig davon leichte Kost. Ganz und gar die Art Musik, die ich ab und zu gerne -und zwar etwas leiser- im Hintergrund laufen lasse. Das Fatale daran ist nur, daß mir bei dieser
scheinbar oberflächlichen Wahrnehmung Unstimmigkeiten in einer Kette viel gravierender auffallen. Quasi pocht das Unterbewußtsein auf meinen audiophilen Nerv -in diesem Fall mit den hervorragenden Skate von Newtronics- treten keine Probleme auf.
Ich darf bereits an dieser Stelle ein großes Kompliment aussprechen, denn die schwere Hürde nahm das Team, mit der diesen Komponenten eigenen Leichtigkeit, völlig mühelos. Für mich stellt sich nun die Frage, ob diese Kombination musikalisch nicht einigen Boliden überlegen ist, die vor Kraft kaum laufen können und ihr eigentliches Potential nur mit gehörig Dampf erkennen lassen? Der RG 14 baut eine sehr differenzierte und weit in den Raum reichende Tiefenstaffelung auf. Da die Skate nicht extrem auf den Hörplatz ausgerichtet ist, tritt die Musik deutlich über die Boxenränder in die Breite hinaus und füllt den ganzen Raum. Eines Abends, mich hatte anscheinend der Hafer gestochen, habe ich fast voll aufgedreht. Nein, dieser Verstärker macht oben
herum nicht dicht (was bei high-endigen Vertretern sogar verzeihbar wäre); er behält seine Qualitäten bei und
läßt zu keinem Zeitpunkt Zweifel an seinem Standing aufkommen. Toscho Todorovic, Bandleader der Blues Company, wandelt momentan erfolgreich auf Solopfaden (serious fun, inak). Bei der gesungenen Mischung aus Blues und Rock’n’Roll ist abermals der Rechtsdreh am Volume Regler gefragt. Der Symphonic Line gibt sich unbeeindruckt, reißt das Klanggeschehen nicht auseinander und verhilft somit zu einer Atmosphäre, die stark an eine Livesituation erinnert. Doch der Youngster aus Duisburg
beherrscht selbstredend auch noch alle anderen Genres. Eine meiner Lieblingsscheiben ist „fine and mellow" von Mary Stalling (clarity records). Aufnahmetechnisch läßt diese Jazz-Einspielung keine Wünsche offen und hilft mir deshalb regelmäßig dabei, schon für gut befundene Komponenten endgültig auf den Zahn zu fühlen. Mary Stalling setzt sich von den Begleitmusikern nach vorne hin ab und wandert sogar von links nach rechts über die Bühne. Was ich früher bei weniger akkurat auftretenden Verstärkern als Balanceschwäche des Poti ausgelegt habe, läßt sich jetzt mühelos als Bewegungen der Sängerin nachvollziehen. Ungemein luftig, glasklar umrissen steht Mary Stalling auf der Bühne. Auch klingt die Stimme etwas höher als das Klavier, was bislang kaum eine Elektronik ausgearbeitet hat. Hier stimmt neben Breiten- und Tiefen- selbst die Höhenstaffelung.
Dadurch ergibt sich eine dreidimensionale Holographie. Besonders Freunde klassischer One-Point- Aufnahmen von Denon werden an dieser vorzüglichen Darstellungsqualität ihre wahre Freude haben. Bliebe noch ein weiterführender Hinweis, den ich nicht als Kritik verstehe: Die klare Wiedergabe des RG 14 fordert im Hoch- und Mitteltonbereich geeignete Spielpartner. Beispielsweise eignen sich Vertreter aus dem Hause Hedler & Hoffmann, aufgrund ihrer schlanken Abstimmung, weniger für diese Aufgabe. Das ist dann doch zuviel desGuten. Bei consequence audio, relco audio, realite oder auch der Bella Luna von CDKonzertmöbel bleibt der gemeinsame Auftritt völlig unkritisch. Eine weitere erwähnenswerte Stärke des Duisburgers ist seine Klangfarbenvielfalt. Ich habe mir vom Altmeister Paul Kuhn „blame it on my youth" zugelegt. Was sich beim CD- Händler über Kopfhörer noch akzeptabel anhörte, spottete Zuhause jeder Beschreibung. Ich weiß nicht mehr genau, wie lange diese CD schon ungespielt im Regal ein Mauerblümchen- Dasein fristet. Noch'n Versuch: Und siehe da, es geht ja doch. Der Symphonic Line nimmt den harschen Höhen die Aggressivität, ordnet das Klanggeschehen neu und nagelt die Musiker auf ihren vorgesehenen Plätzen fest.
Jetzt kommt nicht nur Sound, sondern echter Swing aus den Schallwandlem. Ich wippe mit dem Fuß, bin sogar emotional berührt. Unabhängig von der aufgelegten Software steht der RG 14 also seinen Mann. Elegant, nie vorwitzig, gleichzeitig aber immer überzeugend und wo es angebracht ist faszinierend. Den Preis in Höhe von 3.600,- Mark verstehe ich als vernichtende Kampfansage an die Mitbewerber. Mir ist zur Zeit in dieser Klasse nämlich kein besserer Verstärker bekannt.

Fazit:

Der RG 14 ist schnell, hochauflösend, leistungsstark, im Besten Sinne des Wortes analytisch und vor allem luftig. Diese Eigenschaften paaren sich mit Homogenität, wunderschönen Klangfarben und einer faszinierenden Räumlichkeit. Dieser kleine „Preisbrecher" aus Duisburg versteht es, wunderbar zu musizieren und seinen Besitzer über viele Jahre zufriedenzustellen. Wenn es denn in unserer Zeitschrift so etwas geben würde wie ein Arbeitsgerät der Redaktion, dann wäre in der Rubrik „Transistorvollverstärker” der RG 14 für mich der haushohe Favorit. Und einen Sack voller Sterne würde ich auch noch  draufpacken. Einfach Klasse!

Hörerlebnis Nr. 69  -  Testbericht von Marco Kolks
Verstärkerupdate: Referenz-Vorstufenmodul für den RG 14 Edition von Symphonic Line
Es gibt wohl keinen anderen Verstärkerhersteller, der so viele Upgrade-Möglichkeiten anbietet wie Rolf Gemein. Der Entwickler aus Duisburg will einerseits zeitnah technische Neuerungen für einen bezahlbaren Obolus in seine Produkte einfließen lassen, andererseits möchte er seine Kunden langfristig an sich binden und sie zufrieden sehen.
Foto: Rolf Gemein 5
Rolf Gemein, Inhaber von Symphonic
Line, zählt zu den Urgesteinen
audiophilen Hifis in Deutschland

Mit dem RG 14 in der Edition-Version hat sich Rolf Gemein meines Erachtens in wirtschaftlicher Hinsicht keinen Gefallen getan. Dieser "Wolf im Schafspelz" dient mir seit Jahren als zuverlässiges Arbeitsgerät und ist in Bezug auf seine Preis-/Qualitätsrelation durchaus noch als günstig einzustufen. Und da Rolf Gemein, wie er sagt, stets versucht, sich immer wieder selbst zu übertreffen, ist mein Interesse groß, wie viel mehr aus einem RG 14 noch rauszuholen ist.

Ich freue mich, dass er meinem Drängen nachgegeben hat und sich bereit erklärte, das den RG 9- und RG 10-Geräten vorbehaltene Referenz-Vorverstärkermodul in den RG 14 zu implementieren. Ein bis zwei Wochen dauert die Umbauaktion. Denn nur ein Bauteil gegen ein anderes auszutauschen, ohne die dann nötige Feinabstimmung der Gesamtkomponente zu berücksichtigen, ist nicht Rolf Gemeins Sache. So ist er davon überzeugt, dass es für seine Verstärker ein entsprechendes Resonanzmuster gibt (RMA = Resonanzmusterabstimmung), dass diese perfekt schwingen und letztlich klingen lässt.
Das Upgrade schließt ein, dass auch die Endstufe eine Frischzellenkur erfährt und beispielsweise neue Vortreiber und Justagepotis eingesetzt werden. Den letzten Resonanzschliff erhält ein Symphonic Line-Verstärker durch die Behandlung mit dem C 37-Lack von Dieter Ennemoser. Wohlgemerkt, das Original. Denn so manches andere Produkt von Nachahmern habe sich, so Rolf Gemein, im Klang später als härter erwiesen. Immerhin rät er seinen Kunden, acht Wochen abzuwarten, bis sich der gewünschte Effekt nach der vollständigen Trocknungsphase einstellt.

Im Vergleich zur Edition-Urversion zeigt der neue Verstärker mehr Attacke, ist in der Wiedergabe griffiger und in seiner Abstimmung noch harmonischer. Je komplexer die Musik ist, desto auffälliger sind diese Verbesserungen.Ähnlich einem Automotor, der bei einer bestimmten Drehzahl optimal läuft, verhält es sich mit Verstärkern. Sie geben bei starken Impulsen bevorzugt Energie an bestimmte Frequenzbereiche ab. Das Referenz-Vorstufenmodul und die Feinabstimmung mit der Endstufensektion führen nun dazu, dass auch bei hohen Anforderungen über das gesamte Frequenzspektrum gleiche Energieverhältnisse herrschen. So erklärt sich die nun noch lockerere und entspanntere Spielweise des RG 14. Um diese zu genießen, gehört eine entsprechende Musik dazu.

Nosie Katzmann hat auf "Greatest Hits 1" (GIM) viele Songs seiner bisherigen Schaffensphase vereint. Der ehemalige Dancespezialist hat sie in ihren ursprünglichen Zustand geführt. Das Ergebnis sind Singer-Songwriter-Kleinode: richtig schöner, lässiger Wohlfühlpop.

Die countryeske Instrumentierung lässt darauf schließen, dass der Musiker stark von Neil Young beeinflusst wurde. Über den RG 14 drängt sich Nosie Katzmanns angenehm weiche Stimme nicht auf. Dennoch bleibt sie markant. Die Höhen gibt der RG 14 tendenziell sanft wieder.  Informationen werden dabei nicht verschluckt. Es klingt halt natürlich und nicht spektakulär-artifizell. Wenn in "Right in the Night" die E-Gitarren richtig zur Geltung kommen sollen, bläst der Duisburger Amp ungeniert zur Attacke. Er kommt schnell aus dem Quark, was für eine lebendige Wiedergabe ungeheuer wichtig ist.
Der Quercheck mit Jacinthas "Autumn Leaves" führt zum gleichen Ergebnis. Die Aufnahme ist nach wie vor ein ganz heißer audiophiler Tipp. Der Verstärker tritt in den Hintergrund, die Sängerin in den Vordergrund. Sie steht etwas vor den Lautsprechern und wirkt plastisch. Der Hörer spürt die Energie ihrer Stimme und wird gefesselt vom gleichsam sanften, aber voluminösen Gesang Jacinthas. Das steigert den Genuss des Musikhörens noch weiter. Die begleitenden Musiker halten dabei höflich Distanz. Der RG 14 weist ihnen feste Plätze auf der Bühne zu und umgibt die einzelnen Akteure mit viel Luft. Dadurch wirkt die Wiedergabe sehr konturiert und frei.

Dieses positive Klangergebnis kam wahrscheinlich auch für Rolf Gemein etwas überraschend. Deshalb bietet er ab jetzt das Referenz-Vorstufenmodul allen Upgrade-Willigen an. Wer in der Hierarchie noch weiter aufsteigen möchte, kann den RG 14 sogar bis zum RG 10 aufrüsten lassen.
Fazit: Aus dem RG 14 Edition ist in der Upgrade-Version ein klangliches Schwergewicht geworden. Man gewinnt sogar den Eindruck, als hätte man etliche Tausend Euro mehr ausgegeben.

Marco Kolks

Kommentar:

Was einem RG 14 Edition, insbesondere in der hier vorliegenden Variante, völlig fremd ist, ist der Hifi-Kick, der vielen Komponenten anderer Hersteller eigen ist. Damit sind Effekte wie etwa vorwitzige Höhen gemeint, durch die eine solche Komponente zwar kurzfristig auf sich aufmerksam macht, die sich aber letztlich beim Musikhören als ungemein störend entpuppen.

STEREO 04/1995

Symphonic Line die Nummer 1? von Joachim Pfeiffer

(Achtung!! - Tonabnehmer wurde weiterentwickelt!)

Rolf Gemein hatte einen Traum.

Der beste Tonabnehmer aller Zeiten sollte seinen Markennamen"Symphonic Line" tragen. Ein System der Superlative, das alle bisherigen klanglich in den Schatten stellen sollte. Auch preislich. Denn der Wirklichkeit gewordene Traumabtaster kostet ein kleines Vermögen.

Symphonic Line: Tonabnehmer RG8 GOLD

STEREO überprüfte, ob Gemeins Anspruch ins Schwarze trifft. Das Symphonic Line RG 8 Gold im Exklusivtest.
Das passiert selten: Geplant hatten wir für diese Ausgabe einen Bericht über diverse neue Tonabnehmer. Und
jeder weiß um die Arbeit, die Systeme den Testern bescheren: Die analogen Kostbarkeiten gehören eingespielt,
an diversen Armen montiert, über verschiedene Phonoverstärker abgehört und und und.

Erst nach wochenlangem Hören dürfen wir es uns erlauben, einen Abtaster zu bewerten. Und nun das: Kurz vor Schluss erreichte uns ein Tonabnehmer, der die sorgfältige Planung über den Haufen warf. Rolf Gemein schickte ein noch uneingespieltes Symphonic Line RG 8 Gold, verbunden mit der Bitte, es noch mindestens fünfzig Stunden
„einzufahren". Mit anderen Worten: Für diese Ausgabe kam das Nobelsystem eigentlich viel zu spät. Und auch
der Preis, exakt 12.198 Mark (kein Druckfehler), verbot die Aufnahme ins avisierte Testfeld. Meine Vernunft
diktierte: Beachte das RG 8 Gold überhaupt nicht, lass es „links" liegen und beschäftige dich erst nach Ablauf
der Produktion mit diesem Spitzenabtaster. Aber hatte nicht die altehrwürdige „Stereophile" berichtet, das
Gemeinsystem wäre das beste dieser und aller anderen Galaxien? Gut drei Stunden währte meine Standhaftigkeit, dann wurde ich schwach.
Das Symphonic Line fand sich - wie von Geisterhand montiert - unter der Headshell des Tonarms SME Series
V.  Zwei Minuten später reifte in mir die Gewissheit, den Heftplan umzuwerfen. Das Symphonic Line ist auf den
ersten Blick als Arbeit von Altmeister Aalt ]ouk van den Hul zu erkennen. Es unterscheidet sich optisch nur
marginal vom legendären System Grasshopper III Gold, das ich seit Jahren schätze und immer wieder gern einsetze. Am Grasshopper faszinieren mich Dynamik und Direktheit der musikalischen Reproduktion.

Andere Systeme, allen voran das Audioquest 7000 NSX, überzeugen mich mit einer gelungenen Mischung aus Dynamik, Klangfarben und Rauminformation. In dem Sinne ist das alte Hul weniger ausgewogen, aber es hat Charakter, das zählt. Mit dem RG 8 löst sich das gesamte Werk erstmalig völlig frei von Verzerrungen auf. Auf dem rechten Kanal entfaltet sich konturenstark und differenziert wie nie zuvor die Gitarre, auf dem linken bläst ein leibhaftiger Interpret das Horn und dann... in der Mitte steht ein lebensgroßer Mick Jagger, der rotzfrech und aggressiv sein „You Can't Always Get What You Want" singt. Dagegen wirkten bisherige Darbietungen fast schon wie Abziehbilder, mal größer, mal kleiner, aber irgendwie doch alle begrenzt. Fritz Wunderlich (Der große deutsche
Tenor; EMI 2909883, vergriffen) lege ich nur in den seltenen Fällen auf, wo ich rundherum mit meiner Anlage
und mit mir zufrieden bin. Der vor vielen Jahren verstorbene Tenor erwies sich stets als harter Prüfstein bei der
Beurteilung analoger Komponenten. Wunderlichs wunderbare Stimme völlig unverkrampft und ohne jede
metallische Schärfe aus der Rille zu lesen, gelingt nur wenigen Systemen. Das RG 8 Gold schafft erneut deutlich
mehr. Es lässt total vergessen, einer Konserve zu lauschen.  Der geschätzte Fritz Wunderlich scheint wiederauferstanden.

Selten zuvor war mir so bewusst, dass Schallplatten Kulturgut sind. Vladimir Horowitz in Moscow" (Deutsche Grammophon 419499-1) ist eine Aufnahme, die ich eigentlich in Rotation versetze, um ein nagelneues System einzuspielen. Die von der Deutschen Grammophon 1986 veröffentlichte Scheibe ist digital vorproduziert, dynamisch gibt sie sich eher bescheiden - kein Wunder, wenn die Laufzeit einer Seite stattliche 35 Minuten beträgt (...erraten, das ist auch der Grund, weshalb ich diese Platte für das Weichklopfen neuer Abtaster favorisiere). Mit dem RG 8 Gold habe ich mir nach langer Zeit das Vermächtnis des russischen Interpreten in voller Länge angehört. Und war schlichtweg begeistert von der Atmosphäre, der authentischen Darstellung von Raum, Instrument und Reaktionen des Publikums. Die naheliegende Erwartung, das RG 8 Gold klinge wie eine Mixtur aus dem alten und dem aktuellen Grasshopper IV, musste ich schon während der ersten Hörsekunden revidieren. Das RG 8 Gold setzte sich geradezu dramatisch von allem ab, was mir bislang unter die Headshell gekommen ist. Vielleicht können die großen und teuren Systeme von Clearaudio noch mithalten, der Rest hat wohl das Nachsehen. Das RG 8 Gold macht alles richtig, besser noch: richtiger. Klangfarben werden besser aufgefächert, Dynamik ist bis in die
kleinsten Verästelungen zwingender und die Rauminformation läßt selbst Spitzenklasseabtaster irgendwie
flächig erscheinen. Womit sich das RG 8 aber vollends aus der bisherigen Klasse der Toptonabnehmer abhebt,
ist die Dreidimensionalität, die ungeheure Plastizität der Wiedergabe. Ein schottischer Hersteller hochwertiger
Plattenspieler hat einst einer erst belächelten, dann begriffenen Theorie zum Durchbruch verholfen. Nicht der
Abtaster, sondern das Laufwerk mache die Musik. Es lohne nicht, ein Supersystem an einen mittelmäßigen Arm
auf einem fragwürdigen Dreher zu montieren. Grundsätzlich stimmt das. Aber das RG 8 Gold relativiert
zumindest die Aussage.
Wesentliche Vorzüge des Symphonic Line blieben durchaus erhalten, als es probeweise von einem SME 309 auf
einem Zarathustra S 4 geführt wurde. Diese Kombination ist zwar alles andere als „fragwürdig", erreicht aber
auch nicht das Niveau wirklicher Spitzendrehwerke, die musikalische Strukturen glaubwürdiger und
selbstverständlicher nachzeichnen. Genau in diesen Disziplinen verblüffte das RG 8, da meine Altformation
nicht nur detailreicher und räumlich exakter, sondern auch strukturierter als über viele Jahre gewohnt
musizierte. Ein Phänomen, das ich gemeinhin der Güte von Laufwerken zuschreiben musste.
Verlassen wir in diesem Bericht die übliche Testroutine und legen ein paar Klassiker aus Vinyl auf den
Plattenteller des Transrotor Quintessence. Aufnahmen, die mich und womöglich auch Sie ein halbes Leben
lang begleiten, die Sie und ich folglich aus dem „eff-eff" zu kennen glauben.

Rolling Stones: „You Can't Always Get What You Want" (Originalaufnahme, Decca, 1969). Das Stück beginnt mit einer Chorsequenz, die über das RG 8 ungewöhnlich frisch und luftig reproduziert wurde. Insbesondere gegen Ende des Intros störte gemeinhin ein leicht „scheppernder" Klang, epochales Ereignis. Horowitz, sechzig Jahre zuvor aus der Sowjetunion geflüchtet, kehrt vor seinem Tod in die Heimat und spielt, als ob er das Auditorium inbrünstig um Verzeihung bittet, um Liebe und Anerkennung anficht. Wohlgemerkt, die Aufzeichnung ist digital. Ich nehme es zur Kenntnis, aber in diesem besonderen Fall stört es mich überhaupt nicht.
Gegen Digitaltechnik im allgemeinen habe ich nämlich nichts einzuwenden, wohl gegen CDs, die schlampig
produziert wurden. DAT beispielsweise ist aus unserer Sicht ein hervorragendes Medium, analoge Vinylklänge
einzufangen. Sie werden es vielleicht als Sündenfall werten, aber von jedem Tonabnehmer, von jeder
Laufwerks-/Tonarm-konfiguration fertige ich seit Jahren DAT-Kopien. Über entsprechend hochwertige Wandler
abgehört, bleibt zirka neunzig Prozent des analogen Zaubers erhalten. Genug jedenfalls, um mich auch nach
geraumer Zeit an die Klangeigenschaften der analogen Quelle zu erinnern.

Das sage ich Ihnen nicht ohne Hintergedanken. Zehn treuen Lesern möchte ich ein besonderes Geschenk bereiten. Sie sollen teilhaben und mittelbar nachvollziehen können, was das Symphonic Line RG 8 Gold leistet. Was sind Worte, nur die Musik zählt. Jeweils 1:1 habe ich für sie Kopien von den Schallplatten gefertigt. Aussagekräftige Titel, die Ihnen eine Ahnung davon vermitteln sollen, mit welcher Autorität das Symphonic Line komplexes Musikgeschehen reproduziert. Als Laufwerk dient natürlich der Transrotor Quintessence mit Tonarm Graham 1.5 T „Keramik", die Phonoverstärkung übernimmt der Mark Levinson No. 25 S (abgeschlossen mit 10 kOhm), via NBSProfessionalkabel gehts direkt in den DAT-Recorder. Schreiben Sie uns unter dem Stichwort „Symphonic Line"
eine Postkarte, unsere Redaktionssekretärin wird mit verbundenen Augen die Gewinner ziehen. Wer diesen
Abtaster hört, wird um digitale Komponenten einen großen Bogen machen; wer diesen Abtaster zerstört oder
ganz einfach verschleißt, braucht indes nicht zu befürchten, seine immense Investition sei für die Katz'. Zum
Freundschaftspreis von knapp 400 Mark wird dieses außergewöhnliche Stück Technik mit neuer Nadel
versehen und vermag dann wieder mindestens 2600 Betriebsstunden Freude zu entfachen. Himmliche
Freude

Audio 02/2003 
Ein massiv verarbeiteter Verstärker fürs Leben.

RG 14 - der Klassiker aus Duisburg - über Jahre stetig verfeinert zu einem der besten unter denbezahlbaren Verstärkern; im Klang sehr klar, sehr direkt, sehr akribisch, doch stets mit der nötigen PortionWärme und mit Sinn für musikalische Strukturen.

Hörerlebnis Forum Oktober 2003
Test RG 14 Edition ...
ist der RG 14 Edition ein echtes Verstärker Highlight, das in klanglicher Hinsicht weit über seine Preisklasse hinausreicht. Für die Mitbewerber wird es jetzt schwer, verdammt schwer.
Stereo 05/2004
Test RG 14 Edition.

Dieser Vollverstärker ist ein Gigant, er ist ein Maestro, der die ganze Kette in seinen Rhythmus zieht,der atmet und swingt. Was einem den Atem und den Mitbewerbern den Schlaf raubt, ist indes die Stimmigkeit und Harmonie...

Arbeitsgerät der Redaktion

Hifi Test 02 / 2004
Test RG 9 MK 4...
die schiere, bedingungslose Kraftentfaltung dieses relativ kompakten Verstärkers ist schlichtweg begeisternd! 

Referenzklasse 1 + (eins plus)

Image Hifi Juli 2004
High End-Messebericht:
Tolle Vorführungen, selbst unter Containerbedingungen
Audio September 2004
RG 10 MK 4
Halbe Sachen kennt Rolf Gemein von Symphonic Line nicht. Der rastlose Optimierer entwickelt seine Geräte ständig weiter.

Wer einmal die schon legendäre Hörschärfe des Duisburgers bezeugen durfte, wird garantiert nicht mehr schmunzeln über diese Detailversessenheit. Wohin man in diesem Verstärker-Prachtstück auch schaut: alles vom Feinsten.

PLUS: substanziell kräftiger Klang, absolut stabil, exzellente Phono-Stage.
ars! 03/2004

Foto: Rolf Gemein  High End 2004

Besitzer seiner Verstärker sollten hellhörig werden.

Die neuen MK 4-Versionen überzeugen mit deutlichem Klanggewinn. Geheimtipp bleibt nach wie vor der RG 14 mit einem außergewöhnlichen Preis-Leistungsverhältnis.

Ein klanglicher Hammer ist sein Vollverstärker La Musica.

Glanz und Gloria (Bericht: Marius Donadello)

HiFi-Test 02/2004

Mit echten Meilensteinen hat man es als Hifi-Redakteur relativ selten zu tun, schließlich sind Klassiker lange unverändert auf dem Markt. Mit entsprechender Freude berichten wir exklusiv über einen neuen RG 9. Wird der MK IV abermals für Furore sorgen?

Rolf Gemein begrüßt uns ruhig und gelassen wie immer, seine Freude über die erfolgreiche Weiterentwicklung des legendären Vollverstärkers sieht man ihm kaum an. Wir hatten seinen Besuch mit großer Spannung erwartet, denn im Gepäckraum seines Wagens steht der allererste RG 9 MK IV, die Endziffern „01" der Geräteidentifikationsnummer bezeugen den Serienbeginn. Zeitgleich mit Erscheinen dieses Magazins wird Symphonic Line den neuesten Streich auf der HIGH END 2004 im Münchner MOC erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Offenbar ist die Begegnung mit Komponenten von Symphonic Line für die meisten Menschen etwas Besonderes, unverwechselbare Erlebnisse beginnen schon vor dem Musikgenuss, denn allein ihre Ausstrahlung lässt niemanden unberührt. Ein nicht unwesentlicher Teil dieser Faszination geht vom Aranya-Gehäuse aus. Spiegelglatte Edelglanzoberflächen reflektieren ihre Umgebung und changieren mit der Einrichtung und Beleuchtung, der Verstärker sieht praktisch aus jeder Blickrichtung anders aus.

Foto: Symphonic Line RG9 MK4

In Wohnraum-Ambiente mit gedämpftem Licht entsteht aus den Lichtbrechungen ein Spiel, von dem es schwer fällt, sich abzuwenden. Unabhängig vom Betrachtungswinkel unterstreicht die massive, 10 Millimeter starke Frontplatte mit ihren Gravuren und aus Vollmetall gedrehten Bedienelementen die Wertigkeit des RG 9. Unter ihrer Haube protzt die vierte Inkarnation der Legende mit allem, was das Herz des Verstärkerenthusiasten begehrt: Hoch aufgekupferte, extra dick verzinnte Epoxydharzplatinen und Bauteile vom Allerfeinsten soweit das Auge reicht. Der mit 450 VA ungemein leistungsstarke Trafo ist vakuumgetränkt, vergossen und zwecks bestmöglicher Abschirmung gegen elektromagnetische Interferenzen Mumetall-gekapselt. Eine besonders hochwertige Leitung, das Potentiometerkabel Symphonic Line Reference, führt zum Lautstärkeregler von Alps.

Perfektionist Gemein verwendet jenes Kabel mit sehr geringer Dielektrizitätskonstante aus Überzeugung, dass gerade jene scheinbar weniger vitalen Bereiche einer Schaltung das Gesamtergebnis maßgeblich beeinflussen. Die wesentlichen Modifikationen, die den Versionssprung auf die MK IV ausmachen, sind eine optimierte Class A-Treiberstufe und ein neues Aufsatzmodul mit Doppelwellengleichrichtung mittels acht Dioden. Zur Freude aller Schallplatten-Liebhaber enthält der RG 9 MK IV serienmäßig diskret aufgebaute Entzerrer für MM- und MC-Tonabnehmer, die es qualitativ locker mit so manch hochwertiger Phonovorstufe aufnehmen.

Apropos: Oftmals haben Vollverstärker von Rolf Gemein etliche Kombinationen das Fürchten gelehrt -wie wirkt sich die Überarbeitung des RG 9 klanglich aus? Kurz gesagt, er hat in jeder Hinsicht merklich zugelegt. Während Kontrolle und Autorität des Konzeptes mehr denn je verblüffen, ist der Neue viel schneller geworden. Extrem dynamikreiche Impulse lassen den RG 9 vollkommen unbeeindruckt, was man von seinem Auditorium nicht gerade behaupten kann. Der MK IV projizierte enorm breit und tief gestaffelte, scharf fokussierte Räume voller musikalischer Lebendigkeit in unser Hörstudio. Dabei ist sein Vortrag derart energisch, dass Klangkörper tatsächlich greifbar erscheinen. Bei aller Spielfreude wirkt die Darbietung nun noch natürlicher, leichtfüßiger und ruhiger als beim Vorgänger. Die schiere, bedingungslose Kraftentfaltung dieses relativ kompakten Verstärkers ist schlichtweg begeisternd! Der Symphonic Line entfacht tonale Urgewalten, gleichzeitig geht die brandneue Version spürbar ausgewogener zu Werke. Wo die MK III bisweilen etwas ungestüm losbrach, glänzt die MK IV auch im Tieftonbereich mit ungeheurer Präzision.

Der RG 9 MK IV setzt ein weites Stück über seine Preisklasse hinaus Maßstäbe, Besitzer eines MK III sollten unbedingt ihr Gerät nachrüsten lassen.

Glückwunsch, Herr Gemein!

Bewertung: hervorragende Klangqualität, bezauberndes Design, hervorragende Verarbeitung

Zeitschrift Hifi-Test-Note: 1 plus
Hifi-Test 01/2005
Alles klar  -  Ein leichterer Einstieg in die Klangwelt von Symphonic Line (Bericht: Marius Donadello)

Geräte von Symphonic Line waren schon immmer etwas wirklich Besonderes, doch trotz aller Wertschätzung nicht für jedermann erschwinglich. Deshalb bietet die Duisburger Manufaktur jetzt einen leichter greifbaren Einstieg in ihre klanglichen Weihen.

Symphonic Line: Produkte, Vollverstärker Klarheit 1   Symphonic Line: Produkte, CD-Spieler Klarheit 2

Pünktlich zum Fest und zur nächsten "Geiz ist geil"- Runde bietet High-End-Urgestein Rolf Gemein eine echte Alternative zu den leider im Vormarsch befindlichen Einwegartikeln. Dabei sind seine Produkte auf der ganzen Linie vom Trend zu wenig Qualitätsbewußtsein abweichend. Nicht genug damit dass der Duisburger Entwickler der alten Schule hochwertige Geräte für die Ewigkeit baut, nein außerdem sind alle Erzeugnisse von Symphonic Line konsequent nach dem Gedanken des Modulsystems konzipiert. In Folge dieses Baukastenprinzips kann man zunächst "klein" anlangen und später, wenn Ansprüche und finanzielle Möglichkeiten gewachsen sind, das erstandene Gerät problemlos mitwachsen lassen. Bemerkenswert ist hierbei, dass sieh Rolf Gemeins Upgrade-Angebot tatsächlich vertikal über die ganze Produkthierarchie erstreckt. Wer das Einstiegsmodell Klarheit 1 erwirbt, kann den Verstärker bis zum Spitzenmodell RG 10 nachrüsten lassen. So erfreulich die Tatsache, dass Rolf Gemein heutzutage ein solches Wertschöpfungskonzept aufrecht halten kann, auch ist, fragt man sich unwillkürlich, wie diese Vorgehensweise technisch bewerkstelligt wird. Immerhin stellt der Umbau von Klarheit 1 auf den RG10 einen erheblichen Aufwand dar, der sich auch für seine Kunden noch rechnen muss.

Basisarbeit

Einen wesentlichen Anteil an der Machbarkeit dieser Ausbauten im trägt die ausgeprägte Familienähnlichkeit aller Symphonic Line-Verstärker, denn selbst das Einstiegs- und das Spitzenmodell weisen einige Gemeinsamkeiten auf. Dazu zählen neben den äußerlichen Erkennungszeichen in Form zentime- terdicker, gravierter Aluminium-Frontplatten auch das Innenleben betreffende Eigenschaften. Schon zu Beginn seiner Tätigkeit als Entwickler - und natürlich seitdem konstant - machte sich Rolf Gemein Gedanken über die Basis eines hochwertigen Verstärkers und kam zu dem Schluss, dass einige grundlegende Qualitätsmerkmale relativ einfach und relativ kostengünstig umsetzbar sind. Deshalb sind beispielsweise die robusten, gut leitenden Platinen in allen Symphonic Line-Verstärkern zu finden, natürlich zwei Millimeter dick und mit Epoxidharz beschichtet. Hat man einmal mit Qualität angefangen, sollte man sie auch fortführen: Da es keinen Sinn macht, beim Trägermaterial der Bauteile auf optimalen Stromfluss zu setzen und diesen auf seinem Weg zu den Lautsprecherklemmen zu begrenzen, kommen an dieser Stelle auch im Klarheit 1 Kabel mit zehn Quadratmillimetern Querschnitt zum Einsatz. Damit Rolf Gemein einer Verstärkerelektronik seinen Segen geben kann, muss sie drei Tugenden erfüllen, die er als notwendige Voraussetzungen guten Klangs erachtet: Verzerrungsarmut, Geschwindigkeit und hohe, stabile Stromlieferfähigkeit. Ergo residiert im Klarheit 1 hinter der Vorverstärkungssektion eine aufwändige Class-A-Ausgangsstufe; innerhalb dieser auf kurze Anstiegszeiten getrimmten Schaltung sind zwei Elkos verbaut, die extra für Symphonic Line gefertigt werden. Als Tribut an das knappere Preiskalkül des Klarheit 1 verfügt er lediglich über zwei dieser teuren Exemplare im Endverstärkungszweig, während sein größerer Bruder RG14 hier aus vier Bauteilen Kraft schöpft. Die Trafokapazität wurde für den Klarheit 1 ebenfalls etwas abgespeckt, mit seinem 300 Voltampere starken "Herz" ist der Neue allerdings dennoch alles andere als schwachbrüstig dimensioniert.

Feinarbeit

Ein weiteres kleines Zugeständnis an den vergleichsweise günstigen Einstandspreis trifft die Freunde der Schallplatte: Der Klarheit 1 ist der bis dato einzige reine Hochpegelverstärker von Symphonic Line, doch eine preiswerte Phono-Vorstufe dürfte im Regelfall an einem der vier Hochpegeleingänge noch Platz finden. Außerdem kann das Gemein'sche Modul zur Aufbereitung von Tonabnehmersignalen natürlich wiederum nachträglich eingebaut werden. Das Thema digitale Musikwiedergabe behandelt die Klarheit-Serie zeit- und standesgemäß. Der fast rustikal wirkende, schwere CD-Spieler Klarheit 2 wartet mit modernster 24-Bit-Technologie auf und ist außerdem befähigt, HDCD zu dekodieren. Im Bereich der Stromversorgung ist die rechnende Signalquelle unverkennbar ganz Symphonic Line: Rolf Gemein spendiert seinem CD-Spieler einen Trafo mit 80 Voltampere Kapazität - damit muss mancherorten ein Endverstärker auskommen... Dritter im Bunde der Novizen ist übrigens der RDS-Tuner Klarheit 3, der - Sie ahnen es schon - wie seine Kollegen ein Bildnis soliden Gerätebaus darstellt. Alle drei Komponenten können über eine neue Fernbedienung befehligt werden, die, besonders gemessen an ihrer Funktionsvielfalt außergewöhnlich übersichtlich gestaltet ist. Dafür ist allerdings zu einem Gutteil die außergewöhnlich eigenwillige Farbgebung ihrer Tasten verantwortlich, an die man sich zunächst gewöhnen muss. Ebenso wie die Formen seiner Frontplatten hat Rolf Gemein, der sich neben seiner HiFi-Passion seit geraumer Zeit mit fernöstlichen Lehren beschäftigt, diesen Impulsgeber nach den uralten Gesetzmäßigkeiten, die in der chinesischen Tradition des Feng Shui beschrieben sind, gestaltet. So soll das handliche Zubehör auf seinen Betrachter beruhigend wirken und zu heiterer Stimmung beitragen - im Zweifelsfall ist die bunte Farbmischung hierfür jedenfalls geeignet Darüber hinaus sind alle Geräte der Klarheit-Serie mit einer speziellen, für Rolf Gemein hergestellten Mischung des C37-Lacks behandelt. Diesem Lack wurden schon einige positive Eigenschaften zugeschrieben, bei Symphonic Line wird die extra auf die Klarheit-Komponenten abgestimmte Mixtur eingesetzt, um das Schwingungsverhalten der Oberflächen von Platinen und Bauteilen günstig zu beeinflussen. Noch eins verhilft mit Sicherheit all jenen zu positiver Stimmung, die außer einem Verstärker Klarheit auch einen CD-Spieler oder Tuner aus der Serie kaufen, denn Rolf Gemein gibt in diesem Fall das hochwertige NF-Kabel Harmonie im Wert von 180 Euro gratis dazu.

Klangarbeit

Angesichts erstaunlich vieler aus den Referenzgeräten übernommener Konstruktionsdetails und Bauteile darf man gespannt sein, inwieweit sich Klarheit 1 und, 2 auch klanglich als Abkömmlinge ihrer renommierten Vorfahren ausweisen. Dies zu erkunden, fütterten wir den Klarheit 2 unter anderem mit dem aktuellen Album von Jocelyn B. Smith "Phenomenal Woman". Schon kurze Zeit später herrschte Klarheit über die audiophile Potenz des Duisburger Gespanns: Der CD-Spieler Klarheit 2 inszeniert die Jazz-Balladen der Wahl-Berlinerin mühelos, ihr Gesang bei "Sentimental Kiss" steht deutlich umrissen in richtiger Dimensionierung im Raum, dank des exzellenten Auflösungsvermögens des CD-Spielers springt gleich der Funke auf den Zuhörer über. Bemerkenswert an der Darbietung des Klarheit 2 ist vor allem seine Fähigkeit, die Atmosphäre einer Einspielung nicht bloß zu vermitteln, sondern das Knistern, die Spannung eines Musikstücks regelrecht im Wohnraum neu entstehen zu lassen. Gleichgültig, ob es sich dabei um intime Club-Sessions, große Orchester oder bombastische Rockmusik handelt: Der Eindruck unmittelbaren Dabeiseins stellt sich bei jeder Musik ein. All dies lässt der Verstärker Klarheit 1 ungehindert durch seinen Signalweg passieren; dies ist das größte Kompliment, das man einem Verstärker machen kann. Abgesehen natürlich von der Lautstärkeanhebung der eingespeisten Signale tritt er als klanglicher Faktor kaum in Erscheinung. Soweit sich eine hörbare Charakteristik des Klarheit 1 ausmachen lässt, trägt sie die gleichen Züge wie alle Verstärker von Symphonic Line: Wenn geboten, packt der Klarheit 1 immens kraftvoll, nachgerade unerbittlich zu, selbst komplexes Klanggeschehen, in enormer Lautstärke abgespielt, bringt ihn nicht so leicht in Verlegenheit. Dazu beherrscht die Elektronik ebenso die feinfühlige, behende Spielart, besonders im Team reproduzieren Klarheit 1 und 2 Musik I mit selten gehörter Eindringlichkeit - ohne eigene Dichtung. Zwar verweist die Bezeichnung "Klarheit" in diesem Sinne wohl eher auf hörbare Attribute der neuen Komponenten, doch gleichzeitig stellen diese Angebote in ihrer Gesamtqualität und Konzeption einen Wegweiser durch den Dschungel strategischer Konsumentenverwirrung dar: Hier wird deutlich, was man fürs Geld bekommt.

Fazit

Rolf Gemein hat mal wieder ganze Arbeit geleistet: Billig sind die Klarheiten freilich nicht, aber ausgesprochen preiswert. Für das Geforderte wird eine zukunftssichere Investition in beste Verarbeitung, zeitlos-anspruchsvolles Design und erlesene Klangqualität geboten.

Image Hifi 2/2005
Test Vollverstärker Klarheit 1... die Illusion des "Dabeiseins" ist perfekt.
ARS Magazin 04/2005 - Interview
Am Anfang?

Begeisterung und viele Träume, die ich inzwischen verwirklicht habe. Insbesondere den Traum von der kompletten eigenen Kette - vom Laufwerk bis zum Tuner.

Andere Hobbys?

Die Meerwasseraquaristik. Ich habe gerade wieder in meiner Wohnung im Aquarium ein lebendes kleines Korallenriff aufgebaut. Es wächst und gedeiht.

Und Ihr Beruf?

Ursprünglich Kaufmann - sehe mich aber mehr als Künstler, Gestalter und Forscher.

Ihr Leitspruch?

Alles ist möglich - lasst uns neue Welten erkunden und anschwingen - wir sind erst am Anfang. Und natürlich den Kant'schen Versuch danach zu leben.

Ihre Vorbilder?

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit in bunter Reihenfolge: Echnaton, Lao Tse, Giordano Bruno, Morihei Uyeshiba, Alexander von Humboldt, Reinhold Messner, Martin Luther King...

Schatten und Licht in der Deutschen Szene?

Die in München zur kleinen Funkausstellung mutierte HighEnd hat bei vordergründig toller ”Show” einiges wesentliche verloren.

Was machen amerikanische und japanische Hersteller besser oder schlechter als deutsche? 

Haben kein Interesse andere Hersteller zu bewerten oder zu kritisieren.

Was erfreut Sie zur Zeit besonders? 

Die Treue und den Spass den viele Kunden mit Symphonic Line haben. Die Altkunden, die wir nach Jahrzehnten mit Modifikationen glücklich machen, und dass es immer wieder gelingt, die klanglichen Grenzen zu verschieben.

Ein Blick in die Zukunft des Marktes?

Die Wege trennen sich. Auf der einen Seite gibt es dann den fernbedienbaren Kühlschrank (Windows XXL 47 3/8tel) mit 3 Kanalton - der vierte kommt aus der Mikrowelle und die computergesteuerte Rollade vor dem Fenster mit Leinwandfunktion samt 6 Kanal Übertragung zum WC.
Auf der anderen Seite Musikliebhaber, die ihre Stereo 2-Kanal Anlage immer weiter ausbauen zu wirklich authentischer und lebendiger Musikwiedergabe mit höchster Durchhörbarkeit. Es werden neue Inhalte dazukommen. Aus perfekteren Tönen wird eine Schwingungsübertragung die mehr als die Ohren berührt. Es wird weitergehen in Richtung Übertragung der Momentgesamtschwingung bei der Aufnahme. Wir arbeiten daran.

Stichwort Röhrentechnik?

Hat ihre Berechtigung - besonders im Vorstufenbereich. Bei Endstufen mit Übertragern nehme ich Begrenzungen vor.

Stichwort Analog?

Lebt ewig auf kleiner Flamme weiter. Das organischste System. Klingt wenn gut gemacht einfach natürlich.

Stichwort neue Techniken? 

Siehe Zukunft des Marktes.

Wie wird sich der Handel verändern müssen?

Der Handel muss so beraten, dass es zu Hause beim Kunden toll klingt. Wer nur Preise macht wird nicht dauern.

Womit hören/ sehen Sie zuhause?  

Sony Rückpro 155 cm Bild. Gefällt mir. Im Augenblick zu Hause nicht. Meine Tochter ist 18 Monate alt und sehr lebendig. In der Firma habe ich einen guten Abhörraum unter Wohnraumbedingung, setze mich Nachmittags bei einem guten Cappuccino hin und lausche. Vorstufe RG 3 mit Turbonetzteil, mein Laufwerk, Class A Kraft 250 und Lautsprecher RG 5 mit Görlich-Chassis. Herrlich.

5 Schallplatten für die einsame Insel?
  • Klaus Hoffmann - Ich will Gesang, will Spiel und Tanz - Live Doppelalbum
  • Maria Callas, Giuseppe di Stefano - Puccini Opernabend
  • Neil Diamond - Hot august night - Live Doppelalbum
  • Shlomo Mintz-Cl. - Abbado: Violinkonzert von Bruch-Grammophon
  • Oscar Peterson - We get request mit Ray Brown
  • Ersatzweise Sampler von three blind mice.
Ihr Liebstes Produkt aus Ihrem Haus?

Schwierig, wenn mehrere schöne Töchter da sind. Mir ist vieles ans Herz gewachsen. Das wunderschöne Laufwerk RG 6, der dynamisch, kraftvolle Vollverstärker RG 10 MK 4, der wunderbar offene und schöne Tuner Transparenz und besonders der großartige Endverstärker Kraft 250 Class A. Mein Gefühlsleben erhellt immer wieder der Lautsprecher RG 5 MK 3. Freuen wir uns auf die Zukunft. Zur nächsten High End bringe ich etwas ganz neues mit.
Eine schöne Zeit mit guter Musik wünscht ROLF GEMEIN und das SYMPHONIC LINE TEAM.

Heft 8 / 2005

Symphonic Line: Mono-Endverstärker Vernissage Kraft 100

STEREO "KLASSIKER":       VERNISSAGE KRAFT 100       "Bilder einer Austellung"

Vernissage Kraft 100, deutsche Rein Class-A-Endstufe, gebaut von 1981-84, rund 70 Stück als Stereo- und maximal fünf Paar als Mono-Endstufen. Die Firma Vernissage präsentierte im Frühjahr 1981 mit der Endstufe Kraft 100 die deutsche Antwort auf die amerikanische ML-2 von Mark Levinson. Sie sollte die bestklingende und stärkste Class A-Endstufe der Welt sein.         

von Tom Frantzen

Was für ein Hammer von Endstufe! Es muss Sommer oder Herbst 1981 gewesen sein.  Der lange Fußmarsch aus der Aachener Altstadt ins Ostviertel hatte sich jedenfalls gelohnt. Die drei hifibegeisterten Teenager, darunter der Autor, kosteten seinerzeit die Händlerschaft der Kaiserstadt zweifellos Nerven, kamen dafür aber stets in den Genuss der allerbesten Vorführungen.

Und es sollte sich für die Händler künftig auch noch lohnen - und die schienen das zu ahnen. Bei RAE, gleichzeitig der deutsche Vernissage-Vertrieb, spielte ein brandneuer Endverstärker deutscher Provenienz. „Vernissage" - auf deutsch „Ausstellung". Nie gehört. Aber was dieses mit mächtigen Kühlrippen und altdeutschem Schriftzug versehene Schlachtschiff aus einem Pärchen - wenn ich mich recht erinnere - Infinity RS 2.5 an Musik hervorzauberte, prägte jeden der drei Jugendlichen nachhaltig.

Einer wurde Musiker, der Zweite hat die größte mir bekannte Tonträgersammlung, der Dritte testet heute HiFi-Komponenten. Noch Fragen? Die Vernissage Kraft 100, eine fast einen Zentner schwere und zu dieser Zeit knapp 8000 Mark teure Endstufe, hatte bleibenden Eindruck hinterlassen. Wir kamen nun häufiger in dieses Studio, zumal niemand sonst in der Stadt, in der - mit löblicher Ausnahme vom Klangpunkt im Uni-Viertel - heute Media Markt und Saturn mit faszinationsloser Geizgeilheit herrschen, eine solch überlegene Demonstration hinbekam.

Direktschnitte von Jeton und Sheffield mit „Single Speaker Demonstration" in einem großzügigen Wohnraum und Zeit satt. Das audiophile Paradies! Dass die Infinity zudem extrem schwierig zu betreiben war, erfuhr ich erst viel später. Die Vernissage ließ das nicht spüren, sie hatte das Impedanz-Biest am kurzen Zügel und prügelte härteste Bassimpulse aus ihm heraus wie sie ihm die zartesten und farbigsten je gehörten Frauenstimmen entlocken konnte. Das Unternehmen Vernissage war da bereits über zwei Jahre alt, entstanden in einem Eiscafe, wo sich Alleininhaber Rolf Gemein mit zwei Mitstreitern traf und den Plan ausheckte, die erste deutsche und zugleich die weltbeste Super-Endstufe zu bauen. Und Milbewerber gab es damals etwa mit Mark Levinson, Krell, Threshold und den diversen Unternehmungen des James Bongiorno reichlich. Es war die Blütezeit des High End, als eine gute Anlage mehr als alles andere - abgesehen vielleicht vom Mercedes vor der Tür - das Statussymbol schlechthin darstellte.

Im Frühjahr 1981 war es dann schließlich soweit. Das Ziel, den Angstgegner, die amerikanische ML-2, bis heute international eine Legende, sowohl klanglich als auch an Leistung in reinem Class-A-Betrieb zu übertrumpfen, schien gelungen.
Rolf Gemein hatte frühzeitig erkannt, dass ein Schlüssel zu erstklassiger Klangqualität im Ruhestrom einer Endstufe zu finden war. Denn dass ein Verstärker seidiger und feiner klingt und die Kontrolle über einen Lautsprecher zunimmt, wenn der Ruhestrom erhöht wird, ist wohl eine anerkannte Tatsache. Bewiesen übrigens durch Pioneers kleine M-22 sowie jene ML-2, die nochmals besser klang als die erheblich kräftigere B-Variante ML-3 (siehe STEREO).
Die Gegenseite der Medaille ist die Effizienz, denn gegenüber Gegentakt-Class B-Verstärkern wächst der Energiebedarf, während die Verlustwärme extrem ansteigt und die Leistung ebenso deutlich abfällt. Dem steuerte man bei Vernissage durch das ungeheuer aufwändige Gehäuse ebenso entgegen wie durch die Überdimensionierung aller wesentlichen Bauelemente. Zwei, sprich kanalgetrennte Ringkerntrafos mit zusammen 1200 VA, flaschengroße Siebelkos und eine Armada hoch selektierter Leistungstransistoren standen Gewehr bei Fuß, um sich der Musiksignale des Vorverstärkers würdig anzunehmen. Die damals schon für eine Bandbreite bis zu ultraschnellen 1,5 Megahertz „gute" Schaltung wurde schließlich bewusst auf rund 130 Kilohertz gedrosselt, um sie unter allen Bedingungen HF-resistent zu halten.

Wesentliche Schaltungsteile, vor allem die Treiberstufe, wurden vergossen, um Kopien zu erschweren. Die Hauptplatine fiel schon damals durch extreme Kompaktheit auf, was kurze Signalwege bedeutete und so ein Problem löste, das insbesondere sehr starke Endstufen mitunter sogar gegenüber ihren kleineren Geschwistern ins Hintertreffen bringt. Eine SL Kraft 250 (siehe Kasten oben) kennt dieses Problem übrigens auch nicht. Wen wundert's?

Pressespiegel         Die deutsche Super-Endstufe erfreute die High Ender

Die Kraft 100 von Vernissage schaffte es sowohl auf den Titel von „HiFi Exklusiv" als auch von „Das Ohr", dem Kultmagazin des ehemaligen, leider früh verstorbenen HE/STEREO-Redakteurs und Verstärkerexperten Klaus Renner. In einem ausgiebigen Test fühlte man dem Boliden in HiFi Exklusiv 2/1982 auf den Zahn: „Überhaupt ist - nach Angabe des Herstellers - nirgendwo an Aufwand gespart worden, wenn man sich eine klangliche Verbesserung davon erhoffen konnte. Dies bezeugen die silbernen Eingangskabel, der Mu-Metallschirm der Ringkerntrafos, der eisenlose Gehäuseaufbau und nicht zuletzt die teuren Widerstandstypen. Alle Verstärkerstufen sind symmetrisch aufgebaut und einzeln gegengekoppelt. So konnte die Über-alles-Gegenkopplung gering gehalten werden.

Mit der Schaltung will man nach jahrelanger Entwicklung den Durchbruch zu vollkommen neuen klanglichen Maßstäben geschafft haben und hüllt sich über deren Details verständlicherweise in Schweigen. Vernissage betont, dass die Kraft 100 nicht nach rein messtechnischen Gesichtspunkten optimiert wurde."
Da seinerzeit aber noch sehr viel mehr Wert auf die Messtechnik als auf das Hörerlebnis gelegt wurde als heute, stellte man neben viel Lob, auch Schönheitsfehler fest, die Schwierigkeiten aufdeckten, mit der Kleinunternehmen zu kämpfen hatten: Die beiden getesteten Geräte waren nicht gleich. Eines lieferte Rauschwerte, das andere Klirrwerte, die zwar nicht dramatisch schlecht, aber nicht ganz standesgemäß waren. An Leistung wurden 116,3 Watt an 8 und 189 Watt an 4 Ohm gemessen, wobei die Endstufe trotz ihrer beachtlichen Größe mächtig warm wurde. Die Fans, die sich das Ergebnis anhörten, waren ausnahmslos begeistert.

Statt der betagten Vernissage- kommt neue, überlegene und maßgeschneiderte Symphonic Line-Elektronik in das schmucke, zunächst komplett ausgeräumte Gehäuse. Kostenpunkt: 6000 Euro. Infos unter Tel.: 0203/315656. Vernissage-Reparaturen werden nicht angeboten!

Stereo 03 / 2006
B & W N 800 4 S... mit Vollverstärker RG 14 geht sie eine Traumehe ein.
Stereo 04 / 2006
Martin Logan VANTAGE... eine richtig tolle Kombination ist die mit Symphonic Lines Evergreen RG 14 Edition
Symphonic Line: Ein toller Messestand...

Rolf Gemein, Mastermind bei Symphonic Line, ließ es sich nicht nehmen, Kritik am Präsentations-Overkill einiger Aussteller zu üben. Er setzte dem lieber handfeste Tatsachen entgegen. So etwa die neue Stereo-Endstufe „High Society", die zweimal dreihundert Watt leistet, rund 9500 Euro kostet und auch als Mono zu haben ist.

Stereo 2007

Der RG 9 MK 4 zählt zu den stimmigsten, musikalischsten Vollverstärkern mit Kraft, Rhythmik und superben Klangfaben sowie sehr gutem Phono MM/MC-Teil.

Arbeitsgerät der Redaktion.

Hörerlebnisforum Nr. 59 / 2007
Test: CD Reference MK 2. Und wenn bei Ihnen Transparenz, Offenheit, Ehrlichkeit, gepaart mit gnadenloser Präzision und Schnelligkeit denselben Stellenwert bei der Wiedergabe von Musikonserven genießen, dann lege ich Ihnen das CD-Player-Statement aus dem Herzen des Ruhrgebietes an selbiges.
Image Hifi 9 / 2007

Test: RG 9 MK4 Reference ... das Rolf Gemein und sein Team alles der Maxime des bestmöglichen Wohlklangs unterwerfen. Ein stolzes Handwerksprodukt, Made in Germany von A bis Z. Top Qualität wohin man schaut. Ganz im Sinne klassischer High End Tugenden gibts mit diesem Glanzstück jede Menge Details zu entdecken. Bei heftigen Impulsen bleibt der RG 9 MK 4 unbeirrbar auf Kurs, Klangfarben malt er mit schönstem klarem Strich...

Kein Vertun: diese fabelhafte Musikmaschine wird mit den Jahren immer (noch) besser und empfiehlt sich nebenbei auch als echte Wertanlage.

Audio 7 / 2007

Test: Der CD-Spieler. Ganz oben ist ein Deutscher Kleinserienhersteller seit Jahrzehnten zu Hause. Rolf Gemein umgibt den Nimbus eines "Altmeisters" im High End. Die irrwitzige dynamische Binnenspannung übertrug sich förmlich in den Hörraum. Die kurzfristigen Entladungen in Fortissimo-Passagen kamen Explosionen gleich.... als würde "Der CD-Spieler" schneller spielen als die Konkurrenz.

Da war einfach mehr Drive, mehr Energie, mehr Leben drin.... mein Herz höher schlagen lässt der Symphonic Line.

Hörerlebnisforum Nr. 60 / 2007
Test: Kraftwerk MK 2. Fazit: Das Symphonic-Line Kraftwerk MK 2 nimmt den Kampf mit wesentlich teueren Bolidenkombinationen auf. Es ist klanglich, haptisch und preislich ein Gewinn für die High-End-Szene.... und schafft dauerhafte Freu(n)de.
Stereo 10 / 2007

Test: RG 9 MK 4.  Rolf Gemein hat tatsächlich so etwas wie "das goldene Ohr". Traditionell zählen die RG 9 / RG 10 Modelle zu den musikalischsten Vollverstärkern überhaupt.... hat selbstverständlich auch die legendäre Phonosektion an Bord.

Zweifellos ein Pracht-Amp, der auch Top-Herausforderern mit doppeltem Preis im musikalischen Clinch ganz locker ein paar Runden abnimmt.Mindestens.

ars! magazin 02/2008
Die Magie der Musik.

Auf den Norddeutschen Hifi Tagen im Februar besuchte ich Rolf Gemein, den genialen Entwickler des deutschen HighEnd-Vorzeigeunternehmen Symphonic Line. Nicht nur wegen seiner immer wieder ungewöhnlich spannenden Musikvorführung!

Symphonic Line Vollverstärker RG10 MK4

Neuigkeiten gibt's natürlich auch hier zu vermelden: Den herrlichen Symphonic Line Vollverstärker RG 10 MK 4 - über 4 Jahre Referenz bei der AUDIO - gibt es jetzt auch in der Reference-Version. Je nach Oberfläche kostet er zwischen EUR 5990.- und EUR 6500.-. Das Reference-Modul wird an die Vorstufe angebaut. Mit vehementer Wirkung: „Wie ein Turbolader beim Auto! Absolute Lebendigkeit mit der Fähigkeit zur plötzlichen - wirklich entspannten Attacke - auch bei großen Dynamiksprüngen." (Originalton Rolf Gemein). Das bewies Gemein durch ein musikalisch-klangliches Kontrastprogramm mit Tiefgang. Allein den Chanson „Natalie" von Gilbert Becaud habe ich noch nie „so" zuvor gehört. Mit den Komponenten von Symphonic Line entfaltet sich eine bis dato nie zuvor erlebte Magie der Musik! Die nächste gute Nachricht: Das Reference-Modul kann für EUR 1200.- in alle RG 14, RG 2, RG 9, RG 10 und La Musica nachgerüstet werden.

Ihr Joerg Kessler.

analog: HEFT 04 / 2008 SEITE 35 / TECHNIK

Liebhaber und Guru - zu Besuch bei Symphonic Line:

Das Treffen mit Rolf Gemein in der Duisburger Scharnhorststraße hatte ich mir anders vorgestellt. Der Gründer, Inhaber und Chef der edlen Marke Symphonic Line , erwartete mich nicht in einem repräsentativen Ladenlokal, sondern in einer Geschäftswohnung.

Foto: Rolf Gemein 3

Schon kurz nach der Begrüßung wird klar, dass Rolf Gemein, der seit fast 30 Jahren in der High-End Szene aktiv ist, ein solider Handwerker geblieben ist. Seinen Hörraum, den wir nach Genuss eines richtig guten Espressos betreten, schmückt am Boden ein Kabelgewirr mit feinsten Frequenzweichen-Komponenten. Offenbar hat hier noch vor kurzem das Suchen nach optimaler Verschaltung eines neuen Lautsprechers stattgefunden. Die unkonventionelle Versuchsanordnung offenbart dem Besucher auch, worauf es Rolf Gemein mit Sicherheit nicht ankommt: auf effekthascherische Äußerlichkeiten.

Im Nebenraum dann die richtige Werkstatt: Hier treffe ich neben dem Ingenieur Michael Homburg, Dieter Schöpwinkel, der seit über 20 Jahren als Verstärkerspezialist für Symphonic Line tätig ist. „Kleiner, aber feiner Betrieb", denke ich.

Rolf Gemein erklärt mir die Prinzipien seines Schaffens: Er nennt es „Handarbeit mit Herz", mit dem Ziel, besonders natürlichen und lebendigen Klang zu reproduzieren. Das einzige - so betont er -, nach dem er strebt, ist die Antwort auf die Frage: „Wie kann ich bestmöglich ein Live-Hörerlebnis in allen Facetten in ein Wohnzimmer hineintragen - auf allen Ebenen und mit greifbaren Klangkörpern, so dass es den Zuhörer körperlich und mental vollständig erfasst, ihm Freude macht und sein Herz berührt?"
Und an der Verfolgung dieses Ziels arbeitet Rolf Gemein nicht erst seit gestern: Schon Ende der 70er Jahre stand sein Entschluss fest: „Ich will den besten Verstärker der Welt bauen."

Unterstützt von zwei Technikern gründet er die Firma Vernissage. In dieser Ära entsteht die renommierte Class A Endstufe Kraft 100. In der „Vernissage-Zeit" wird übrigens auch die High End etabliert, deren Mitinitiator Rolf Gemein ist. 1984 verkauft er Vernissage und gründet als Alleininhaber Symphonic Line. Symphonic Line ist heute Vollsortimenter in Sachen HiFi, manche sagen dazu auch Full-Liner. Rolf Gemeins Traum war immer die komplette Kette - jedes einzelne Aggregat perfekt auf die übrigen abgestimmt. Und diesen Traum hat er verwirklicht. Eine Vielzahl von Komponenten schmückt aktuell das Symphonic Line Programm; allein drei Lautsprecher-Serien und vier Vollverstärker. Eine ganze Menge für die Duisburger Manufaktur, die rund 150 Geräte pro Jahr verkauft. Nur Tonabnehmer fertigt die HiFi-Edelschmiede nicht selbst - die stammen vom namhaften Hersteller Van den Hul - entstanden nach vielen Besuchen in Holland in gemeinsamer Arbeit. Die Version RG 8 Gold wird ausschließlich mit speziellen „Zutaten" für Symphonic Line gefertigt.
Viele Symphonic Line Produkte sind schon seit Jahren erfolgreich im Markt und beweisen sich doch ständig neu. Das Laufwerk RG 6 übt schon optisch eine Faszination aus, der sich kaum jemand entziehen kann. Der Teller wiegt 25 Kilogramm, die Oberflächen sind vom Auftraggeber individuell bestimmbar. Schon 1992 erzielen das zeitlose Design und der überragende Klang in der amerikanischen Fachpresse Spitzenkritiken. Auch die übrigen Geräte erhalten regelmäßig Bestnoten von nationalen und internationalen Fachmagazinen. Kaum ein Monat, in dem nicht ein Produkt der Symphonic Line-Palette in Zeitschriften beschrieben, getestet und meist für überragend gut befunden wird.

Mehrere Verstärker sind schon seit Jahren unverzichtbare Arbeitsgeräte namhafter Redaktionen. Alte und neue Tests zitiert die informative Website von Symphonic Line sehr umfänglich. Rolf Gemein, den manche auch „HiFi-Guru" nennen, macht aus seiner Orientierung an das fernöstliche Feng-Shui kein Geheimnis. Seit früher Jugend beschäftigt sich der Tüftler mit den Grenzgebieten der Wissenschaft. Feng-Shui, die alte chinesische Philosophie, lehrt den Menschen, durch spezielle Gestaltung seines Lebensraums eine Harmonisierung mit seiner Umgebung zu erzielen. Doch während Feng-Shui heutzutage bei der Anlage von Gärten, in der Hausarchitektur oder im Landschaftsbau ein ernst genommenes Thema ist, löst sein Einfluss in Konstruktion und Bau von HiFi-Geräten oft kontroverse Diskussionen aus. Schlimmstenfalls fällt das böse Wort „Voodoo". Rolf Gemein lässt sich davon nicht beirren.Er lebt initiativ seine in vier Jahrzehnten gewachsenen Erkenntnisse des wissenschaftlich schwer Nachweisbaren - aber sinnlich stets Erlebbaren -, und nennt ihre Subsummierung in seinem Lebens- und Arbeitsumfeld RMA - die Resonanzmusterabstimmung. Laut Rolf Gemein dreht sich hierbei alles um Schwingungen, die jedes materielle Objekt aufnimmt, abgibt oder durch die es angeregt wird. Hierbei handelt es sich sowohl um Schallwellen, als auch um die Arbeitsenergie von Bauteilen in den Geräten oder um die Wirkung elektromagnetischer Wellen, die durch Mensch oder Umgebung erzeugt werden. Da diese Schwingungen in Intensität und zeitlicher Abfolge unterschiedliche Strukturen aufweisen, liegt der Schwerpunkt der Optimierungsarbeit darin, durch die Resonanzmusterabstimmung möglichst viele der meist nicht sicht- und hörbaren Schwingungsmuster zu identifizieren und auf einer höheren Ebene zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden. Ziel dieser Beseitigung von Überlagerungen im Klangbild ist die positive Anregung des Menschen und seiner Umgebung.Was heißt das in der Praxis? Symphonic Line arbeitet mit dem gezielten Einsatz bestimmter Dämmmaterialien und Lacke und mit der sorgfältigen Entkopplung wichtiger Baugruppen. Verwendet werden in reiner Handarbeit ausschließlich hochwertigste Komponenten. Rolf Gemein ist absoluter Bauteile-Experte. Für die Geräte nur die besten Zutaten, so seine Devise. Die Platinen sind zwei Millimeter stark und doppelseitig kaschiert, die Netzteil-Kondensatoren werden nur für ihn produziert. Wo wir gerade beim Netzteil sind: Sie sind eigentlich immer überdimensioniert und die vakuumgetränkten und vergossenen Ringkerntransformatoren werden zusätzlich in einen Becher aus Mumetall gesetzt. Abschließend stimmt Rolf Gemein persönlich jedes Gerät - und er betont: jedes - nach Gehör ab.

Ein weiterer Punkt der Gemein'schen Philosophie hinsichtlich Qualitätsicherung und -erhaltung stellt sein Upgrade-System dar. Während viele andere Hersteller in regelmäßiger Folge immer neue Geräte auf den Markt werfen, legt Symphonic Line großen Wert auf den Erhalt und die Modifikation bereits gebauter und in Dienst gestellter Produkte. Zu akzeptablem Preis werden ältere Geräte auf den neuesten Stand gebracht. Viele Betreiber von Symphonic Line Produkten erhalten auf diese Weise ihre Geräte schon seit vielen Jahren- teilweise Jahrzehnten -, ohne alte oder veraltete Technik benutzen zu müssen.

Foto: Dieter Schöpfwinkel in der Symphonic Line Produktion

Seit über 20 Jahren Verstärkerspezialist bei Symphonic Line:Dieter Schöpfwinkel

Ich spreche Rolf Gemein auf die digitale Technik an. Dazu hat er ein spezielles Verhältnis. Die Frage betrifft ohnehin nur seine CD-Spieler - seine Verstärker sind rein analog aufgebaut. Lange Zeit wollte er trotz guter Nachfrage keine eigenen CD-Spieler bauen: „Das Prinzip war mir nicht gut genug."

Heute sind sie natürlich im Programm von Symphonic Line: Top CD-Spieler mit 24-Bit Chiptechnologie, die sehr analog -lebendig und räumlich - klingen.
In all seinem Fühlen und Denken ist der Altmeister immer ein „Analoger" geblieben. Das beweist auch seine immer noch aktive mechanische Adler-Schreibmaschine - für einige Betrachter ein Kuriosum, für Rolf Gemein praktische Realität -, und sein Wunsch, Kontakte - wenn möglich - nicht über e-mail stattfinden zu lassen.  Ab Mittag ist er generell telefonisch gut zu erreichen und nimmt sich viel Zeit für den Anrufer. Der Verkauf selbst geht allerdings ausschließlich über den authorisierten Fachhandel.

Zum Schluss meines Besuchs bei Symphonic Line die obligatorische Hörsession: Wir hören über RG 6, RG 14 Edition und RG 5. Zunächst Brubeck, dann Nana Mouskuri, schließlich Paul Kuhn live. Hoppla, das haut mich auf einmal weg. Plastizität und Räumlichkeit pur. Früher war mit Paul Kuhn immer zu seicht, aber jetzt geht die Post ab. Die Art und Weise, wie mir die Kette den alten Mann mit Klavier ins Gemein'sche Hörzimmer stellt, ist einfach nur eins: Spitzenklasse. Let it swing.

Text: Klaus von der Gathen
Fotos/Abb.: Symphonic Line, Klaus von der Gathen-Bericht: Ende
ARS Magazin 04/2009

(Sonderdruck: Herbst 04 / 2009) Vollverstärker: RG 14 Edition / CD-Player: Vibrato

SYMPHONIC LINE VOLLVERSTÄRKER "RG 14 Edition"

Bereits seit dem Jahre 2004 fasziniert mich der Verstärker RG 14 Special Edition von Symphonic Line aus Duisburg, einer nicht nur in Deutschland hoch angesehenem High End Manufaktur. Eine Manufaktur im wahrsten Sinne des Wortes, alle Erzeugnisse werden selbstverständlich in liebevoller Handarbeit handgefertigt. Die von Entwickler und Eigentümer Rolf Gemein gestalteten Geräte sind Wertanlagen für den HiFi-Gourmet, der sich auch die Zeit nimmt echte Musikkultur zu genießen. Ob kraftvoll, mit größter Vehemenz oder filigran, mit kleinsten Lautstärken, immer - mit harmonisch feinsten Nuancen und ungemein flink - spielt sich der RG 14 mitten ins Herz. Lange Jahre mit tagtäglicher Nutzung bringen mich zu einem eindeutigen Resultat. In kurzen Worten: „Klangmagie pur", das bietet der beste Vollverstärker für mich!

Vollverstärker RG14 Edition, CD-Player Vibrato

Es ist kein Verschleiß festzustellen, nein, das Gerät wurde im Verlauf der Zeit immer besser, in klanglichen, emotionalen wie auch haptischen Aspekten. Eine superbe Qualität für lange Jahre. Übrigens, alle Geräte können selbst nach Jahrzehnten modifiziert und einem Update unterzogen werden. Wer sich etwas Großartiges wünscht, sollte sich diesen Vollverstärker zulegen!

TECHNISCHE DATEN:

Phono MM und MC mit Anpassung. Sehr stromstarkes Netzteil. Schutzschaltung. WBT-Lautsprecherklemmen. Frontplatte 1 cm massiv, Knöpfe aus dem Vollen gedreht. Abmessungen: 45 x 10 x 38 cm. Fernbedienung Lautstärke serienmäßig. 430 VA Mumetalltrafo, Phono MM und MC, 2 x 120 Watt Sinus an 8 Ohm. Preis EUR 3.500

SYMPHONIC LINE CD-PLAYER "VIBRATO"

"Kann ein genialer Verstärkerbauer auch CD-Player?" Diese Frage stellte ich mir, als Rolf Gemein mir seinen CD-Spieler Vibrato zum Test anbot. Der Vibrato ist ein schlichtes, formvollendetes Gerät im Bauhausdesign. Schlank in der Wahrnehmung jedoch wirklich opulent in der Ausstattung. Die ganze Technik bringt 25 Kg auf die Waage! Lästige Vibrationen sind praktisch ausgeschlossen, die Frontplatte ist massiv und 1 cm dick. Sehr wertig - die Schubladenfront ist aus Vollaluminium gefräst und es erinnert beinahe an eine sakrale Handlung, eine CD einzulegen. Nicht nur die Mechanik ist „State of the art", auch der Frontloader ist digital auf dem höchsten Stand. Mit „24 Bit" kommt hier die Musik, das klingt wie bei hochwertigen Analogsystemen! Rolf Gemein ist mit diesem Player ein großer Wurf gelungen. „Näher an der Schallplatte. Musik wird wieder ein Ganzes." sagt er - zu Recht. Nun gelingt die wirkliche Ausschöpfung des vorhandenen Datengehalts einer CD. Der Vibrato überwindet die übliche akustische Abrisskante bei 20 KHz. Mit der 24 Bit Technologie gewinnt die Übertragung an enormer Lebendigkeit, Klangfarbigkeit und Raumtreue. Bei mies aufgenommenen CDs kehrt sich das glatt ins Gegenteil. Aber legen Sie dann eine hervorragende XRCD wie „Terry Evans / Come to the river" in diese Wundermaschine ein. Sie werden tief beeindruckt sein von dieser Aufführung!
Fetzige erdige Blues-Aufnahmen - nichts für den audiophilen Warmduscher, der immer nur zarte Frauenstimmchen hören mag - begeistern mit einer breitbandig durchhörbaren Klangdarstellung. Schnell zündet der musikalische Funke!

TECHNISCHE DATEN:

CD-Frontlader. Edle Oberfläche "Aranya". Auch in Schwarz oder Front mattsilber. Maße: 45 x 13 x 39 cm. Frontplatte 1 cm massiv. 24 Bit-Technik, 96 KHz, Ringkerntrafo 300 VA Mumetall. ClassA Ausgangsstufe. Mehrfache Spannungsversorgung. Filterfrequenzumfangerw. auf 100.000 Hz. Preis EUR 3.900.-

Hifi Stars 04/2009

Eine preiswerte Anlage für "nur" 10.000 Euro?

Symphonic Line: Presse, Hifi Stars, CD-Player Vibrato

Auf der High End 2009 in München hatte mich Symphonic-Line-Chef Rolf Gemein neugierig gemacht.

Der deutsche High-End-Pionier hatte mir eine edle Kombination aus seinem Vollverstärker RG 9 MK 4 in der Top-Ausbaustufe Reference und seinem CD-Spieler Vibrato vorgestellt und nebenbei die Bemerkung fallen lassen: „Diese Anlage kostet zusammen mit unserem NF-Kabel Reference rund 10.000 Euro, spielt aber durchaus in der 20.000-Euro-Liga mit!". Ganz klar, daß ich diesem hohen Anspruch nachgehen will.

Zwei Wochen später ist es schließlich soweit, die beiden Pakete mit den Geräten treffen bei mir ein. Aus dem einen Karton hebe ich vorsichtig den Verstärker RG 9, aus dem anderen den CD-Spieler Vibrato. Allein schon das Gewicht der beiden signalisiert eindrucksvoll die massive Wertarbeit. Einen vertrauenserweckenden Eindruck vermitteln auch die mitgelieferten hochwertigen Netzkabel - selbst in dieser Preisklasse nicht immer selbstverständlich.

In unserer Testgeräte-Kombination mit dabei auch ein Set des türkisfarbenen NF-Kabels Symphonic Line Reference. Dieses Spitzenkabel des Hauses schlägt mit 730 Euro pro Stereometer zu Buche. Es ist standesgemäß mit den hervor-ragenden WBT 0110 „Nextgen"-Steckern konfektioniert. Wirklich gut sieht er aus, der RG 9 MK4 Reference.

Symphonic Line Vollverstärker RG9 Rückseite

In die mattsilbrige Frontplatte des Verstärkers sind sämtliche Beschriftungen sowie die Gerätenummer eingraviert. Entsprechende Beleuchtung bringt die Kanten der Gravur zum Funkeln. Eine weitere optische Steigerung kann gegen Aufpreis mit der exklusiven Edel-glanzoberfläche Aranya erzielt werden. Diese wird in einem aufwendigen Verfahren hergestellt und passt sich der Farbtemperatur der Umgebung an. Die zeitlose Eleganz macht dieses Gerät ganz automatisch zum Blickpunkt im Wohnambiente.
Die Haptik ist vom Feinsten. Wer eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten sucht, kommt bei Symphonic Line zu kurz. Denn an Bedienungselementen bietet der Vollverstärker - dem High-End-Anspruch getreu - nur das wirklich Allernötigste: den Powerschalter, den Eingangs-Schalter für die Wahl der Signalquelle, die Umschaltung zwischen Vor- und Hinterband eines angeschlossenen Tonbandgerätes sowie den etwas größer gehaltenen Lautstärkesteller. Es macht einfach Spaß, diese vier - übrigens aus dem Vollen gedrehten -Knöpfe zu betätigen.

Die Handhabung erinnert mich ein wenig an die massiven Schwungräder, mit denen man bei vielen berühmten Drehkondensator-Tunern der siebziger Jahre die Sender auf der Skala einstellte. Auf der Frontplatte links befindet sich die Klinkenbuchse zum Anschluß eines Kopfhörers sowie ganz rechts oben das Empfangsauge für die Fernbedienung. Auf der Rückseite fallen sofort die massiven WBT-Lautsprecherklemmen auf, die sowohl Bananen-, als auch Gabelstecker und sogar lose Kabelenden aufnehmen. Neben Hochpegeleingängen für CD, Tuner, AUX und Tonband steht auch ein Ausgang für Tonband sowie ein separater Vorstufenausgang zur Verfügung. An den RG 9 MK 4 Reference läßt sich zudem ein Phono-MM-oder MC-System mit Möglichkeit zur Anpassung anschließen; der Umschalter zwischen MM und MC sowie die obligate Masseklemme für den Plattenspieler sind ebenfalls auf der Geräterückseite untergebracht. Sämtliche rückwärtige Ein- und Ausgänge sind Cinch-Anschlüsse.

Obwohl die Symphonic-Line-Geräte nach außen hin gar nicht „technisch" wirken, steckt jede Menge hochwertige Technik drin. So ist Rolf Gemein stolz auf Details im Innenleben des aktuellen RG 9 MK4: „Den Ringkerntrafo setzen wir zusätzlich in einen Mumetall-Becher. Mumetall ist zwar sündhaft teuer, hat aber beste Abschirmwirkung und das ist gut für den Klang", sagt er. Weitere serienmäßige Feinheiten sind das Doppelwellengleichrichtungsmodul und die Resonanzmusterabstimmung, mit der ein Höchstmaß an Musikalität herausgeholt werden soll. In der hier beschriebenen Reference-Ausführung besitzt der RG 9 MK4 darüberhinaus auch noch das spezielle Reference-Vorstufenmodul. Leistung ist ausreichend vorhanden: 2 x 140 Watt Sinus an 8 Ohm, 2 x 250 Watt Sinus an 4 Ohm. Was mir beim CD-Spieler Vibrato sofort auffällt, ist das Fehlen jeglicher Bedienungselemente auf der Frontseite. Ohne Fernbedienung geht - außer der Betätigung des harten Netzschalters auf der Geräterückseite - absolut gar nichts. Das mußte ich selbst schmerzlich erfahren, als ich die Geräte im Photostudio ablieferte und vergessen hatte, auch die Fernbedienung mitzunehmen. Also wieder nach Hause HOMEfahren und die Fernbedienung holen. Aus Fehlern wird man klug...

Symphonic Line: CD-Spieler VIBRATO

Die Rückseite weist einen unsymmetrischen Cinch- und einen symmetrischen XLR-Anschluß als analoge Ausgänge sowie einen Koax-Anschluß als Digitalausgang auf. Serienmäßig liefert Symphonic Line zudem einen 75-Ohm-Abschlußstecker für den Digitalausgang gleich mit. Das sollte auch bei anderen Herstellern Schule machen! Ebenfalls auf der Rückseite befinden sich der Netzschalter sowie der Stecker für das mitgelieferte Netzkabel. Gleich zwei Fernbedienungen liegen bei - eine konventionelle in schlichtem „Fernbedienungsschwarz" und eine weitere mit farbigen Tasten, die darüberhinaus auch gleich die Lautstärke am Verstärker sowie den hauseigenen Tuner steuert. Obwohl der Vibrato zu den „kleineren" CD-Spielern von Symphonic Line zählt, ist er im Inneren aufwendig aufgebaut und mit hochkarätiger Technik bestückt.

Beispiele gefällig? Etwa der 24-Bit-D/A-Wandler, die Class-A-Ausgangsstufe, das zwei Millimeter hoch aufgekupferte Platinenmaterial, die streng selektierten Bauteile. Tüpfelchen auf dem „i" ist die Resonanzmusterabstimmung, mit der Gehäuse und Mechanik in akribischer Vorgangsweise optimiert sind. Genug der Technik! Ob die noble Kombination aus Duisburg wohl so gut klingt, wie sie aussieht? Um das herauszufinden, muß ich mich möglicherweise noch etwas gedulden, denn Rolf Gemein beziffert die erste Einspielphase mit drei, vier Wochen. Was er mir sonst noch ans Herz legte, ist ohnedies Pflichtprogramm für den ambitionierten Audiophilen: Die Geräte auszuphasen und ihnen einen stabilen Standort - etwa im Rack - zu gönnen. Die optimale Laufrichtung der NF-Verbindungzum Verstärker ist ohnehin mit Pfeilen markiert. Also anschließen und einschalten. 

Ich füttere den Vibrato zunächst im Dauerbetrieb mit unterschiedlichemProgrammaterial - Klassik, Pop, Blues, Jazz. Dann und wann ertappe ich mich beim neugierigen Zuhören - und bin erstaunt! Noch nicht einmal eingespielt und in den Höhen vielleicht etwas scharf, spielt diese Kombination mit faszinierender Musikalität und einem atemberaubenden Drive auf. Ich kann es kaum erwarten, auf Entdeckungsreise durch meine CD-Sammlung zu gehen. Analoges Feeling kommt auf. Die allererste Silberscheibe, auf die ich mich konzentriere, wähle ich eher zufällig aus. Es ist „The Best Of Manhattan Transfer" (Atlantic 7567-81582-2) und ich lege sie recht selten auf, besitze ich doch einige schwarze Scheiben dieser US-Vokalgruppe, die ich normalerweise der CD vorziehe.  Normalerweise - denn bereits bei den ersten Takten von „Tuxedo Junction" über die Symphonic-Line-Kombi macht sich bei mir „analoges Feeling" breit.

Jetzt erkenne ich plötzlich, was mir bisher bei der Wiedergabe dieser CD immer gefehlt hat. Einfach wunderbar, wie die Gesangsstimmen herüberkommen. Das Timing stimmt und die feinsten musikalischen Strukturen liegen offen. Gleichzeitig macht der Verstärker deutlich, daß er auch im Bassbereich fest zupacken kann, ohne an Präzision zu verlieren. Derart temperamentvoll habe ich etwa „Birdland" kaum jemals gehört.

Stillsitzen geht nicht! Eine CD nach der anderen wandert jetzt in die Lade des Vibrato. Die legendäre, von Ry Cooder produzierte Scheibe „Buena Vista Social Club" (World Circuit WCD 050) veranlaßt mich zum Mitsingen. Die kubanischen Altstars mit ihren unverwechselbaren Stimmen stehen mir direkt gegenüber, dazu die einzelnen Instrumente aufgefächert im perfekt ausgeleuchteten Raum. Die Bühne erstreckt sich über die gesamte Breite meines Abhörraumes, läßt die Lautsprecher als Schallquellen völlig vergessen. Das Master der in Havanna eingefangenen Aufnahmen stammt immerhin von Bernie Grundman - und das hört man auch!

Laut Gemein lohnt es sich, mit der Aufstellung der Lautsprecher ein wenig zu experimentieren. Wirken weibliche Stimmen in der Bühnenmitte übergroß, ist es ratsam, die Lautsprecher etwas weniger stark einzuwinkein. In meinem Fall habe ich die Lautsprecher nahezu parallel zur Rückwand positioniert - in entsprechendem Abstand vor dieser, versteht sich. Geräte der oberen Qualitätsstufe - so meine Erfahrung - reagieren meist eher ungnädig auf mittelmäßiges Programmaterial und servieren die negativen Seiten einer Aufnahme umso deutlicher. Das Gespann von Symphonic Line lenkt jedoch die Aufmerksamkeit auf die „Schokoladenseite" einer Aufnahme. Die selbstverständlich vorhandenen und auch hörbaren klanglichen Minuspunkte fallen subjektiv nicht so ins Gewicht und lassen sich auf diese Weise besser verschmerzen. Das hat meiner Meinung nach absolut nichts mit mangelnder Neutralität zu tun, sondern eher mit der anspringenden Lebendigkeit und überschäumenden Musikalität des Duos. Ein gutes Beispiel dafür ist der Sampler „Astrud Gilberto", der im Rahmen der Serie Verve Jazz Masters in den neunziger Jahren herauskam (Verve 519 824-2). Ich besitze mehr als ein Dutzend Analogplatten mit der brasilianischen Sängerin - an die lieblose und teilweise technisch defekte Überspielung der Einzeltitel dieses Samplers reicht keine meiner Platten auch nur annähernd heran. Der Vibrato macht zwar die technischen Mängel deutlich, rückt jedoch die Faszination und Ausstrahlung der stets um einen Achtel- bis Viertelton abweichenden Stimme der Brasilianerin in das Zentrum der Darbietung.
Musik wirkt niemals belanglos. Ganz in ihrem Element sind die beiden silbrig glänzenden Geräte, wenn es um die Wiedergabe von Stimmen und natürlichen Instrumenten geht. So beim Requiem Opus 48 von Gabriel Faure, das ich in einer Einspielung mit dem vorzüglichen Rotterdamer Philharmonischen Orchester unter Jean Fournet und dem Niederländischen Radiochor besitze (Philips 446 201-2). Ich genieße es, dabei der Stimme der berühmten holländischen Sopranistin Elly Ameling zu folgen.

Musik wirkt über diese Kombination niemals belanglos, man wird förmlich mitgerissen von den Klangmustern und Farben, die man neu zu entdecken im Begriff ist. Um es gleich anzumerken: Der RG 9 MK 4 Reference ist nicht nur Topklasse, wenn es um CD-Wiedergabe geht. Die eingebaute Phonostufe musiziert ebenfalls auf sehr hohem Niveau und kann es selbst mit guten externen Phonoverstärkern durchaus aufnehmen. Überraschend übrigens auch die Qualität, die man bei der Wiedergabe über Kopfhörer erzielt. Exzellente Geräte durch und durch? Ja, bis auf einige Kleinigkeiten wie das Geräusch beim Aus- und Einfahren der Lade des Vibrato oder die beiliegende Bedienungsanleitung, die recht hausbacken wirkt.

Im Umkehrschluß kann man es jedoch „charmant-nostalgisch" nennen. Und schade auch, dass man die verschraubten, äußerst massiven Cinchbuchsen des Vibrato nicht auch dem Verstärker spendiert hat. Aber das war's dann schon und es tut meiner Begeisterung für die Kombi keinen Abbruch. Einen ganz dicken Pluspunkt hebe ich mir bis zum Abschluss auf. Rolf Gemein baut seine Geräte nach der Philosophie „Wachsen statt weggeben". Demnach lassen sich selbst zwanzig Jahre alte Verstärker des Hauses - etwa der RG 1 - zu fairen Konditionen aufrüsten und sogar auf ein größeres Modell umbauen.

Auf diese Weise kann jedes Symphonic-Line-Gerät zur Liebe für ein ganzes HiFi-Leben werden. Eine geniale Idee, die leider noch zu wenig Nachahmer gefunden hat. Und zugleich ein starkes Kaufargument für jene, deren Horizont etwas weiter gespannt ist. Kein Zweifel: Diese Kombination der Duisburger Edelschmiede klingt nicht nur phänomenal, sie ist auch eine zukunftssichere Investition. Wer die interessanten hauseigenen Upgrade-Möglichkeiten nutzt, bleibt technisch am Letztstand und erspart sich nach zehn oder fünfzehn Jahren den Umstieg auf völlig neue Geräte. So gesehen, liegt Rolf Gemein mit seinem eingangs zitierten Anspruch auf 20.000-Euro-Wert sicher richtig.

Wie auch immer - wenn jetzt beide Testgeräte wieder HOME gehen, werde ich sie sehr vermissen. Es war eine schöne Zeit!  Auf den Punkt gebracht. Eine  Vollverstärker / CD-Spieler-Kombination zum Verlieben.

Die hochwertig verarbeiteten und sehr gut aussehenden Geräte machen Musikhören zum gleichermaßen akustischen wie optischen Erlebnis. Stimmen und Instrumente werden greifbar plastisch in den Raum gestellt, der musikalische Fluß ist hinreißend. Alles fein gezeichnet, jedoch nicht penibel und aufgesetzt. Hier ist alles da, vom abgrundtiefen Basskeller bis zu den samtigen Höhen. Die Aufmerksamkeit des Zuhörers wird auf die „Schokoladenseite" einer Aufnahme gelenkt, klangliche Minuspunkte fallen dadurch subjektiv weniger ins Gewicht und lassen sich besser verschmerzen. Ein CD-Spieler, mit dem auch eingefleischte Analogfreunde bestens leben können und ein exquisiter Vollverstärker, der musiziert und sonst nichts! Alles zusammen eine gelungene Investition für Jahrzehnte, denn in den Geräten von Rolf Gemein ist die Zukunft durch Upgrades und Ausbaustufen sozusagen bereits eingebaut.

HARALD OBST

Symphonic Line: Vollverstärker RG9 mattsilber

LP-Magazin 06/2009

Jubiläum und Neues bei Symphonic Line

Rolf Gemein, Inhaber und Mastermind bei der Duisburger High-End-Manufaktur Symphonic Line feiert sein 25-jähriges Firmenjubiläum.

LP-Magazin zu Besuch bei Rolf Gemein

Anlässlich eines Besuchs in seinen Geschäfts- und Produktionsräumen konnten wir uns davon überzeugen, dass der findige Entwickler nach wie vor emsig damit beschäftigt ist, seine Verstärkerkonzepte immer weiter zu verfeinern und zu verbessern.   Die Musik, die er uns zu diesem Anlass auf einer zu einhundert Prozent reinen Symphonic-Line-Kette von Schallplatte vorspielte war dann auch in ihrer Dynamik buchstäblich atemberaubend.

Auf diese Art und Weise wurden gerade alte Plattenproduktionen mit ihrer oft live im Studio aufgenommenen Musik frappierend lebensecht.

Für Interessierte: Die Kette besteht aus dem großen Laufwerk RG 6 mit modifiziertem Linn Ekos, dem Tonabnehmer RG 8, der Vorstufe RG 3 und der gewaltigen Class-A-Vorstufe Kraft 300, die Schallwandlung erfolgt über die Standboxen RG 5.

LP-Magazin bei Symphonic Line: Plattenspieler (Laufwerk) RG6

Zum Jahrestag hat sich Rolf Gemein dann auch selbst das beste Geschenk gemacht: Der neue RG-2-Reference-Edition-Vorverstärker verfügt über eine sehr gute Phono-MC/MM-Stufe, ein 300-Watt-Netzteil mit Mumetall-Ringkerntrafo und 280.000 Mikrofarad Siebkapazität - das sind Werte, die auch einer ausgewachsenen Endstufe gut zu Gesicht stünden.

Symponic Line: Vorverstärker RG2  Reference Edition

Die demnächst erhältliche Edelvorstufe kostet 6.500 Euro - weitere Updates bekannter Symphonic-Line-Komponenten folgen in den nächsten Wochen.

2009/10 High Fidelity, Ausgabe Griechenland

Im Test: Vorverstärker RG2 MK4 Reference Edition, Endverstärker High Society

Symphonic Line: Presse, Testbericht High Fidelity, Griechenland

Hinweis: Diesen Testbericht können Sie sich komplett als Download herunterladen.

analog: HEFT 03/2010, SEITE 30, PORTRÄT

Text: Uwe Mehlhaff     Fotos: Uwe Mehlhaff

Handarbeit mit Her(t)z, ein Besuch bei Symphonic Line

Schon zu Zeiten, als der Begriff "High End" in Deutschland noch gar nicht etabliert war, redete Rolf Gemein im obersten HiFi-Segment mit seinen Symphonic Line -Produkten ein gewichtiges Wörtchen mit - und das ist bis heute so geblieben. Eine Home-Story.

Symphonic Line: Plattenspieler

Auf den Norddeutschen Hifi-Tagen in Hamburg saß ich im Vorführraum von Symphonic Line in der ersten Reihe, fast so wie bei ARD und ZDF (nur das Bild fehlte). Rolf Gemein, Inhaber der Firma Symphonic Line aus Duisburg, führte, wie es sich für einen richtigen Vollsortimenter gehört, Musik von Silberlingen auf eigenem CD-Player, Verstärker und Lautsprechern vor.
Drei Monate später trafen wir uns auf der Highend 2010 in München wieder und Rolf bat mich, ihn in seiner Firma in Duisburg mal zu besuchen.

Er habe sein Laufwerk RG6 Reference weiter entwickelt und würde mir gerne die klanglichen Verbesserungen vorführen. Er fügte hinzu, diese Verbesserungen seien gewaltig. Noch gewaltiger war, da neugierig geworden, natürlich auch mein Interesse. Aus Zeitgründen konnte ich erst Ende Juli 2010 Rolfs Angebot wahrnehmen. Rainer Bergmann hatte sich bereit erklärt, mich zu begleiten und so fuhren wir beide nach Duisburg.

Rolf begrüßte uns gut gelaunt mit Tochter Marion und wie es sich für den Inhaber einer Highend-Manufaktur und gestandenen Musikliebhaber gehört, begann unser Besuch mit einem Vortrag über gute Musik. Das erste, was ich an diesem Tag lernte, war, dass gute Töne zu Rolf gehören wie gutes Essen und gute Getränke. Und dann erzählte Rolf Wissenswertes aus seinem Leben beziehungsweise seiner über 35-jährigen Erfahrung im Hifi-Bereich.

In der „Werkstatt" mit integriertem Hörraum lief der angekündigte Plattenspieler RG6 Reference bereits ruhig vor sich hin. Nun ist dies für Rolf nichts Außergewöhnliches, drehen sich seine Laufwerke doch sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag und dies das ganze Jahr über. Nebenbei dachte ich mir, dass Herr Gemein sicherlich eine hohe Stromrechnung haben muss, wenn der Plattenspieler permanent läuft - die Frage danach verkniff ich mir dann doch...
Im Hörraum von gut 20 Quadratmeter steht - wie sollte es auch anders sein - eine komplette Kette aus Symphonic Line-Geräten: Plattenspieler, Verstärker und Lautsprecher; alles in handwerklicher Einzelanfertigung hergestellte Juwelen und wie Rolf stolz betont, klanglich einzeln sehr aufwendig abgestimmt. Die rund 3.000 Schallplatten und einige hundert CDs im Hörraum dürfen hier natürlich auch nicht unerwähnt bleiben.

Symphonic Line: Endverstärker RG 1

Wir nehmen auf dem breiten, lässigen Sofa Platz und Rolf beginnt aus seiner Kindheit zu erzählen: Der Vater hörte den ganzen Tag Opern, der Großvater war Gesangslehrer und der junge Rolf durfte dabei sein, wenn der Großvater mit den Sängern Stimmübungen machte und die Buchstaben eingesungen hat. So war er schon zu Kindeszeiten mit Musik in Berührung gekommen und somit prägten diese Eindrücke seinen künftigen Lebensweg beziehungsweise verschafften ihm das Gehör, wie Musik zu klingen hat. Das hat heute wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung seiner Geräte etwa bei deren klanglicher Abstimmung. Wo andere Hersteller messen, schaltet Rolf sein Gehör ein und stimmt die Geräte gehörmäßig ab. Das hört man, wie sich noch herausstellen wird. Schon lange ist Symphonic Line aus der Hifi- und Highend-Szene nicht mehr wegzudenken; die Marke hat sich etabliert. Die Geräte werden in Handarbeit hergestellt und da Handarbeit und Lagerware sich irgendwie ausschließen, muss der Kunde auch schon einmal Geduld mitbringen, bis die georderte Ware bei ihm zu Hause steht. Vollverstärker werden innerhalb von zwei Wochen hergestellt.
Für das Laufwerk RG6 Reference sind mitunter Wartezeiten von drei Monaten einzuplanen.
Beim Blick auf das üppig bestückt Schallplattenregal - einige bekannte Highlights wie Dave Brubeck's Tak Five oder Jazz at the Pawnshop stehe demonstrativ auf dem Boden und wollen unbedingt gehört werden - fallen gleich auch einige nationale und internationale Auszeichnungen für Produkte und Mes sevorführungen auf. Und anhand der Auszeichnungen lässt sich erkennen, wo überall auf der Welt Pretiosen von Symphonic Line verkauft werden.

Symphonic Line: Analoglaufwerk

Rolfs Musikgeschmack ist vielfältig. Neben Schlagern der 90er hört er auch gerne Jazz, Klassik und modernen Pop. Und Musik mit viel Stimme. Und dann stehen natürlich, wie es sich für einen Musikliebhaber gehört, regelmäßig Konzertbesuche an. So kommen positive Erinnerungen an ein Konzert mit Cecilia Bartoli vor ein paar Jahren oder Karajan und Pavarotti in Salzburg ans Tageslicht. Auch darf Oscar Petersons letztes Live konzert in Europa in Mülheim an der Ruhr nicht vergessen werden.

Als ich die vor mir stehende Kette, bestehend aus Laufwerk Symphonic Lin RG6 Reference mit modifiziertem Tonarm Linn Ekos und Tonabnehmer RG Gold, Vorstufe RG3 MK4, Endstufe RG1 MK4 und Lautsprecher RG5 mit der doch recht seltenen Vollkonus von Pod zus Görlich so anschaue, fällt mir der Begriff Vollsortimenter ein und sage das auch. Doch wie aus der Pistole geschossen dementiert Rolf Gemein den Begriff Vollsortimenter vehement. Lediglich anbieten tut er alles, aber mit Massenproduzenten möchte er partout nicht verglichen werden. Schließlich arbeite er in seiner Werkstatt nur zu dritt und da könne -gerade unter Berücksichtigung der geringen jährlichen Stückzahlen- man ja wohl keineswegs von einem Massenproduzenten sprechen.

Und schließlich stehen in seiner Werkstatt auch keine Fließbänder. Und ob das Vollsortiment unbedingt kaufmännisch sinnvoll ist, sei einmal dahin gestellt. Ihm mache es einfach nur Spaß, Geräte auf höchstem Niveau zu bauen. Die Freude an seinen Produkten und seinen handwerklichen Fähigkeiten merkt man Rolf Gemein sichtlich an.

Wenn ein Kunde unbedingt ein paar Lautsprecher aus dem Hause Symphonic Line haben möchte und „ihm dann lange genug in den Ohren liegt" (Originalton Gemein), dann fertigt er mal ein Pärchen, an dem er dann aber auch ein paar Tage an der Feinabstimmung der Frequenzweiche sitzt. Als ich die vor mir stehende Kette, bestehend aus Laufwerk Symphonic Lin RG6 Reference mit modifiziertem Tonarm Linn Ekos und Tonabnehmer RG Gold, Vorstufe RG3 MK4, Endstufe RG1 MK4 und Lautsprecher RG5 mit der doch recht seltenen Vollkonus von Pod zus Görlich so anschaue, fällt mir der Begriff Vollsortimenter ein und sage das auch. Doch wie aus der Pistole geschossen dementiert Rolf Gemein den Begriff Vollsortimenter vehement. Lediglich anbieten tut er alles, aber mit Massenproduzenten möchte er partout nicht verglichen werden. Schließlich arbeite er in seiner Werkstatt nur zu dritt und da könne -gerade unter Berücksichtigung der geringen jährlichen Stückzahlen- man ja wohl keineswegs von einem Massenproduzenten sprechen.

Und schließlich stehen in seiner Werkstatt auch keine Fließbänder. Und ob das Vollsortiment unbedingt kaufmännisch sinnvoll ist, sei einmal dahin gestellt. Ihm mache es einfach nur Spaß, Geräte auf höchstem Niveau zu bauen. Die Freude an seinen Produkten und seinen handwerklichen Fähigkeiten merkt man Rolf Gemein sichtlich an.
Wenn ein Kunde unbedingt ein paar Lautsprecher aus dem Hause Symphonic Line haben möchte und „ihm dann lange genug in den Ohren liegt" (Originalton Gemein), dann fertigt er mal ein Pärchen, an dem er dann aber auch ein paar Tage an der Feinabstimmung der Frequenzweiche sitzt.

Grundsätzlich ist jedes Gerät für Rolf Gemein ein Musikinstrument, und an jedem einzelnen hat er seine Freude. Und bei dem Begriff „höchstes Niveau" frage ich dann nach, was der Interessent bei ihm mindestens investieren muss. Für knapp 2.800 Euro erhält man den Hochpegelvollverstärker Klarheit 1, der grundsätzlich die musikalischen Qualitäten und Bestandteile der ganz großen Geräte wie Kraftquelle MK2 oder Kraftwerk MK2 aufweist.

Aber warum waren Rainer Bergmann und ich eigentlich nach Duisburg gefahren? Natürlich um das Versprechen, die Modifikationen des weiter entwickelten Plattenspielers Symphonic Line RG6 Reference anzuhören, vor Ort einzulösen. Und der Hörgenuss ließ nicht lange auf sich warten. Drei Tage bevor Rainer und ich nach Duisburg kamen, sei der Plattenspieler (der übrigens in allen RAL-Farben sowie in Aranya erhältlich ist) mit allen Modifikationen erst fertig geworden, entschuldigt sich Rolf, und daher würde der Plattenspieler wohl nur 60 Prozent seiner wahren Leistungsfähigkeit erbringen. Auch sei der modifizierte Tonarm Ekos, der von dem schottischen Hersteller Linn zugeliefert wird, sowie das Tonabnehmersystem noch nicht vollständig eingespielt, was man ihm verzeihen möge.

Apropos Modifikationen: 60 kg Plattenspieler, davon rund 25 kg Plattenteller, der, wie schon erwähnt, grundsätzlich 24 Stunden Tag und Nacht und das über Jahrzehnte in einem durch läuft - aber das hatten wir ja schon. Und bei den Drehübungen hat das Lager konstant die richtige Temperatur. Wesentlicher Bestandteil des neuen Laufwerks ist ein zweiter passiver Antrieb mit einem sehr aufwändigen Lager, der auf der gegenüber des eigentlichen Antriebs sitzt, um auf diese Weise das eigentliche Lager sozusagen mittig zu halten beziehungsweise gleichmäßig zu belasten.

Symphonic Line:

Vorteil dieses doppelten Antriebs soll eine nochmals gesteigerte Räumlichkeit sein. Auch sei die Lagerresonanz weiter verringert worden, so dass der Teller nun extrem ruhig läuft, also nicht „auf und ab tanzt". Und last not least sei die Höhenverstellung des Tonarms verbessert worden. Die zahlreichen Verbesserungen machen noch mehr Lust auf einen Hörtest, auch wenn die Leistungsfähigkeit erst, wie gesagt, bei 60 Prozent liegen soll. Und dann hören wir unter anderem Mike Oldfield, Freddy, United Blues Experience, Camillo, die Kings Singers oder Chris Howland (Fräulein), um nur ein paar wenige Beispiele aus dem umfangreichen und vielseitigen Hörprogramm an diesem Nachmittag zu nennen.

Wie es sich für eine gute Musikwiedergabekette gehört, steht die Musik sofort im Raum; dreidimensional. Die Lautsprecher sind nicht einzeln zu orten. Das Musikgeschehen spielt sich zwischen und um die Lautsprecher herum ab. Ich führe das darauf HOME, dass die Kette unter Dauerstrom steht und nicht erst vorgeheizt werden muss: Plastizität und Räumlichkeit, wie ich sie bisher in einer Vorführung noch nicht erlebt habe. Mit Camillo Felgen, den ich selber auf Schallplatte besitze geht sprichwörtlich die Post ab. Camillo steht mit seiner wehleidigen, aber sonoren Stimme beim Titel „Warum?" im Raum zum Händeschütteln. Das hat schon was Erhabenes.

United Blues Experience in bester Blues-Laune: Rudi Beyer am Kontrabass, Wolfgang Bernreuther's durchdringende und markante Stimme und dazu Bata Kossowskas leidenschaftliches Mundharmonikaspiel - faszinierend und zugleich fesselnd. Als wäre das Trio in Duisburg zu einer Privatvorstellung. Die Vielstimmigkeit der King Singers und die vielen Details, die auf dieser Platte zu hören sind - grandios.

Mit Camillo Felgen, den ich selber auf Schallplatte besitze geht sprichwörtlich die Post ab. Camillo steht mit seiner wehleidigen, aber sonoren Stimme beim Titel „Warum?" im Raum zum Händeschütteln. Das hat schon was Erhabenes. Ich frage mich unwillkürlich, wie grandios der RG6 Reference erst bei 100 Prozent aufspielen muss. Zumindest spielte es bei unserem Besuch schon auf einem sehr, sehr hohen Niveau. Bei Rolf Gemein alias „Mr. Symphonic Line" darf ich mich für einen interessanten und lehrreichen Samstagnachmittag bedanken.

Ende des Porträts

ars! magazin             HÖRTEST 2010 - Die Norddeutschen HiFi-Tage

Die Norddeutschen HiFi-Tage fanden am 6. und 7. Februar 2010...

... im Holiday Inn Hamburg-Elbbrücken statt. Damit ging die Veranstaltung ins siebte Jahr und zählt mittlerweile zu den etablierten HiFi-Messen.Mit rund 4.000 Besuchern an einem Wochenende braucht sich diese Show nicht zu verstecken!

Symphonic Line: Norddeutsche HiFi-Tage 2010

Der Veranstalter, das Hifi Studio Bramfeld, war sehr stolz, wieder so viele Besucher begeistern zu können und dieses Mal auch viele weibliche Besucher angesprochen zu haben. Wer im Norden wissen wollte, welche Trends angesagt sind, kam an der HÖRTEST 2010 nicht vorbei. Unter dem Motto "Im ewigen Eis" präsentierten 78 Aussteller ihre Neuheiten auf rund 24.000 qm Ausstellungsfläche.
Wer den Lärm und den Trubel der Großstadt für einen Moment hinter sich lassen wollte, um ungestört Musik zu genießen, der hatte sich nach oben orientiert. In der 16. Etage des Holiday Inn präsentierten ausgewählte Aussteller ihre Schätze. Aber auch in den anderen beiden Etagen der Messe fand man, was das Herz und die Ohren begehrten - die HiFi-Neuheiten des Jahres!

Erstmalig dabei war dieses Mal ein Apple Store. Natürlich wurde das Angebot ergänzt mit allem, was nicht auf einen MP3-Player passt: Schallplatten Raritäten, CDs, erstmalig waren auch Hörbücher, Musik-DVDs und Blu-ray dabei! Groß im Kommen sind Internet Radio und HDTV Plus. Diesen Themen wurde dort besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Wie man das alles am besten miteinander verknüpft, zeigte Creston Multiroom Systeme.

Viele HiFi-Fans sind notorische Optimierer. Was für den Computerfreak das Übertakten des Prozessors oder den Autonarren das Tieferlegen der Karosserie ist, sind im HiFi-Bereich Schwingungsdämpfer und Spezialkabel, die etliche tausend Euro pro Meter kosten können. Alle Maßnahmen dienen nur dem Zweck, dem perfekten Klang näher zu kommen. Und wer könnte Ihnen bessere Tipps geben als Thomas Fast? Der Inhaber von Fast Audio und Supertuner Deutschlands misst seit über 10 Jahren Räume mit seinem Hightech Equipment aus und platziert Absorber, die jeden überflüssigen Ton oder Nachhall aus dem Musikbild herausfiltern. "Was geht und was nicht" hat Thomas Fast seinen Zuhörern näher gebracht, alle seine Workshops waren sehr gut besucht.

Wir freuen uns schon auf die Hörtest 2011!

ARS Magazin 01/2011
Norddeutsche HIFI Tage:         Freude. Symphonic Line.

Symphonic Line: Lautsprecher RG5 vorgestellt bei den Norddeutschen HiFi-Tagen 2011

Es spielten sehr lebendig und livehaftig zur Freude der Besucher: Lautsprecher RG 5 MK 3 mit Görlich Podszus Treibern, der CD Spieler Reference, dieVorstufe RG 3 und die grosse Class A Endstufe Kraft 250 - quasi der Zwölfzylinder unter den Endstufen!

Wichtig, es gelang zu zeigen, daß Musik ungeheuer lebendig klingen kann, und dass man bei guten Aufnamen mit einer Symphonic Line-Kette die Töne bei geschlossenen Augen quasi in die Hand nehmen kann.
Ja, so wird es fühlbar zum Live Erlebnis in den eigenen 4 Wänden!

Die Musik fließt aus dem Lautsprecher und steht frei atmend im Raum. Mit packender Dynamik. Der technische Hintergrund von Rolf Gemein, mit seinen über 30 Jahren Erfahrung, ist das absolut gleichmäßige Einschwingungsverhalten der Komponenten und eine nahezu perfekte akustische Phase.

Die gibt es bei Symphonic Line auch im kleinsten Gerät!

Stereo Juni 2011
In Duisburg baut Rolf Gemein seit mehr als 30 Jahren die Symphonic Line-Geräte.

Dafür hat er seine Lieblingsteile und mittlerweile einen wahren Schatz von ihnen angesammelt.

Rolf Gemein erklärt: "Natürlich soll man auf Frequenzen, Verzerrungen und Dezibel achten. Aber das sagt absolut nichts darüber aus, wie letztlich Musik im Raum steht.

Zurzeit arbeitet Gemein an einem neuen Top-CD-Spieler. Auf den Knien hat er dessen Netzteil. Der Plattenspieler RG6 dient als Klangmaßstab.

Ist die Tiefenstaffelung korrekt, sind die Klangfarben da, bleibt der Rhythmus gewahrt, der Körper fassbar? Das sind die wichtigen Fragen."Der sympathische Rheinländer kommt von der anderen Seite: "Technik ist kein Selbstzweck, sondern dient den musikalischen Aspekten."

Man nähert sich entweder von der musikalischen Seite an das Phänomen HiFi an oder gar nicht", so sein Credo. "Ich hab' die Mouskouri mal in der Mercatohalle gehört. An einem Punkt hat sie ohne die PA gesungen. Das war so wunderbar, das vergesse ich nie und versuche immer, etwas von dieser Faszination in meinen Geräten wiederherzustellen." "Ich war einer der Ersten, die Bauteile abgehört haben."

Die letzte Feinabstimmung behält sich Gemein ohnehin selbst vor. Jede Komponente wird vor der Auslieferung von ihm abgehört, wobei noch minimale Eingriffe erfolgen, hier eine Dämpfungsmatte verschoben, dort etwas C37-Lack aufgetupft wird. In gewissen Grenzen kann das Gerät dabei sogar auf Kundenwünsche getrimmt werden: "Wenn jemand ein intellektuelleres Klangbild wünscht, lässt sich dies ebenso bewerkstelligen, wie ein betont gefühliges", sagt Gemein.

Und man merkt, sein wahrer Reichtum sind nicht die Siemens-Kondensatoren: Es ist sein Erfahrungsschatz.

Matthias Böde

Hifi-Test 05/2011
Der wahre Klang

Es gibt Leute, denen die Früchte der eigenen Arbeit wichtiger sind als alles andere. Leute, die mit Leib, Seele und Herz bei der Sache sind. Rolf Gemein ist so ein Mensch. Rolf Gemein baut HiFi-Verstärker - und das seit über 30 Jahren. Die Quintessenz von drei Jahrzehnten Erfahrung soll im RG 14 stecken; und diesen Vollverstärker haben wir zum ausführlichen Test geordert.

Symphonic Line: Testbericht, Hifi-Test, 05/2011, RG14 Edition
Foto: HifiTest

Kennern der HiFi-Szene ist Rolf Gemein - Gründer, Geschäftsführer und "Mastermind" der Marke Symphonic Line - sicher ein Begriff. Denn seit 31 Jahren macht der gebürtige Ruhrgebietler aus einer Elektronik-Werkstatt in der Duisburger Innenstadt mit seinen Vollverstärkern, CD-Playern und Lautsprechern auf sich aufmerksam. Etliche Preise und Auszeichnungen hat Rolf Gemein in 30 Jahren für seine Produkte eingeheimst, aber auch viele kritische Bemerkungen und Unverständnis. Denn die Marke Symphonie Line geht ihren ganz eigenen Weg: Während Mitbewerber quasi jährlich mit neuen Modellen die Käufer locken wollen, bleiben Symphonie-Line-Produkte praktisch über Jahrzehnte am Markt. Warum? "Weil ein gutes Produkt auch nach Jahren nicht schlecht ist", meint Rolf Gemein und führt lediglich sanfte Modifikationen an Details seiner Schaltungen durch. Doch was steckt genau hinter dieser Marke, wie gut sind diese Produkte wirklich?

Vollverstärker RG 14: Schlicht, geradlinig, mit vier Drehknöpfen auf der Front ist der RG 14 erschreckend unspektakulär. Schaut man etwas genauer hin, fallen die 10 mm starke Alu-Frontplatte und Drehknöpfe aus Vollmaterial positiv auf. "In kleinen Stückzahlen handgefertigt ...", erzählt mir Rolf Gemein zu den kostspieligen Bauteilen des RG 14. Überhaupt: Qualität wird großgeschrieben bei Symphonic Line, denn alle Produkte werden in akratischer Handarbeit in einer kleinen Manufaktur in Duisburg gefertigt. Lediglich vier Cinch-Eingänge hat der RG 14, dazu kommen je ein Phono-MM- und MC-Anschluss sowie ein Monitor-out und Pre-out. Noch eine Kopfhörerbuchse und eine Fernbedienung für die Lautstärke, das war's, mehr gibt's nicht. Der RG 14 wäre auch keine echter "Rolf Gemein", hätte er eine opulente Ausstattung und verschnörkeltes Design. Wohl aber hat der Firmenchef auf massive Lautsprecherklemmen aus dem Hause WBT Wert gelegt und betont mehrfach, dass seine Produkte ein Leben lang halten werden.

Nachdem ich diesen Verstärker gesehen habe, glaube ich ihm aufs Wort. Schraubt man, wie wir in unserem Labor, einen RG 14 auf, kommt eine blitzsaubere Leiterplatine mit ausgesuchten Bauteilen der Spitzenklasse zum Vorschein. Jede Kabelverbindung wurde massiv und oftmals mit vergoldeten Masseblöcken ausgelegt. Kurze Signalwege zwischen einzelnen Baugruppen und Dämpfungs-Elemente auf vielen Bauteilen fallen direkt auf. Warum diese vielen aufgeklebten Gummiplättchen im RG 14 zu finden sind, erklärt Rolf Gemein immer wieder gerne. Denn seine Passion im Verstärkerbau ist das Aufspüren von störenden Resonanzen, die er ganz gezielt bekämpft. Die Kunst dabei ist offensichtlich die Dosierung der Maßnahmen: nicht zu viel und nicht zu wenig.

Überhaupt: Rolf Gemein ist ein Fan der Detailarbeit, jedes noch so kleine Bauteil wird akribisch auf seine Klangeigenschaften überprüft und gezielt eingesetzt. Im Falle der Netzteil-Kondensatoren handelt es sich um Sonderanfertigungen - die Standardware war Rolf Gemein nicht gut genug. 30 Jahre Erfahrung und Erkenntnis über klangliche Eigenschaften von Bauteilen stecken im RG 14; wie ein routinierter 5-Sterne-Koch hat Rolf Gemein aus vielen Zutaten ein ganz besonderes Gericht kredenzt.

Labor und Hörtest: Satte Leistung von knapp 2 x 170 Watt an 4 Ohm liefert der RG 14 im Messlabor. Rauschen, Verzerrungen Dämpfungsfaktor alles mehr als O.K., wenn auch nicht gerade sensationell gut. "Warum?", fragten wir Rolf Gemein. Dieser Verstärker ist nicht auf emotionslose Messtechnik getrimmt, sondern auf Musik: "Messwerte sind blanke Zahlen, was zählt ist die Musik." Im Hörraum haben wir dem RG 14 eine ordentliche Warmlaufphase gegönnt, Spielpartner waren Standlautsprecher KEF XQ40 und ein CD-Player audiolab 8200CD. Als Einstieg in die Klangwelt vom RG 14 wählte ich die Live-Aufnahme von Max Raabe "Heute Nacht oder nie - Live in Berlin" aus, bei der er zusammen mit dem sensationell guten Bariton Thomas Quasthoff das alte Lied "In einem kühlen Grunde" zum Besten gibt. Was soll ich sagen? Das zweistimmig vorgetragene Lied hat mich emotionell ergriffen. Mit allen Nuancen und einer außerordentlich guten Micro-Dynamik hat der RG 14 die beiden Ausnahmekünstler auf eine Ebene übertragen, die sich kaum mit Begriffen wie Tona-lität, Phasenlage oder Verzerrungsfreiheit beschreiben lässt. Aus irgendeinem Grunde geht die Stimmwiedergabe beim RG14 unter die Haut, ins Rückenmark, ins Herz oder gar in die Seele. Es stimmt einfach alles, es klingt nicht eckig, nicht weich, nicht angestrengt, nicht vordergründig und schon gar nicht weichgebügelt. Die Musik ertönt so, wie man Musik erwarten würde: direkt, ehrlich, natürlich und packend. Einen Verstärker höre ich nicht heraus, er ist einfach akustisch nicht da! Wer nun denkt, dass der RG 14 nur was für Schöngeister wäre, hat sich getäuscht, denn knallharte Rockmusik wie "Guano Apes" bringen den RG 14 nicht aus der Ruhe. Er lässt es krachen und drückt im Bass -weil es exakt so auf der Aufnahme ist. Ich weiß, wie diese Scheibe klingt, denn das Original der Mehrspuraufnahme habe ich in den Galaxy-Studios direkt im Aufnahmestudio der "Guano Apes" hören dürfen.

Fazit: Unter Hunderten Verstärkern, die ich in 20 Jahren ausgiebig getestet habe, sind mir einige ans Herz gewachsen. Beim Symphonie Line RG 14 ist es Liebe auf den ersten Blick, kein anderer Verstärker hat mir so unvermittelt Freude beim Musikhören vermittelt. Ein Klang, der unter die Haut und in den Bauch geht, der Herz und Seele gleichermaßen berührt. Zielsicher und ungemein locker spielt der RG 14, er klingt weiter als andere Verstärker und entlockt jeder guten Aufnahme die wahre Musikalität. Rund 30 Jahre Detailarbeit stecken in dem handgefertigten Vollverstärker, und das Ergebnis von Rolf Gemeins beharrlicher Arbeit spricht für sich. Der Symphonie Line RG 14 spielt sich locker an die Spitze unserer Referenzklasse und ist ab sofort das Referenzgerät der Redaktion!

Michael Voigt

Symphonic Line: Hifitest, RG14 Referenzklasse, hervorragend, eins plus, 1+
Auszug: HifiTest
Audio Review 11/2011 (italienisch)

Amplificatore Integrato, Symphonic Line RG 10 MK 4, Selected Edition

Symphonic Line: Presse, Testbericht RG10 MK4 Reference, Audio Review Nr. 327

Hinweis: Diesen Testbericht können Sie sich komplett als PDF-Download herunterladen.
23/02/2012  i-fidelity.net

Symphonic Line: neue Elektronik-Komponenten

Bei den Norddeutschen HiFi-Tagen, die Anfang des Monats in Hamburg stattfanden, präsentierte Rolf Gemein von Symphonic Line neue Elektronik-Komponenten und begeisterte die Besucher mit seiner Vorführung.Bei dieser Ausstellung spielte Rolf Gemein die große Symphonic Line Class-A-Vorstufe RG 3 mit dem brandneuen Reference-Netzteil. Es verfügt über zwei Mumetall-Transformatoren mit je 300 VA.

Schlichte Optik, dafür überragende dreidimensionale und packende Musikwiedergabe reklamiert Rolf Gemein für die Vorstufe RG2 MK 4 Reference Edition mit Phonostufe MM/MC und für die Endstufe RG7 MK4 (großes Bild). Die Vorstufe kostet 7.300 Euro, die Endstufe ist für 7.700 Euro zu haben.

Image Hifi: 04/2012               Autor: Josef Bruckmoser              Fotografie: Rolf Winter

Reif für Sarastros Tempel

Symphonic Line: Testbericht, Image Hifi, Endverstärker RG 7 Mk 4

Rolf Gemein erfindet seine Verstärker nicht jedes Jahr neu. Die Stereo Endstufe RG 7 zeugt in ihrer vierten Entwicklungsstufe von Erfahrung und Reife.

 

Die Zauberflöte unter Nikolaus Harnoncourt könnte ein Höhepunkt der Salzburger Festspiele 2012 werden. Kein Wunder, dass alle Vorstellungen bereits seit April ausverkauft sind. Es bleibt mir also vorerst nichts anderes übrig, als alte Vinyl-Schätze hervorzukramen und zu hören, wie der Symphonic Line RG 7 MK 4 damit umzugehen versteht.

Um Sie nicht lange auf die Folter zu spannen: Der versteht das, wie nicht anders erwartet, ausgezeichnet. Auf dem Plattenteller haben wir der Endstufe aus deutschem Hause eine klassische österreichische Melange serviert. Kein geringerer als Karl Böhm dirigiert auf Decca SX 21173-M aus dem Jahr 1960 die Wiener Philharmoniker. Walter Berry gibt den Papageno. Und in den Hörnotizen stehen als erste Begriffe Timbre und Farbe.

Symphonic Line: Test, Endverstärker RG 7 MK 4
Die acht Dioden oben im Bild gibt es in der Version MK IV in neuer Qualität. In der Mitte ist am Boden der Endstufe die quer über die ganze Platine verlaufende Masseschiene zu sehen.

 

Beim RG 7 MK 4 ist Tamino so ernst, wie es seiner Lage entspricht, und Papageno so vorwitzig, wie es ihm zwar nicht gebührt, wie der unbedarfte Kerl sich aber lustvoll gibt. Feinsinnig lässt der Verstärker in der Stimme von Tamino - "Soll die Empfindung Liebe sein?" - die inneren Zweifel mitschwingen. Genauso naiv und tollpatschig, wie es Mozart und sein Librettist wohl gemeint haben, hört sich die Frage des Papageno an: "Was werden wir nun sprechen?" Wuchtig hallt ihm aus dem Chor die Antwort entgegen: "Die Wahrheit."

Sich wahrheitsgemäß über die vierte Inkarnation des Verstärkers von Rolf Gemein zu äußern, fällt nicht schwer. Wo andere eine Bauteile-Orgie veranstalten und zig Kilogramm Gerät auf die Waage bringen, baut der Entwickler aus Duisburg in ein kompaktes Gehäuse alles ein, was eine gute Endstufe braucht. "Eines meiner Ziele ist, die Signalwege noch kürzer zu machen. Dadurch sind die Platinen immer kleiner geworden", sagt Gemein.

Ganz oben in der Hierarchie der Entwicklungsziele steht das Einschwingen der Töne. "Eine Schaltung kann zu langsam sein, sie kann aber auch zu schnell sein", betont der erfahrene Entwickler, der eine Bandbreite von einem Megaherz nicht ohne Weiteres als Qualitätskriterium gelten lässt. Zwei bis 500000 Herz stehen im Datenblatt des RG 7, die zweimal 140 Watt Sinus an acht Ohm werden mit einem Dämpfungsfaktor von 800 und einer Anstiegszeit von 0,8 Mikrosekunden an die Lautsprecherklemmen geliefert. Wer über kurz oder lang mehr Leistung möchte, kann die RG 7 auf eine Monoendstufe RG 4 aufrüsten. Und für einen noch höheren Class-A-Anteil gibt es die Reference-Version.

"Entscheidend ist, dass die Einschwingvorgänge nicht mehr wahrnehmbar sind. Wenn ein Saxofonist einen Ton anbläst, dann ist der in diesem Moment da. Es ist kein Einschwingen hörbar, und der Grund- und Obertonbereich stützen einander gegenseitig", sagt Gemein. "Die Liebe ist's allein", heißt es in der Zauberflöte. Beim RG 7 könnte dieses Zitat lauten: "Die Stimme ist's allein." Nicht, dass dieser Verstärker nicht die anderen Disziplinen, die Instrumente, auch beherrschte. Aber das Qualitätskriterium Stimme hat hier offenbar als leitendes Entwicklungs-prinzip Pate gestanden.

Das Gespräch kommt auf den Sänger Fritz Wunderlich (1930-1966). Bei dem sei der Übergang von der Bruststimme zur Kopfstimme perfekt gewesen. Genau diese Kunst müsse auch ein Verstärker beherrschen.

"Da kann man sich messtechnisch annähern, aber am Ende kann nur der Meister einen Bösendorfer-Flügel stimmen" sagt Rolf Gemein. "Mein Großvater gab Gesangsunterricht. Da bin ich oft dabeigestanden und habe eine Art Hellhörigkeit mitbekommen. Ich weiß, wie ein Ton einschwingen muss. Wir reagieren darauf so sensibel, weil wir genetisch programmiert sind. Es war für unsere Vorfahren sehr wichtig, dass sie einen Ton genau orten konnten, um zu wissen, woher Gefahr drohte."

Aber hören wir wieder selbst hinein. Die beiden CDs von Christian Muthspiel mit seiner Yodel Group geben ein treffliches Material für die Frage ab, wie nahtlos die Übergänge sind, von den klassischen Jodler-Anklängen in die jazzige Improvisation und umgekehrt. In der neueren Aufnahme huljo (www.materialre-cords.com) sind diese unvermittelten Wechsel zwischen den Genres und der Stimmung noch auffallender als in may. Der RG 7 MK 4 zeichnet die schnellen Wechsel von Tempo, Timbre und Farben ohne jede Verzögerung nach. In den Hörnotizen steht "trägheitslos". Das Wort Beschleunigung ist diesem Verstärker unbekannt, weil er die zugeführte Energie nicht nach und nach, sondern sofort in den entsprechenden Ton umsetzt.

Der Unterschied, der hier hörbar wird, ist erst seit Kurzem in der Automobilwelt ähnlich erfahrbar. Ein Benzinmotor mit einem mäßigen Drehmoment beschleunigt entsprechend langsam. Dagegen wird der Fahrer bei dem auf die Spitze getriebenen Tesla Roadster mit Elektrodrive regelrecht in den Sitz gedrückt, weil das Ding derart ansatzlos wegzieht. Der zweisitzige Sportwagen wird von einem 215 kW (288 PS) starken Elektromotor im Heck angetrieben, bei dem - und das ist der Clou - das maximale Drehmoment von 370 Nm nicht irgendwann einsetzt. Es liegt vielmehr bei Drehzahlen von 0 bis 5400/min an. Dieses Drehmoment muss nicht erst einmal erreicht werden, es ist von Null weg da.

Symphonic Line: Testbericht, Image Hifi, Endverstärker RG 7 MK 4, Innenansicht
Die für einen Verstärker vergleichsweise kräftig ausgelegten Kabel sind mit WBT-Platinenklemmen festgezurrt. Die Platinen aus dickem Epoxydharz sind hoch aufgekupfert.

 

Ganz ähnlich ansatzlos tritt der RG 7 an. Vieles davon lässt sich mit den vielen Detail-verbesserungen erklären, die Rolf Gemein der MK-4-Version seines Verstärkers mitgegeben hat. Angefangen von den neuen Treibertransistoren und den zusätzlichen Kühlkörpern für die Treiberstufe über neue Netzteilkondensatoren und Netzteildioden bis zu dem, was Rolf Gemein RMA nennt: die Resonanzmusterabstimmung. "Das harmonische Zusammenspiel muss nicht nur für alle Frequenzen gelten,sondern auch für alle mechanischen Teile." Es gehe dabei um die Geschwindigkeit von Resonanzen an der Oberfläche, um die Mikrofonie und um Speichereffekte. Haptisch ist das Gerät jedenfalls eine reine Freude. Vom Gehäuse selbst angefangen bis zu den massiven Platinenklemmen von WBT für das ebenso massive Reference-Kabel von Symphonic Line wirkt alles felsenfest miteinander verbunden und verzurrt. Das ist deutsches Handwerk auf höchstem Niveau.

Der Chef von Symphonic Line scheut sich nicht, dabei auch auf Gedanken und Hilfsmittel zurückzugreifen, die andere wohl schon in den Bereich von Voodoo verbannen würden. Rolf Gemein hat sich mit Feng-Shui auseinandergesetzt. Das ist äußerlich an dem Firmenetikett erkennbar, das auf den ersten Blick überraschend bunt ausschaut, sich aber bei näherer Erläuterung sehr schlüssig darstellt (Siehe Bild unten).Grün, gelb, rot und orange stehen nach Feng-Shui für Lebendigkeit, für innere und äußere Emotion sowie für kognitive Vorgänge. Ganz nach der Intention des Erfinders fügt sich das alles so zusammen, dass die zunächst grell gemixt erscheinenden Farben ein angenehmes Gefühl vermitteln, ein Wohlgefühl, weil die Sinne angesprochen werden und alle Ebenen, die emotionale genauso wie die intellektuelle.

Darüber hinaus werden einzelne Bauteile mit dem C-37-Lack von Dieter Ennemoser bestrichen. Da kommt ein Tupfer auf einen Kondensator oder ein Potentiometer, da werden Spulen ganz in der Essenz getränkt. Mehr wird über die Anwendung dieses Lacks, von dem 100 Milliliter mit 250 Euro zu Buche schlagen, bewusst nicht verraten. C steht bei dem Tiroler Geigenbauer Ennemoser für Kohlenstoff und 37 für die menschliche Körpertemperatur. Wie weit das mit den Tönen und mit dem Hören harmoniert, sei an dieser Stelle dahingestellt. Höreindrücke sind letztlich auch ein subjektives Ereignis. Erst kürzlich wurde eine wissenschaftliche Studie über den Klang von Geigen präsentiert. Demnach hätten Profimusiker im Blindtest keineswegs die Stradivari als bestes Instrument eingestuft, sondern eine Geige aus heutiger Produktion.Die Theorie hinter der C-37-Tinktur, die sich an Baustoffe des menschlichen Körpers und an dessen Temperatur anlehnt, trifft sich jedenfalls mit einer durchaus plausiblen Aussage von Rolf Gemein: Der Mensch hört nicht nur mit den Ohren, sondern mit seinem ganzen Körper. Das ist nachvollziehbar, weil jeder selbst die Probe aufs Exempel mit einem Kopfhörer machen kann. Auf den Punkt gebracht: Mein subjektiver Eindruck beim Hören mit Kopfhörer ist der, dass mir etwas fehlt. Seit dem Gespräch mit Rolf Gemein leuchtet mir das, was ich bisher nur als Empfindung wiedergeben konnte, auch rational ein. Die Musik muss mit ihrer Schwingung den ganzen Körper erreichen. Dann kann sie ans Herz gehen. Sonst bleibt sie im Ohr hängen.

Es ist immer wieder dieses Gefühl, ganz dabei zu sein, das der Symphonic Line vermittelt. Nicht zuletzt deshalb, weil er so sorgsam und individuell mit den einzelnen Teilen des musikalischen Geschehens umgeht, ohne den Zusammenhang aus dem Auge zu verlieren. Um nicht missverstanden zu werden: Der RG 7 MK 4 ist nicht einer von der Sorte, die beim Hören ständige Aha-Erlebnisse vermitteln, nach dem Motto, dieses Detail habe ich auf dieser CD noch nie gehört. Das kommt auch vor, und da steht dann in den Notizen "die Schellen habe ich so noch nie gehört". Aber es ist ein willkommener Nebeneffekt, nicht die Hauptsache.

Symphonic Line: Endverstärker RG 7 MK 4, Innenansicht
Der Doppelmono-Aufbau ist konsequent von den Transformatoren weg ausgeführt- Die beiden Trafos mit 350 VA sitzen übereinander und sind vergossen. Die Kondensatoren links und rechts davon sind so ausgewählt, dass sie über alle Frequenzen die gleiche Energie abgeben.

 

Die Hauptsache ist, wie diese Endstufe etwa mit der Stimme von Mercedes Sosa umgeht, wie filigran und beinahe zerbrechlich dieses Organ zeitweise klingen kann. Und wie unberührt davon, wie unbeeinflusst und selbstständig sich dahinter der Chor aufbaut, weit in die Tiefe, "wie in ein tiefschwarzes Universum hinein". Da wird nichts verwischt, wenn vieles gleichzeitig und nebeneinander auf einer Bühne stattfindet. Da behält jede Stimme und jedes Instrument seinen Eigenwert, seinen Platz, seine Wertschätzung.

Und das nicht nur bei HiFi-gerechter Lautstärke, sondern auch, wenn die Vorstufe nur den Pegel für abendliche Zimmerlautstärke liefert. Da passiert es ja oft genug, dass das Klangbild ein wenig zusammenfällt, dass es schmal wird, dass es seine Ecken und Kanten verliert. Nicht so beim Symphonic Line. Hier kommt nie der drängende Wunsch auf, den Lautstärkeregler weiter im Uhrzeigersinn zu drehen, weil schlicht und einfach auch bei geringerem Pegel nichts Wesentliches fehlt. Sogar der künstliche Hall, in den die Stimme von Mercedes Sosa gehüllt ist, bleibt erhalten.

Symphonic Line: Treiberplatine, Endverstärker RG 7 MK 4
Die grüne Treiberplatine wurde in der Version MK 4 mit einem Kühlkörper (im Bild unten) versehen. Die Endtransistoren kommen in der aktuellen Ausgabe des Endstufen-Klassikers von Toshiba.

Auf dem Kuzma Reference dreht sich eine Aufnahme mit den beiden Top-Pianisten Herbie Hancock und Chick Corea aus dem Jahr 1978. Ein Mitbringsel aus Zürich, wo es sich immer lohnt, im Antiquariat im Seefeld ein wenig zu stöbern: sei es bei den "Leckerli" im Hauptgeschäft, bei denen eine offenbar wissende Hand die Preispickerl beschriftet, oder im Keller, wo der Kunde selbst in unsortierten Schachteln - "alles vier Euro" - wühlen kann. Die Mitschnitte auf dieser Platte (CBS 88329) stammen aus dem Mesonic Auditorium in San Francisco, dem Dorothy Chandler Pavilion in Los Angeles und der Golden Hall in San Diego. Das Ziel war laut Produzent, "den Geist und die Integrität des aktuellen Konzerts einzufangen" ohne Komprimierung oder Enhancement, möglichst in direct-to-disc-Qualität.

Die beiden Klaviere sind sehr nahe aufgenommen, manchmal würde man sich etwas mehr Konzertraum wünschen, der dann auch hörbar wird, wenn geklatscht wird. Aber die sehr direkte Aufnahme der Flügel erbringt den Nachweis, dass dem Symphonic Line eines ganz, ganz fremd ist: unnatürliche Härte oder Aggressivität. In manchen Testberichten wurde als Kehrseite dieser Medaille eine etwas zurückhaltende Höhenwiedergabe angemerkt. Für meinen Fall kann ich sagen, dass der RG 7 mit der Inverskalotte der Lautsprecher von Trenner & Friedl eine ideale Harmonie eingegangen ist. Dieser Tweeter aus französischer Produktion löst extrem gut auf. Die deutsche Endstufe hat damit in den hohen und höchsten Regionen eine stets präsente Strahlkraft entfaltet. Ob es die Trompete von Miles Davis auf dem Klassiker "In A Silent Way" (CBS 450982 2) war oder ob Flügelhorn, Klarinette und Posaune auf der erwähnten Muthspiel-Yodel-CD aufgespielt haben: Es war schlichtweg schön zuzuhören, ohne dass etwas geschönt worden wäre.

Richtig ist, dass der Symphonic Line ein Meister der tiefen, der tragenden Töne ist. Hier hat sich tatsächlich fallweise das Aha-Erlebnis eingestellt, dass es im Bass noch ein wenig tiefer und kräftiger geht als den Endstufen, die in diesem Test als Referenz dienten. Den Beweis lieferte der gezupfte Bass in einem Intro auf Patricia Barbers companion (Blue note 72435-22963-23). An dieser Stelle der Liveaufnahme aus dem Jazzclub Green Mill in Chicago habe ich bei der Referenz und bei anderer Elektronik immer wieder mal die Lautstärke ein wenig nachgeführt, bis das Klavier einsetzt. Beim Symphonic Line gab es dieses Bedürfnis nicht. Der Bass von Michael Arnopol stand strukturiert und greifbar im Raum.

Symphonic Line: Hersteller-Etikett gestaltet nach Feng-Shui
Nach Feng-Shui ist das Hersteller-Etikett an der Rückwand gestaltet: Grün steht für Lebendigkeit, gelb für kognitive Prozesse. Die rote Umrandung zielt auf die inneren Emotionen, das Herzensfeuer auf die nach außen gerichtete Emotionalität.

In diesem Verstärker steckt viel Philosophie. Ob man sich damit anfreunden will, kann jeder selbst entscheiden. Wirklich entscheidend ist, dass die technischen Parameter nicht unter irgendeinem gedanklichen Überbau leiden. Was letztlich auf das Konto der Aura geht, an deren Weiterentwicklung Rolf Gemein nach eigenen Worten ar-( beitet, mag offen bleiben. Ganz ohne Abstriche wird man dem Duisburger Entwickler eine hohe Wahrnehmungs-fähigkeit und ein ebensolches Hörempfinden bescheinigen können.

Die Einschaltverzögerung ist eines der Details, die zeigen, wie durchdacht und gereift diese Endstufe ist. Das geradlinige Design hat aus Sicht des Meisters auf der edlen Frontplatte neben dem eingravierten Schriftzug keinen Schalter zugelassen. Also heißt es, nach hinten greifen, was angesichts der geringen Bautiefe nicht schwerfällt. Schwächen beim "Kaltstart" ließ der RG 7 nicht erkennen. Es dauert bei dieser Endstufe
trotz des hohen Class-A-Anteils einige Zeit, bis sie spürbar warm wird. Aber der Hörgenuss ist von Anfang an da.

Wer Mozarts Zauberflöte als Parabel für die Reifung und Reife eines Menschen oder der Menschheit verstehen will, der kann die Geschichte des Hifi-Entwicklers und Stimmenliebhabers Rolf Gemein als Parabel für die Reifung und Reife einer Persönlichkeit und ihres Produkts verstehen.Die Prüfung tür den Eintritt in Sarastros Tempel besteht der RG 7 MK 4 ohne jeden Tadel. Er sagt die Wahrheit, ohne dass er sie dem Hörer um die Ohren haut. "Sein Herz ist rein", singt dazu der Chor der Priester in der Zauberflöte.

10/2012 remusic / Italien
The Symphonic Line is simply phenomenal, the more is the efficiency of the speaker system, the more it feels at ease.                                   Giuseppe Trotto

Symphonic Line: Endverstärker RG7 MK4

If I should describe the Symphonic Line RG7 MK4 power amp using a simple concept, I could do it with an oxymoron: bad to doing good.

I say that, because the tested power amp has the strength of master and tame all the speakers with an high complexity factor, treating them badly to the marrow. This amp is also able to keep out the essence, the musically edible part hidden behind every sound cortex, although apparently impenetrable.

The Symphonic Line is simply phenomenal, the more is the efficiency of the speaker system, the more it feels at ease.

The high efficiency? Kryptonite!

I have matched it with a pair of Klipsch Heresy II series loudspeakers: the sound seemed coming out from a radio of the ‘40s, not even well tuned.

My trying to understand the phenomenon has taken into account the fact that tough power amps, Mark Levinson 334 above all, can give great performances also in synergy with speakers which sensitiveness is higher than 95 dB.

Clearly, the solution of the enigma had to be find in the technical specifications.

The busy Editor Castelli came to my aid suggesting to pay particular attention to the damping factor, and told me that in an old system he had in the past, he could easily handle a pair of electrostatic panels with a Symphonic Line amp.

Actually, the RG7 power amp presents a Dampfungs faktor equal to 800.

This value means that our machine works with a very low output impedance, around 0,01 ohms: and from here comes the incomparable driving ability. We are in front of a declared listening philosophy that makes peculiar the brand from Duisburg: there are no cones that can make head in absolute manner, but you have to make them vibrate in the correct way. To the damping factor has to be added a rise time of 0,8 micro seconds, which is pure sap for the loudspeakers.

Rolf Gemein, founder and Symphonic Line’s plenipotentiary, is at the fourth version of this amp; for sure the most mature. All his electronics are handmade in Germany and any aspect of the development is not casual. The size of the RG7 are anomalous. The power amp has not any extension in depth, but is a compact body which lack of end is compensated by a greater height. It shows an extraordinary massive structure, with a 5 mm cabinet and a 8 mm mirrored front fascia on which is discretely printed the company logo. No leds, no buttons or switches: the switching on is on the back panel, in the middle, supportive of the IEC mains input, with a red LED that informs if the unity is working. There are two reasons for this physical/dimensional option. The first one coincides with the need of an easier transport of about thirty kilos of weight; the second is making the signal path the shortest possible.

The inside leaves breathless. The symmetry is total, the logistic is witty and functional, as required for a dual mono circuit. In the middle, imposing, reign two 350 VA tower toroidal transformers, well shielded and dampening. On the left, as on the right, are two batteries with five filter capacitors each, selected to emit the same energy in all the frequencies. Altogether they are able of developing 130.000 mF of capacity: strong point!

Everything is excellence within the Symphonic Line and many are the innovations. Not fewer than eight diodes per channel, FET for the input stage, looking for a high impedance, while the power transistors are bipolar and all marked Toshiba. The printed circuits are made of epoxy resin of high thickness and the heat sinks have been reinforced. The reference inner wiring, made by Symphonic Line, is of wide section, with the ends fixed by platinum clamps, and in platinum are also the WBT speakers terminals, which offer a strong and safe closing. The input are only RCA.

We are in front of a very high level German craft.

By deepening the knowing of this fantastic electronic, you are pervaded by a deep feeling of harmony. The designer himself declares that the harmonic interaction is not applied only to the frequencies, but also to the mechanical parts. The resonance speed of all the parts through which the signal flows, from the mic to the components, has to be harmonized to avoid a proportional decay of the listening pleasure. This is thought, meditation, impulse, hearth, not just engineering. Gemein intends to interact with the music and the instruments for its reproduction, not only through the ear, but with mind, soul, with the entire person, in the pursuit of the enchantment and the lasting vibrations. If he feels joy, he can make the others happy. Very often a new material, a transistor or a capacitor, make it a pole of attraction to an evolution that can, in turn, develop the hearing and the sensitiveness of the nervous system. These are the reasons why, also after twenty years, the devices can be updated and brought to a superior category.

One of the main aims of the evolution is reaching the tonal balance. A circuit can be very slow, or too fast: both the extremes are negative. Also a band width equal to one megahertz is not an index of quality. One of the fundamental attributes that feed the virtue of an electronic is the imperceptibility of the transients on the part of who is listening. The transit from one harmonic state to another should not be detectable.

I have had this feeling. I had promised to make feel at ease the Symphonic Line, so I started my test with a “German” record: I wonder why by Wolfgang Bernreuther, an LP realized by Clearaudio in 2003. It is an atypical work as far the artists are concerned. In bewilderment you see that a Teutonic guitarist can compose a blues masterpiece that seems to be born from the Mississippi delta bowels. The first notes of Crossroads, by Robert Johnson, are upsetting. His voice is intact, full, dense, authentic, without echoes, without anticipations. Every touch of the strings, every breath into the saxophone, comes to life in the exact moment of its creation, and it never passes the space/time borders of its natural dimension. The passage to the relaxed harmonies of Fire and rain by James Taylor, to the vivacity of The sky is crying by Elmore James, is perfect. A great amplifier, to be considered so, has to impose itself as a dominator and undisputed master of the art, or of the artistic content of the musical support. The power of the Symphonic Line is concentrated in the dexterity of keeping the reproduction inertia, also in presence of sharp changes of rhythm, timbre and colour. Ours does not yield to delays or quickening, but gives energy in constant structure, never in progressive or decaying way, but punctually reactive to the tone.

These features emerge more evident when on the platter plays Songs for Drella, LP, Sire Records, 1990, a work that the friends/rivals Lou Reed and John Cale dedicated to the memory of their mentor Andy Warhol. Here you get aware of the intrinsic meaning of the dynamic concept, which intensity does not come from a primitive and deceptive measurements in decibels, but from an interactive and vital relationship among the constituent elements of the sound message, that is silent background and instruments, voice included. Focus yourselves on this task, try to follow the paths of the insane vocalizes of the two artists, and the feud between the learned afflatus of a viola got crazy by electricity and the lyricism against the submitted candour of the guitars, exteriorly tame but wild under the skin. You will exactly understand what I mean speaking of transients and dynamicity. Every vocal and instrumental emission, the obscure depth of the silent background, have their own intrinsic value, their place, their appreciation. A Fender will play as a Fender, a Steinway as a Steinway, a Stradivari as a Stradivari: this is how it has to be.

If what I said before is not enough, there are two other aspects that cast the Symphonic Line RG7 MK4 on the level of absolute, of transcendence.

The good Rolf has applied to his creature the Feng Shui theory, which attributes to the vivacity of the green, yellow, red and orange colours, a positive incidence on emotions and on cognitive processes. In front of mixed bright colours, you feel a sense of well-being, because the senses are stimulated from the emotional and intellectual point of view. An emblem are the manufacturer’s labels, which show up on the back panel surface and on the transformers top.

The Symphonic Line’s philosopher aura has been enhanced by deploying the virtues of the C37 lacquer by Dieter Ennemoser, with the single components of the amplifier - capacitors, resistances and coils- have been impregnated which. At the basis of this compound, acronym of carbon-37, is founded a theory that is inspired by the essence of the human body and its temperature, in strict relation with the organic matter that presents a similar chemical composition. According to the Tyrolese lutist, unfortunately passed away, when you use the product you create a firm harmonic relation between the treated subject and the individual, which are put on a kind of vibratile communication. Granted that the human sensations are not universal, a recent study on violins has demonstrated the efficacy of the C37 theory. A professional musician in a blind test has classified as winner not a Stradivari, but a recent lacquered Ennemoser violin. I have a bottle of C37 lacquer: some day I will try it.

You cannot state that the RG7 is a trivial common electronic. On the contrary, despite its discrete look, it reveals itself as a magic box. When operational, you feel like making louder, although it does not loose its essence with very low volumes too. I have had the felling of catching also the natural reverberations of the sounds, as the instruments were structured and tangible in the room.

Masterly is the proposition of the low frequencies, with a depth beyond nature. As a reference are to be considered the mid-high, so strong, present, never aggressive. This device, with a power of 140 W at 8 ohms, in AB class, has a strong personality and gives sound performances of gold quality. It puts at disposal elements of study and speculation from philosophy to pure technique, with a marked esoteric nobility. To appreciate it entirely you have to remove every mind superstructure conditioned by specifications and electric parameters, which are unfamiliar to other homologous electronics of the same level.

The Symphonic Line “is” one of few amplifiers I know capable of affecting the listener culturally, contributing to the supply of all the analysis and comprehension keys of the phenomenon known as music listening.

I have no doubts: Spark in the Dark!

Official technical specifications:

Power rating: 2x140W sinus at 8ohms, 2x250W sinus at 4ohms, 2x330W sinus at 2ohms

Currency: 60A per channel

Damping factor: over 800

Input impedance: 1V at 1OKohm

Dimensions: 450x150x210mm (WxHxD)

Weight: ca. 28kg

Finish: chrome or aluminium black/silver

Distortion: not audible

Frequency range: 2Hz-400kHz

Slew rate/speed: 80Vµsec

Note: on complex demands, electrostatic loudspeakers and loudspeakers which demand low impedances, stable down to 1ohm

Official Italian dealer: to Il tempio Esoterico website

Official current price in Italy: 7,500.00 EUR

Associated equipment: to Giuseppe "MinGius" Trotto system

ars! music     Herbst 2013
Wir gratulieren! Klangträume: Auszeichnung fürs Lebenswerk
Rolf Gemein - ein HiFi-Urgestein. Das reimt sich nicht nur, sondern kennzeichnet auch den Mann, der in Duisburg seine Manufaktur Symphonic Line in 34 Jahren zu einer festen Größe im High End, der obersten Etage der Musikwiedergabe, ausgebaut hat. Die Wünsche seiner Kunden haben ihn längst zum Vollsortimenter werden lassen: Von CD-und Plattenspieler bis zum Lautsprecher kann er komplette Hi-Fi-Ketten aus einer Hand anbieten, mehr noch: aus einem Hand-Werk. Besonders bekannt ist er aber für seine Verstärker, die Vermittler zwischen den zarten elektrischen Signalen der Musik-Quellen und der gegebenenfalls brachialen Darbietung der Lautsprecher. Da geht es nicht um Manipulation, sondern um klangliche Wahrheit.
08/2013 stereoplay

Test & Technik Test: Jürgen Schröder (Auszüge) 

Vollverstärker-Spezial      

Symphonic Line RG 14 Edition

Gäbe es eine Liste mit weltweiten Vollverstärker-Klassikern, wäre der Name Symphonic Line definitiv dabei. Über Jahrzehnte hinweg haben sich die Amps des Duisburger HiFi-Spezialisten auch international einen exzellenten Ruf für ihre besonders musikalische Reproduktion erworben - und genau darum geht es ihrem Schöpfer Rolf Gemein.

Symphonic Line: Vollverstärker RG 14 Edition

Statt jedem neuen Technik-Trend hinterherzulaufen, setzt Gemein lieber auf konsequente Detailverbesserungen seiner ausgereiften Basiskonstruktionen. Daher ist es möglich, selbst betagte Symphonic-Line-Geräte per Hardware-Update auf den allerneusten Stand zu bringen. So ist denn auch der hier vorgestellte RG 14 Edition, eine Weiterentwicklung des schon seit vielen Jahren erhältlichen RG 14. Bestückt mit einem größeren, nunmehr 430 VA starken Ringkerntrafo, den Gemein eigens für sich fertigen lässt, hat der Edition nicht nur einige Watt mehr auf den Kühlrippen: Vielmehr verkapselt sich der Umspanner auch besonders störfeldarm in einem sündhaft teuren Mu-Metall-Becher. Davon profitiert speziell das aufwendige Phono-Abteil mit seinen empfindlichen Signalströmen: ImRG 14 Edition ist es sogar MC-tauglich und kann direkt mit entsprechenden Tonabnehmern zusammenarbeiten.

...und genau hier zeigte der RG 14 Edition im Hörtest seine starke Seite: Seine Domäne waren ganz klar prächtige Klangfarben. Ihm gelang es, die „Tonschatullen“ mit Inhalt zu füllen, wie man das eigentlich nur von richtig teuren Superverstärkern kennt.
So zauberte er der akustischen Gitarre beim zauberhaften Song „Provider“ von N.E.R.D einen fantastischen „Body“, so dass man ihr Holz schon beinahe riechen konnte.

Ein Amp fürs Leben eben.

Bewertung:

Zeitlos ästhetischer, liebevoll erarbeiteter Vollverstärker mit klassischer Technik, der durch individuelle, resonanzdämpfende Klangtuning-Maßnahmen mit zauberhaften Klangfarben und musikalisch besonders stimmiger Wiedergabe punktet.

wallstreet journal  13.08.2013

Symphonic Line Mit goldenen Ohren und nach Feng-Shui-Mustern

Duisburg (pts014/13.08.2013/11:20) - Rolf Gemein - ein HiFi-Urgestein. Das reimt sich nicht nur, sondern kennzeichnet auch den Mann, der in Duisburg seine Manufaktur Symphonic Line in 34 Jahren zu einer festen Größe im High End, der obersten Etage der Musikwiedergabe, ausgebaut hat. Die Wünsche seiner Kunden haben ihn längst zum Vollsortimenter werden lassen: Von CD- und Plattenspieler bis zum Lautsprecher kann er komplette HiFi-Ketten aus einer Hand anbieten, mehr noch: aus einem Hand-Werk. Besonders bekannt ist er aber für seine Verstärker, die Vermittler zwischen den zarten elektrischen Signalen der Musik-Quellen und der gegebenenfalls brachialen Darbietung der Lautsprecher. Da geht es nicht um Manipulation, sondern um klangliche Wahrheit.

Besonders der Vollverstärker RG 14 Edition - Rolf Gemein nennt ihn "ein Juwel unter den Verstärkern" - ist mit seinem exzellenten Phonoteil für die Schallplattenliebhaber und wegen seines wundervoll lebendigen Klangbildes hoch angesehen und Arbeitsgerät bei fast allen Fach-Redaktionen der HiFi-Branche - zumal der RG 14 mit seiner 10 Millimeter dicken Frontplatte für die Ewigkeit gebaut zu sein scheint.

Aktuell im Test beim Fachmagazin "stereoplay" ist dem RG 14 Edition gerade die Auszeichnung "Highlight" verliehen worden und wird dort von Symphonic Line als Spende im Wert von 3.800 Euro für die Flutopfer des Frühsommers versteigert. E-Mail: info@symphonic-line.de, http://www.symphonic-line.de

Modellkonstanz gefällt den Kunden

Rolf Gemein und sein Manufaktur waren bereits in 1982 Mitbegründer der HighEnd- Bewegung. Die darauf gründende HighEnd-Messe, die zunächst 20 Jahre in Frankfurt stattfand, nun aber bereits seit 10 Jahren jährlich in München ihre Pforten öffnet, ist inzwischen die weltweit größte Fachmesse für den HiFi-/HighEnd Markt und zuverlässiger Magnet für alle Liebhaber des reinen Musikgenusses.

Sie sind aber auch Teil einer Szene, die den vermeintlichen Notwendigkeiten des Markts erfolgreich widersteht. Während sich die Großen der Branche gegenseitig zu häufigen Modellwechseln zwingen, beziehen viele der Kleinen ihre Existenz aus dem glatten Gegenteil - und die Kundschaft dankt es ihnen. Bei Symphonic Line gibt es auch nach Jahrzehnten noch die zwar optisch gleichen, aber technisch und klanglich erheblich weiterentwickelten Geräte. Zudem wird schon seit 1981 für praktisch alle älteren Geräte der Marke die Aufrüstung auf einen modernen Stand angeboten. Symphonic Line sieht sich damit als Urvater des technischen Upgrades. Mit seiner Einzelstück-Fertigung kann Gemein ohnehin auf jeden Kundenwunsch eingehen. Zu einem Gespräch darüber ist er immer bereit.

Hörerfahrung gilt mehr als Messgeräte

Aber selbst unter seiner Gesinnungsgenossen ist Rolf Gemein ein Mann mit ganz eigenen Ansichten. Sein Qualitätsstreben bis ins kleinste Detail mag auch anderswo wichtigster Antrieb sein. Doch er ist erklärtermaßen Techniker und Philosoph zugleich. Von Kind an mit Musik vertraut, betrachtet er stets die Gesamtheit des Klangs und richtet seine Arbeit inzwischen nach Feng-Shui-Mustern aus. Positiven Schwingungen und negativen Resonanzen misst er große Bedeutung bei: Er fördert die einen und bekämpft die anderen. Viele Bauteile lässt er seit Jahren nach eigenen Spezifikationen fertigen. Als Entwickler ist ihm seine Hörerfahrung mehr wert als die Angaben von Messgeräten. Entscheidendes Kriterium ist für ihn die menschliche Stimme, vor allem der Gesang. Und wenn auch der Firmenname andeutet, dass anspruchsvolle Klassik-Hörer seine liebsten Kunden sind, verlangt er von seiner Hardware die gleiche Hingabe an Jazz, Pop und Rock.

Besonders wichtig ist ihm eine sehr lebendige -lifehaftige- Wiedergabe, die den Anspruch von Rolf Gemein in jeder Beziehung erfüllt: "Die Musik muss beim Kunden zu Hause körperlich greifbar im Raum stehen. Daher berührt Musik, die mit meinen Geräten gehört wird, das Herz." Um das zu erreichen, lässt Symphonic Line seit vielen Jahren wichtige Bauteile nach eigenen Spezifikationen fertigen.

Qualität Rolls-Royce, Preis VW Golf

Die vielen Testsiege und persönlichen Auszeichnungen sind für Rolf Gemein gern gesammelte Trophäen. Er wertet seine Geltung in der Fachpresse der Welt als kaum überraschende Bestätigung für seine "goldenen Ohren". Billig können sein Einkauf und seine minutiöse Handarbeit zwar nicht sein, die Symphonic-Line-Geräte haben Oberklasse-Preise. Doch ihr Schöpfer rückt die Verhältnisse selbstbewusst zurecht: "Fertigung wie früher Rolls-Royce, bezahlen wie für VW Golf."

stereoplay 08/2013
Symphonic Line RG14 Edition

Gäbe es eine Liste mit weltweiten Vollverstärker-Klassikern, wäre der Name Symphonic Line definitiv dabei.Über Jahrzehnte hinweg haben sich die Amps des Duisburger HiFi-Spezialisten auch international einen exzellenten Ruf für ihre besonders musikalische Reproduktion erworben - und genau darum geht es ihrem Schöpfer Rolf Gemein.
Statt jedem neuen Technik-Trend hinterherzulaufen, setzt Gemein lieber auf konsequente Detailverbesserungen seiner ausgereiften Basiskonstruktionen. Daher ist es möglich, selbst betagte Symphonic-Line-Geräte per Hardware-Update auf den allerneusten Stand zu bringen. So ist denn auch der hier vorgestellte RG 14 Edition eine Weiterentwicklung des schon seit vielen Jahren erhältlichen RG 14. Bestückt mit einem größeren, nunmehr 430 VA starken Ringkerntrafo, den Gemein eigens für sich fertigen lässt, hat der Edition nicht nur einige Watt mehr auf den Kühlrippen: Vielmehr verkapselt sich der Umspanner auch besonders störfeldarm in einem sündhaft teuren Mu-Metall-Becher. Davon profitiert speziell das aufwendige Phono-Ab-teil mit seinen empfindlichen Signalströmen: Im RG 14 Edition ist es sogar MC-tauglich und kann direkt mit entsprechenden Tonabnehmern zusammenarbeiten.
Weiterhin zeichnet sich der RG 14 Edition durch sein motorbetriebenes ALPS-Potentiometer aus der blauen Serie aus, sodass die Lautstärke-Einstellung auch per Fernbedienung erfolgen kann. Für die Signalleitungen zum Vorverstärkerteil verwendet Gemein ein hauseigenes Koaxialkabel mit allerbestem Dielektrikum zwischen den Leitern.
Egal, ob das robuste Stahlblechgehäuse, die 10 Millimeter dicke, gravierte Frontplatte, die satt laufenden und rastenden Bedienelemente oder auch der blitzsaubere Innenaufbau, beim Symphonic Line spürt man überall, dass es sich um ein Manufakturprodukt handelt. Die verlangten 3800 Euro sind geradezu ein Kampfpreis.

Klangfarben-Künstler

Auch bei schon recht guten Verstärkern kann man bisweilen feststellen, dass sie zwar dynamisch bewegt spielen und die Konturen von Schallquellen gut nachzeichnen, den eigentlichen ,,Klang" innerhalb dieser akustischen Bilderrahmen aber vor lauter Detailarbeit doch etwas zu kurz kommen lassen. Und genau hier zeigte der RG 14 Edition im Hörtest seine starke Seite: Seine Domäne waren ganz klar prächtige Klangfarben. Ihm gelang es, die „Tonschatullen" mit Inhalt zu füllen, wie man das eigentlich nur von richtig teuren Superverstärkern kennt. So zauberte er der akustischen Gitarre beim zauberhaften Song „Provider" von N.E.R.D einen fantastischen „Body", sodass man ihr Holz schon beinahe riechen konnte. Im Vergleich zum Brink-mann "Der Vollverstärker" (Test in stereoplay 5/09) trat der Symphonic Line in den tieferen Lagen etwas fülliger, saftiger auf und stellte zudem die Schallquellen etwas größer dar. Der Brinkmann kam ein wenig unspektakulärer daher, wirkte aber bei Details noch dichter dran als der RG 14, der nicht übertrieben darauf aus war, der absolute Präzisionsweltmeister zu sein: So ließ der Brinkmann das Snare-Fell bei „Some Day My Prince Will Come" von Miles Davis noch etwas authentischer ausschwingen und nach Trommel klingen.
Das änderte jedoch nichts am stimmigen Auftritt des Symphonic Line, der stets musikalisch selbstverständlich, glaubwürdig und entstresst spielte, ohne es an innerer Dynamik vermissen zu lassen. Erfreulicherweise galt dies auch für die Wiedergabe über das Phonoteil, sodass RG-14-Freunde beherzt zum Vinyl greifen dürfen. Ein Amp fürs Leben eben.

Exklusives Klangtuning - das RMA-Design

Den RG 14 Edition allein schaltungs- und messtechnisch zu beschreiben, wäre wie die Farbverteilung eines Gemäldes per Histogramm zu analysieren. So ist Symphonic-Line-Chef Rolf Gemein der Auffassung, dass das elektrische Konzept selbstverständlich

stimmen muss - das allein führe aber nicht automatisch zu gutem Klang. So legt er denn auch bei jedem Gerät persönlich Hand an - und zwar mit speziellen Klebe-Pads oder C37-Geigenlack, was an den besonders kritischen Stellen dank zusätzlicher Masse mögliche, mechanische Resonanzen in unkritische Bereiche verlagern hilft. Ohnehin ist die gesamte Konstruktion inklusive Chassis und Netztrafo auf eine günstige Ausbildung von mechanischen Resonanzen ausgelegt.
Die kritischen Punkte für die Dämpfungsmaßnahmen hat Rolf Gemein über viele Jahre hinweg durch ausgiebige Hörtests herausgefunden - Resonanzmusterabstimmung (RMA) nennt der Duisburger ,,Verstärker-Flüsterer" diesen klangformenden Vorgang.

HiFi-Stars     Ausgabe 22     März bis Mai 2014 von Harald Obst
Phonovorverstärker Symphonic Line Phono Reference HD    

Symphonic Line: Phonovorverstärker Reference HD

Die Materialschlacht

Wenn Rolf Gemein von Symphonic Line ein neues Gerät ankündigt, darf man jedesmal gespannt sein. Denn in regelmäßigen Abständen neue Modelle auf den Markt zu werfen und sich dadurch entsprechende Publicity zu erhoffen, entspricht so ganz und gar nicht der Firmenpolitik der Duisburger High-End-Manufaktur.
Modellpflege bei Symphonic Line verläuft nämlich kontinuierlich und verbirgt sich oft sehr diskret hinter dem gewohnt soliden und hochwertigen Design der Frontplatte. Damit macht der Hersteller auch deutlich, daß die Produkte seines Hauses wirklich für viele, viele Jahre höchsten Musikgenusses ausgelegt sind und nicht schon morgen von einem im Outfit dem Zeitgeist
entsprechend nachjustierten Nachfolgemodell überholt werden.
Der Phonovorverstärker mit der Bezeichnung Phono Reference HD – im Spätherbst 2013 vorgestellt – ist
tatsächlich eine komplette Neuentwicklung. Jetzt steht er bei mir im Abhörraum, ein 17-Kilogramm-Schwergewicht mit der für die Geräte von Symphonic Line sozusagen schon obligaten zentimeterdicken massiven Frontplatte und den vergoldeten massiven Anschlüssenan der Rückseite. Durch die Lüft ungsgitter fällt mein Blick auf einen übergroßen Netztrafo. Analoge Wiedergabe war immer der Maßstab Bevor ich mich jedoch näher mit dem neuen Phono Reference HD beschäftige, interessiert mich, was Symphonic-Line-Chef Rolf Gemein dazu bewogen hat, eine neue analoge Wiedergabekomponente im oberen Preissegment zu entwickeln. Seine Antwort kommt sofort: „Analog war und ist immer der Maßstab für mich gewesen und ich bin ja auch allgemein als großer Analogfreund bekannt“, sagt er.
„Das ist der Grund, weshalb wir bereits seit etlichen Jahren das Laufwerk RG 6 bauen und gemeinsam mit van den Hul
den Tonabnehmer RG 8 Gold entwickelt haben. Wir beschäftigen uns jedoch ebenso mit Phonokabeln und nicht zuletzt habe ich stets dafür gesorgt, daß in unserer Produktlinie speziell die Vollverstärker – auch in den unteren Preisklassen – mit exzellenten Phonovorstufen ausgerüstet werden. Wer mich kennt, weiß, daß ich dann früher oder später den Wunsch habe, herauszufi nden, was passieren könnte, wenn wir alle Möglichkeiten ausreizen und uns mit einem extremen Aufwand und unserem gesamten verfügbaren Know-how an die Entwicklungsarbeit machen. Genau diese Aufgabe haben wir uns vor knapp
einem Jahr gestellt und das Ergebnis ist unser neuer Phonopre.“

Zwei Entwicklungswege

Der Symphonic-Line-Chef sieht grundsätzlich zwei verschiedene Wege bei der Entwicklung einer Phonostufe. Mit dem einen Weg kann man den Meßtechniker beglücken, indem man das Gerät vor allem möglichst rausch- und brummfrei macht. Genau das führt aber auch zu Einschränkungen im Übertragungsbereich.
Da kappt man eben nach oben und nach unten zu etwas früher und arbeitet auch noch mit einigen anderen Tricks. Beim zweiten Weg – und dieser entspricht auch der Philosophie des Duisburger Herstellers – wird die Phonostufe so weit aufgemacht, wie es eben geht. Rolf Gemein: „Dann ist das zwar etwas anfälliger, aber ich habe einen ganz entscheidenden Bereich mit drinnen. Denn wenn ich mit dem Frequenzgang ganz nach unten gehe – soweit man es noch irgendwie verantworten kann, also fast bis zum Kurzschluß – und das alles überträgt, dann bekomme ich auch den Subton herein
und der ist ganz entscheidend für die Räumlichkeit und die akustische Wellenfront. Natürlich, wenn es sich um ein Plattenspielerlaufwerk geringer Qualität handelt, der Aufstellungsort nicht gut gewählt ist und die Schallplatte auch noch Subtonfrequenz enthält, kann es schon Probleme geben. Aber es ist unser Ziel, das Maximum der auf einer Schallplatte befi-ndlichen Informationen herunterzuholen.“
Immerhin sind auf einer guten Schallplatte Informationen bis 50.000 Hertz enthalten. „Wir erleben immer wieder  Überraschungen, wenn sich die Technik weiterentwickelt und wir noch mehr aus der Rille holen können, als wir bisher dachten. Ich nenne das musikalische Archäologie“, so Gemein. „Ganz unerwartet sind Dinge da, von deren Vorhandensein wir nichts geahnt hatten. Denken Sie nur an eine Liveaufnahme, die Sie genau zu kennen glaubten, und da hören Sie plötzlich
jemand aus den hinteren Reihen etwas rufen und zugleich auch weiter vorne im Publikum ein Geräusch – beides war vorher im Rauschen untergegangen.“

Bauteile vom Feinsten

Zurück zum Phono Reference HD. Der ist 45 Zentimeter breit, 39 Zentimeter tief sowie 11 Zentimeter hoch und wahlweise in Schwarz oder Mattsilber erhältlich. Recht beachtliche Maße für einen Phonopre, doch entspricht es dem Verständnis der Duisburger Manufaktur, erst einmal mechanisch große Ruhe und Stabilität zu erzielen.

Beachtlich auch die extrem großzügige Auslegung der Stromversorgung. Der mittels Mu-Metall gekapselte 300-VA-Ringkerntrafo besitzt einen speziell bearbeiteten Kern, ist vakuumgetränkt und -vergossen – das Ziel ist, eine sehr hohe Stromlieferfähigkeit sicherzustellen. Diese würde sogar ausgewachsenen Vollverstärkern der Oberklasse ausreichen. Im
Netzteil werken vier speziell für Symphonic Line angefertigte Elektronenübertragenden mit zusammen 280.000 μF, besonders niedrigem Innenwiderstand und Mehrfachkontaktierung, die sich wegen ihrer gleichmäßigen Energieabgabe für Audioanforderungen ganz besonders eignen. Aber das ist noch nicht alles. Besonders stolz ist man bei Symphonic Line auf das eigens für diese neue Phonostufe angefertigte Referenzkabel mit einer Dielektrizitätskonstante von etwas über 1,1
– also noch deutlich besser als Teflon. Steckmodule und Platinenmaterial sind doppelseitig kaschiert und massiv hoch aufgekupfert, teils sogar vergoldet. Der neue Reference HD ist zweistufig diskret aufgebaut, mit sehr kurzen Wegen und zudem schwingungsoptimiert. In der ersten Stufe – einem Differenzverstärker mit speziellen Audio-Transistoren hoher Linearität –
erfolgt die Umschaltung zwischen MM und MC. Die zweite Stufe beinhaltet die Entzerrung und hier kommt auch ein völlig neues, diskret als Modul aufgebautes IC zum Einsatz. „Es handelt sich dabei um ein sündhaft teures IC, das analog aufgebaut ist und einen noch natürlicheren Klang bewirkt. Ich habe auf dieses Bauteil schon lange gewartet und wir bauen es jetzt in unsere
Phonovorstufe ein.“

Resonanzmusterabstimmung und C 37-Lack

An jedem Gerät wird – bei Symphonic Line inzwischen „Serienstandard“ – eine Resonanzmusterabstimmung vorgenommen. „Wir achten darauf, keine Resonanzen entstehen zu lassen, die wichtige Bauteile gegenseitig beeinflussen könnten und schaffen die Voraussetzungen, um eventuell auftretende Schwingungen direkt zum Boden ableiten zu können“, so Gemein. Vor der Auslieferung wird jedes Gerät vom Firmenchef höchstpersönlich abgenommen. Nach einer weiteren Feinabstimmung
mit dem Geigenlack C 37 geht’s ans Abhören – Spielpartner sind das bereits erwähnte Masselaufwerk RG 6, ein modifizierter Ekos-Tonarm in der Titan- Version mit eigener Phono-Reference-Verkabelung und der hauseigene Tonabnehmer RG 8 Gold.

Anschließen, Einstellen

Bevor ich das gute Stück in meine Anlage integriere, mache ich mich mit den Einstellmöglichkeiten und den Anschlüssen vertraut. Auf der Rückseite finden sich Eingänge für zwei Tonabnehmer – jeweils per Kippschalter zu aktivieren – und ein Ausgang. Die Anschlüsse sind als unsymmetrische RCA/Cinch-Buchsen ausgeführt – in bester WBT-Qualität. Dazu noch die
obligate Masseklemme sowie die Anschlußbuchse für das mitgelieferte hochwertige Netzkabel und der bei Betrieb beleuchtete Ein-/Ausschalter. Die Einstellmöglichkeiten zur Anpassung der angeschlossenen Tonabnehmer befinden sich im Geräteinneren. Dazu löse ich die vier Schrauben an der Unterseite und schiebe das Gehäuse ganz leicht nach hinten weg. Auf den Phonomodulen in unmittelbarer Nähe der rückseitigen Eingänge etwas versteckt jeweils links unten. In der rechten oberen
Ecke jedes Phonomoduls befindet sich ein Mäuseklavier mit den Einstellungen für den gewünschten elektrischen Widerstand und die Kapazität. Laut Rolf Gemein werden die Anpassungsmöglichkeiten jedes Gerätes individuell entsprechend den Anforderungen des Käufers fixiert.

Ab jetzt geht’s nur mehr um Musik

Puh – soviel Technik! Von nun an will ich aber nur Musik hören. Der Plattenteller des am Symphonic Line Phono Reference HD angeschlossenen Well Tempered Lab rotiert, der Diamant des London Reference-Tonabnehmers senkt sich in die Einlaufrille. Nun, eigentlich wollte ich in diese LP mit der Symphonie Nr.6 von Gustav Mahler und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Rafael Kubelik (DGG 139342) nur bloß hineinhören. Wollte eben nur herausfinden, wie die Atmosphäre dieser von Tonmeister Heinz Wildhagen exzellent eingefangenen Aufnahme wiedergegeben wird. Was soll ich sagen? Ich war nicht imstande, die Wiedergabe abzubrechen und habe die gesamte Symphonie – immerhin dauert sie rund 85 Minuten – in einem Zug durchgespielt, unterbrochen nur vom zweimaligen Wechsel der Plattenseite. Ich habe Mahlers 6.
Symphonie nur ein einziges Mal live im Konzert erlebt und mir damals gleich diese LP gekauft , um noch ein wenig von den berührenden Emotionen der Aufführung quasi nach Hause mitnehmen zu können. Es hat aber die ganzen Jahre über nie so richtig funktioniert – bis heute, bis zur Wiedergabe über mein Testgerät.
LP um LP wandert auf den Plattenteller. Darunter auch die 180-Gramm-Pressung einer Frank-Sinatra-Aufnahme aus dem Jahre 1958. „Come fl y with me“ ist der Titel dieser LP (Capitol 7243-821573) und der US-Star wird darauf begleitet von den phantastischen Musikern der renommierten Orchester Billy May und Nelson Riddle. Wohlgemerkt – es ist eine Monoaufnahme, aber das nehme ich gar nicht richtig wahr, denn „Frankieboy“ dominiert swingend meinen Abhöraum, als ob er selbst zu Besuch wäre.

Auf keinen Fall vorenthalten darf ich Ihnen meine Eindrücke von der Wiedergabe weiblicher Gesangsstimmen. Da gibt es etwa in meiner Plattensammlung schon viele, viele Jahre eine LP mit einer Aufnahme von Anna Moffo. Begleitet von Leopold
Stokowski und dem American Symphony Orchestra interpretiert die herausragende italienische Künstlerin die „Vocalise“ von Sergei Rachmaninov (RCA/Victor LSC-2795). Die technische Qualität der Pressung läßt zwar zu wünschen übrig, aber der Phonopre arbeitet die wunderbare Stimme der Moffo und die Orchesterbegleitung so schön heraus wie ich das nie zuvor gehört habe. Erstmals lassen sich auch die Dimensionen des Aufnahmeraums erahnen.

Musikalischer Fluß

Es ist nicht das erste Mal, daß ich ein Gerät des Duisburger Herstellers beschreibe. Schon vor etlichen Jahren ist es mir immer wieder aufgefallen: Musik wirkt über diese Geräte niemals belanglos, sondern vermag den Zuhörer wie selbstverständlich mitzunehmen. Das hat sicher damit zu tun, daß Stimmen und Instrumente ungemein greifbar und plastisch in den Raum gestellt werden. Es liegt aber auch am musikalischen Fluß, in den man als Zuhörer buchstäblich eintauchen kann. Ich habe die neue Phonostufe in meinen Hörsitzungen mit hochwertigen Spielpartnern kombiniert – darunter beispielsweise der Clearaudio Performance DC mit Clearaudio Virtuoso V2 und der bereits erwähnte Well Tempered Lab mit London Reference.
Für mich steht fest: Die den Geräten aus dem Hause Symphonic Line zugesprochenen Attribute gelten in noch weit stärkerem
Maß für den neuen Phono Reference HD.
Hinter dessen solider und wertiger Gerätefront hat High-End-Pionier Rolf Gemein nach einem wohldurchdachten Konzept eingebaut, was gut und teuer ist. Eine wahre Materialschlacht, die nur einem einzigen Ziel dient: Die Musikwiedergabe von der
analogen LP wieder einen großen Schritt voranzubringen. Dies, so scheint mir, ist ihm gelungen.

Auf den Punkt gebracht

Symphonic-Line-Chef Rolf Gemein wollte herausfinden, was passiert, wenn man alle technischen Möglichkeiten ausreizt und mit extremem Aufwand und dem gesamten verfügbaren Knowhow eine Phonovorstufe entwickelt. Das Ergebnis ist der neue Phono Reference HD, der die Qualität der Wiedergabe von der analogen LP wieder einen großen Schritt weitergebracht hat.
Gemessen an den eingesetzten hochwertigen Bauteilen, der vorbildlichen Verarbeitung und dem Qualitätsanspruch, das Maximum aus der Plattenrille herauszuholen, liegt das Preis-/ Leistungsverhältnis im grünen Bereich.

Tolle Leistung!                                  Harald Obst
stereo 04/2014

Duisburger Sinfonie: Symphonic Line steht seit Jahren für handgefertigtes High End und superbe, sinnliche Klangeigenschaften. STEREO setzt sich mit der „HD"-Version des Erfolgsmodells RG 9 auseinander

Das Duisburger Unternehmen Symphonic Line kann auf genau drei Jahrzehnte HiFi-Geschichte zurückblicken. Ein unumstrittener Star im Portfolio handgearbeiteter Preziosen ist der RG 9, ein stattlicher Vollverstärker, dessen Name pragmatisch für „Rolf Gemein 9" steht.  Und tatsächlich gilt dieses Gerät allenfalls neben dem ähnlich legendären ASR Emitter - als Inbegriff des High End-Verstärkers deutscher Provenienz. Symphonie Line-Master-mind Rolf Gemein, der einst mit der Marke „Vernissage Laboratorium" die High End-Bühne betrat, geht die hohe Kunst der Klänge nicht nur mit konventionellen, physikalisch-technischen Mitteln an. Vielmehr ist er seit Jahrzehnten ein Anhänger fernöstlicher Philosophie und Künste: ,,Yin und Yang in Harmonie."
Dass die zehn Millimeter dicken und gravierten Frontplatten seiner Kreationen so ruhig und zeitlos, die Fernbedienungen dagegen ausgewogen bunt gestaltet sind, hat seine Gründe. Hinzu kommt eine punktuelle Schwingungsoptimierung (,,Resonanzmusterabstimmung") der Geräte im Innern, wo man etwa abgerundete Kanten, kleine Bitumenmatten, C 37-Geigenlack oder einen Gummi-/Kneteklecks auf einem Bauteil findet. Das soll das Gerät „harmonisieren" und vermeiden, dass sich Vibrationen über die Bauteile dem Musiksignal überlagern und schlimmstenfalls mitverstärkt werden. Gemein spricht gar zusätzlich von „quanten-basierter Formatierung."

Bilderbuch-Verstärker

Unter der Motorhaube befindet sich ein sorgfältig und klassisch aufgebauter Verstärker mit bestens beleumundeten Bauteilen, kräftiger Stromversorgung samt einem Mu-Metall-gekapselten, vakuum-getränkten 450-VA-Ringkern und durchdachter Schaltungstopologie. Auch Phono-MM/MC ist mit an Bord. Jedes Bauteil, die innere Aufteilung und sogar manche Schraube soll das Ergebnis umfassender Hörsessions sein.
Eine Klangregelung wird - da signalwegverlängernd - nicht geboten, aber eine Monitorschaltung für Tapes, was bei Großserienherstellern längst aus der Mode gekommen zu sein scheint. Vier großzügig dimensionierte Knöpfe zieren die Front. Nicht etwa symmetrisch, eher im ,,goldenen Schnitt" angeordnet. Links der Netzschalter, daneben die Eingangswahl, dann der Aufnahmewahlschalter und rechts der nur dezent größere Lautstärkesteller.
Für die auf der Reference- Version basierende HD-Ausführung seines besten einteiligen Vollverstärkers RG 9 HD - der RG 10 verfügt über ein externes Vorstufen-Netzteil - schöpfte Gemein aus dem Vollen. So hat diese Version dem „normalen" RG9 (inklusive Reference) und RG 14 (inklusive Edition) spezielle, neue - und kostspielige - Impulskondensatoren voraus. Zudem will Gemein den HD ,,komplett neu" abgestimmt haben. Insbesondere bezüglich des Ausschwingverhaltens soll er Maßstäbe setzen.

Nun, ,,komplett neu" wäre angesichts der Güteklasse der hochmusikalischen kleineren Modelle fast schade. Und so ist es dann auch nicht. Aber der „HD" ist tatsächlich eine Klasse für sich, wenn es um Aspekte des Timings geht. Also Rhythmik, Impulsivität, Fluss und Räumlichkeit. Die Dreidimensionalität, die Darstellung der räumlich-zeitlichen Beziehungen, sind beispiel haft. Diese Verstärker zählen seit jeher zu den stimmigsten überhaupt. Mühelos und fein, aber eher ganzheitlich als bis in die Kapillaren von hauchzarten Details ausgeleuchtet, zelebriert der HD die Musik, serviert grandios Cara Dillon, Mahler oder Metallica. Dabei zeichnet UND malt der RG 9 ein schnelles, wuchtiges und farbenprächtiges Klangbild mit einem abgrundtiefen, sauberen Bass und zauberhafter Mitten-und Hochtonwiedergabe in den Raum.
Sowohl die jüngste Generation des RG 9 (Mk IV Reference) als auch des RG 10 lässt sich zum fairen Upgrade-Preis von 1000 Euro auf den „HD" -Standard hieven, für ältere Amps kann man nachfragen. Dies dürfte - und sollte - für stolze Besitzer dieser Vollverstärker höchst interessant sein. Das hier ist ein Verstärker, der wirklich Musik macht.

Tom Frantzen

ars! music   01/2014     LESERFORUM
Ich habe vor vier Wochen meinen RG 9 Mk IV Reference von Symphonic Line zur Master-Version, einer neu angebotenen Upgrade-Möglichkeit, umbauen lassen. Den Umbau hat Herr Gemein nach persönlicher Rücksprache bezüglich musikalischer Vorlieben und der weiteren Kette (Burmester CD 061, B&W 804s, HMS...) vorgenommen. Das Ergebnis ist schlichtweg überwältigend: Bei sonst gleicher Anlage haben der musikalische Fluss, das Timing, die Räumlichkeit und die Auflösung in einer so faszinierenden Art und Weise zugenommen, dass ich mich motiviert fühle, Ihnen dies mitzuteilen. Beeindruckend ist auch die Zunahme der Sprachverständlichkeit und der tiefe, saubere, knorrigere Bass. So echt und natürlich habe ich bisher noch nicht Musik gehört. Ich denke, dies ist insbesondere beeindruckend, da meine Anlage zuvor aus einem Accuphase DP-510 und E-460 bestand, die wirklich sehr gut klingen und von der Verarbeitung etc. über jeden Zweifel erhaben sind. Ganz besonders erwähnenswert finde ich auch, dass Herr Gemein Vorschläge zur Verbesserung der Aufstellung der Lautsprecher und Anlage sowie des externen Netzteils gegeben hat, nachdem ich ihm Fotos von meiner Aufstellung gemailt hatte. Man konnte merken, wie sehr es Herrn Gemein eine „Herzensangelegenheit“ ist, dass man als Kunde mit seinem Produkt auch glücklich wird. So einen Service kannte ich bisher nicht.

Dr. Siegfried Scharmann

Audio   12/2013     
SPEZIAL: LESERWAHL 2014

Auch in der 9. Auflage der großen Leserwahl von AUDIO, stereoplay und video können Sie, liebe Leser, wieder die Top-Geräte des Jahres küren - und ganz nebenbei jede Menge attraktive Preise gewinnen. Geräte und Anlagen im Wert von über 170.000 Euro werden dieses Jahr unter den Teilnehmern verlost.
Das einzige, was Sie dafür tun müssen: Unter den getesteten Geräten des letzten Jahres bestimmen Sie Ihre Lieblinge, wahlweise im Internet oder per Postkarte - siehe unsere Teilnahmebedingungen unten rechts. Die Redaktion drückt Ihnen alle Daumen. Viel Glück!
Rolf Gemein war bereits 1982 Mitbegründer der High End-Bewegung und hat seither sein technisches Können der optimalen Klangwiedergabe gewidmet. Die Möglichkeit zur Aufrüstung seiner Geräte auf einen modernen Stand war von Beginn an möglich. Symphonic Line sieht sich daher als Urquelle des technischen Upgrades von HiFi-Geräten.

Wir gratulieren!

Rolf Gemein - ein HiFi-Urgestein. Das reimt sich nicht nur, sondern kennzeichnet auch den Mann, der in Duisburg seine Manufaktur Symphonic Line in 34 Jahren zu einer festen Größe im High End, der obersten Etage der Musikwiedergabe, ausgebaut hat. Die Wünsche seiner Kunden haben ihn längst zum Vollsortimenter werden lassen: Von CD-und Plattenspieler bis zum Lautsprecher kann er komplette HiFi-Ketten aus einer Hand anbieten, mehr noch: aus einem Hand-Werk. Besonders bekannt ist er aber für seine Verstärker, die Vermittler zwischen den zarten elektrischen Signalen der Musik-Quellen und der gegebenenfalls brachialen Darbietung der Lautsprecher. Da geht es nicht um Manipulation, sondern um klangliche Wahrheit.

Symphonic Line      30 Jahre Elektronik mit Kult-Status

Für Rolf Gemein und sein Unternehmen Symphonic Line besteht in diesem Jahr aller Grund zur Freude. Die High-End-Manufaktur feiert ihr 30-jähriges Bestehen.

Zum Jubelfest beschert Rolf Gemein seinen Anhängern das Verstärker-Topmodell RG 10 in „Reference HD Master “-Ausführung. Im separaten Master-Modul residiert ein herrschaftlicher 330-MU Metall-Trafo mit gewaltigen 280.000 Mikrofarad, der stabile Arbeitsbedingungen garantiert. Neben dem Referenz-Verstärker RG 10 erblicken eine Phorvo-Vorstufe und eine neue CD-PlayerGeneratton mit besonders analogem Klang das Licht der audiophilen Welt. Selbstverständlich zeigt der Entwickler auch seine Vor- und Endverstärker Kombis sowie die kleineren Vollverstärker, die unter Musikfreunden in aller Welt Kult-Status genießen. So ist beispielsweise der Voll-verstärker RG 14 Edition seit langem Arbeitsgerät vieler Redaktionen und Entwickler mit exzellenter MM- und MC-Phonostufe. Bereits seit 1981 gibt es von Rolf Gemein eine Update-Möglichkeit, also den Umbau selbst zwanzig Jahre alter Geräte auf den neuesten Stand - zu moderatem Preis.

Rolf Gemein darf zu Recht als Ur-Gestein der deutschen Branche bezeichnet werden. Er zählt 1982 zu den Gründungsmitgliedern der HIGH END und ist Mitbegründer der Norddeutschen HiFi-Tage. Der HiFi-Pionier ist mit Herzblut dabei, seine Vorführungen sind legendär. Dabei nimmt er sich stets viel Zeit für seine Kunden. Seine Produkte, genießen international ein hohes Ansehen Längst ist Symphonic Line Vollsortimenter und bietet vom Analog-Laufwerk bis hin zum Lautsprecher alles aus eigener Fertigung in Duisburg.

Deutsche Wertarbeit, individuelle Feinabstimmung und der sehr lebendige Klang zeichnen Symphonic Line aus

LP  Magazin für analoges HiFi und Vinyl-Kultur

Phonoverstärker: Symphonic Line Reference HD  -   DAS DOPPELTE LOTTCHEN

Na klar, ,,analog" hat er schon immer als das Maß der Dinge angesehen. Und seine CD-Spieler sind der Ausdruck seines Bemühens, dem Analogen möglichst nahe zu kommen. Andererseits könnte man ja auch gleich mal wieder neues Analoges machen. Hat er gemacht. Und wie:

Bei „ihm" handelt es sich zweifellos um eine der schillerndsten Gestalten aus dem deutschen HiFi-Manufakturwesen: Rolf Gemein, Eigentümer und Lenker des in Duisburg ansässigen Unternehmens Symphonic Line. Berühmt für seine fast immer exzellent klingenden Vorführungen auf HiFi-Veranstaltungen jeglicher Couleur, berüchtigt für seine Vorliebe für deutliche Worte. So richtig Duisburg eben.

Der klangliche Charakter seiner Schöpfungen allerdings hat mit hemdsärmeligem Hau-drauf-Charme nichts zu tun. Rolf Gemein ist akribisch auf der Suche nach musikalischer Wahrheit, nach dem letzten Quäntchen Information, der hintersten Nuance, der Summe aller Dinge, die Musik erst zu einem Gesamterlebnis macht. Bei der Wahl seiner Mittel ist Gemein nicht zimperlich: Meist werden strukturell einfache und damit fürs Signal „minimalinvasive" Schaltungskonzepte mit verschiedensten Maßnahmen an der Peripherie bis ans absolute Limit ihres Leistungsvermögens gedrängt - die Ergebnisse sprechen für sich.

Jetzt gibt's nach längerer Zeit eine neue große Phonovorstufe von Rolf Gemein. Natürlich nicht die erste - der Mann baut seit 1980 kommerziell Verstärker. Allerdings handelt es sich hier um eine komplette Neukonstruktion und solcherlei Tun dauert bei Symphonic Line ein Weilchen.

Zuerst zur Nomenklatur. Es gibt das Gerät in zwei Ausführungen. Die schlichtere Variante heißt sinnigerweise „Phono-Vorstufe" und ist für 6.200 Euro zu haben, das Flaggschiff hört auf den Namen „Phono Reference HD" und kostet einen Aufpreis von erstaunlich moderaten 600 Euro - bei der Typenbezeichnung wäre weit Schlimmeres zu befürchten gewesen. Die Unterschiede zwischen beiden Geräten beschränken sich denn auch auf einen einzigen Umstand: Im Basismodell steckt ein Paar Verstärker, im Topmodell derer zwei. Sonst sind beide Maschinen identisch.
Der Reference HD bietet sich natürlich nur für Leute an, die gewillt sind, zwei Tonabnehmer zu betreiben. Die allerdings be-kommen keine halbgare Lösung mit zwei umschaltbaren Eingängen, sondern die volle Dosis Gemein'scher Kompromiss-losigkeit: Wenn du zwei Phonoeingänge brauchst, dann nimmst du einfach zwei komplette Phonovorstufen und schaltest per Kippschalter die Ausgangssignale jeweils einer auf das Ausgangsbuchsenpaar. So einfach geht das. Und bei dem Netzteil, das Rolf Gemein hier verbaut hat, ist es definitiv egal, ob einer oder zwei Verstärker ihren Bedarf daran stillen.
Das Gerät steckt im schwergewichtigen Blechkleid nach Symphonic-Line-Standard. Und ich verkneife mir jetzt mal jegliches Bemühen von Analogien aus derschwerindustriellen Duisburger Vergangenheit - Stabilität gehört bei Symphonic Line halt zum Funktionsprinzip dazu. Hinter der zentimeterdicken Front gibt's verhältnismäßig wenig verstärkende Elektronik, dafür aber ein Netzteil, das andernorts ausgewachsene Endstufen speisen dürfte.

Der sonderangefertigte, auf maximale Stromlieferfähigkeit getrimmte 300-VA-Ringkerntrafo steckt in einem bestens abschirmenden Becher aus MU-Metall, was insbesondere hier eine gute Idee ist, die Verstärkerplatinen sind nicht weit weg. Der Trafo speist eine Netzteilplatine, unter der vier satte 68.000-µF-Elkos residieren. Sie bilden zusammen mit zwei Leistungs-widerständen ein „CRC"-Filter, das neben der reinen Siebwirkung schon mal dafür sorgt, dass kaum noch Störungen bei der nachfolgenden Reglerplatine ankommen. Dort wird abermals gefiltert und gesiebt und anschließend die beiden Betriebsspan-nungen elektronisch stabilisiert. Zwei von Rolf Gemein gerne verwendete Motoranlaufkondensatoren sieben abermals - erst dann dürfen sich die Spannungen an die beiden Verstärkerzüge wagen. Jeder davon besteht aus zwei Steckmodulen, die auf ei-ner Trägerplatine residieren. Die Eingangs-buchsen - natürlich WBTs - sitzen direkt auf dem Modul, ausgangsseitig führt eine hauseigene Strippe zum Umschalter. Diesem Kabel misst Gemein große Bedeutung bei, zum Lieferumfang gehört eine Chinchleitung zur Verbindung mit der Vorstufe aus dem gleichen Material.
Die Verstärker selbst sind zweistufig aufgebaut: vorne eine diskrete Eingangsstufe, danach die passive Entzerrung, darauf die zweite Verstärkerstufe. Hier setzt der Hersteller eine Platine ein, auf der das Pendant zu einem ausgezeichneten Operations-verstärker mit SMD-Halbleitern diskret aufgebaut ist. Die Verfügbarkeit dieses für diese Zwecke idealen Verstärkers war ein Hauptgrund für die Entwicklung des ganzen Gerätes.

Einstellmöglichkeiten? Gibt es, wenn auch nicht viele. Drei DIP-Schalter erlauben die Wahl von drei Eingangsimpedanzen und zwei Kapazitäten. Die Werte sind natürlich bei Bestellung des Gerätes frei wählbar. Ein weiterer Schalter schaltet zwischen MM-und MC-Betrieb um. Es gibt komfortablere Lösungen für solcherlei Dinge, aber das ficht Rolf Gemein nicht an: Dem Komfort auch nur einen Zentimeter zusätzlichen Signalweg zuzugestehen, käme für ihn nie infrage. Also: Wer spielen will, der soll ver-dammt noch mal den Deckel abschrauben und die Module ziehen.
Und dann gibt's da noch die eine oder andere Besonderheit, mit der der Entwickler dem Gerät zusätzliche Qualität anerziehen will: Dazu gehören die beiden großen gelben Aufkleber genauso wie der gezielte Einsatz von C37-Lack an neuralgischen Stellen.

Geräteentwicklung bei Symphonic Line ist grundsätzlich eine langwierige Angelegenheit: Mitunter dauert es ewig, bis alle die kleinen Schrauben gefunden sind, über die der Entwickler den Sound so verändern kann, wie er ihn haben will. Wir hingegen brauchen nur vier (Schräubchen) - nämlich um den Deckel wieder zu befestigen und das Gerät seiner Bestimmung zu übergeben, sprich: in die Anlage einzubauen.
Das, was jetzt kommt, habe ich, glaube ich, noch nie getan: einen Hörtest mit „Smoke on the Water" begonnen. Auf dem Teller liegt die gar nicht mal schlechte ,,Hörzu" -Pressung von Deep Purples „Machine Head" und ich bin ziemlich platt, was das Etna an Rolf Gemeins Phonovorstufe aus den Rillen holt: markantes, aber nicht übertriebenes Becken-Timbre, ganz viel Gefühl fürs Timing von Ian Paice, Dynamik, Druck und erstaunliche Stabilität.

Das ist auf dieser nicht eben in Bestform erhaltenen Flohmarktscheibe drauf? Den ohnehin dramatischen Beginn von „Lazy" machen Etna und Phono Reference HD zum Feuerwerk aus Rhythmus und Dynamik- große Klasse. Vom gleichen Stapel ziehe ich ein uraltes Status-Quo-Album namens ,,Hello". Sicherlich unverdächtig, auch nur im Entferntesten sowas wie Klangqualität zu besitzen. Denkste. Das Ding da vorne hämmert mir ,,Roll Over Lay Down" um die Ohren, dass es nur so spritzt: knochen-trocken, hochdynamisch, unfassbar. Der für die Lautsprecheransteuerung zuständige ASR-Emitter hat Leistung, und in diesem Fall war ich mal wirklich froh darum. Ja, ja, wir spielen auch mal etwas seriösere Musik. Okay, ,,Caroline" noch. Um der alten Zeiten willen. Wie, da gibt's eine Raumabbildung. So richtig mit Ablösung von den Boxen? Was ich nicht alles nicht wusste! Jetzt aber: Über den ausgezeichneten Sampler von Aalt van den Hul namens „A Tribute to Analog" stolpere ich gerade zur rechten Zeit: Wieder fällt die hervorragende Darstellung perkussiver Elemente auf, und das trotz eines eigentlich zu niedrigen Abschlusses des Etna mit 100 Ohm. Das Klangbild ist ansonsten ein total anderes als das, was wir gerade noch erlebt haben: überaus fein, zurückhaltend und überhaupt nicht mehr hitzig und rabiat. Auch jetzt, wenn das Saxofon einsetzt, dann ist sie wieder da, die Attacke, die Spannung. Und egal, was ich auch auflege, Rolf Gemeins Vorstufe kann's einfach.

Holger Barske
HiFi-Stars     Ausgabe 26    März bis Mai 2015
Vollverstärker Symphonic-Line RG 10 MK IV Reference HD Master

In einem Gespräch mit Rolf Gemein kamen wir darauf, daß er mit Symphonic Line sein dreißigjähriges Firmenjubiläum feiert und alles in allem 35 Jahre erfolgreich in der High-End Szene unterwegs ist. Der Vollverstärker RG 10 MK IV Reference Master ist in seiner vierten Evolutionsstufe somit gleichzeitig auch als Jubiläumsgerät zu sehen. Daß die neueste Verstärkerversion aus
dem Hause Symphonic-Line exklusiv bei HiFi-STARS beschrieben wird, ehrt uns sehr.

Alte Schule

Rolf Gemein besitzt ein iPhone und benutzt es sogar, gleichzeitig schreibt er seine Lieferscheine/Rechnungen (garantiert abhörsicher für NSA u.a. Kandidaten) mit der guten alten Schreibmaschine. „Alte Schule“ ist eher in seiner Grundauffassung zum Gerätebau zu finden.
„Die Bauteile müssen robust sein und dabei hochmusikalisch spielen”, so defi niert er seinen eigenen Anspruch an seine Produkte. Viele Bauteile werden extra für die Manufaktur nach deren Maßgabe angefertigt. Rolf Gemein ist ein Geradeausdenker und – was ihn sehr sympathisch macht – auch ein Geradeaussprecher. Umso erfrischender ist ein Gespräch mit ihm. Manche haben da vielleicht ein Problem, hört man ihm aber einmal bei seinen zahlreichen Vorführungen einfach nur konsequent zu, dann versteht man seine Philosophie...

Rückblick

Wir schreiben das Jahr 1982 – ein denkwürdiges Jahr. Ein gewisser Kohl wurde nach einem Mißtrauensvotum zum Bundeskanzler gewählt, Kanada erhält die volle Souveränität, der Falklandkrieg tobt, das erste deutsche Retortenbaby wird in Erlangen geboren und im Finale der Fußballweltmeisterschaft unterliegt Deutschland gegen Italien mit 3:1 – wenn man so will, ist letzteres das wichtigste Ereignis der geschilderten...
Das Jahr 1982 ist allerdings auch wichtig für die HiFi-Szene, denn in diesem Jahr gründete sich die High-End und Rolf Gemein zählt zu denjenigen Gründungsmitgliedern, die sich bis heute aktiv in dieser Szene bewegen.

Technik

Er steht wie kein anderer für: „Seit nun mehr über dreißig Jahren kontinuierlich und systematisch weiterentwickelte Unterhaltungselektronik aus dem Pott“. Wer ihn einmal persönlich kennenlernt, der versteht, warum er in der Szene durchaus als „Herzblut-High-Ender“ gilt. Er ist nämlich immer mit Leib und Seele dabei und längst ist seine Manufaktur Symphonic Line mehr als nur ein markengeschützter Begriff – nämlich ein sogenannter Vollsortimenter, dessen Repertoire vom Plattenspieler bis zum Lautsprecher reicht. Alles exklusive Einzelanfertigungen in Handarbeit.

Testobjekt

Da steht er also vor mir – der Kandidat, der laut Hersteller so „musikalisch“ sein soll. Ein solider Brocken mit seinen 22 KG plus 5 KG Netzteil. Womit wir sogleich bei der Spezialität dieser Version des Verstärkers sind. Symphonic Line verwendet hier zwei Netztransformatoren, einen mit 450 Watt im Gerät selbst und einen weiteren mit 300 Watt im externen Netzteil. Dieser ver-sorgt die Vorverstärkung des RG 10 MK IV Reference HD Master mit Strom. Der Aufbau im Inneren ist blitzsauber und geradezu militärisch geordnet. Die acht großen Elkos (Kondensatoren mit extrem widerstandsarmen Folien) sorgen für die Versorgung der Endstufen, jeder davon besitzt 13.000 Mikrofarad und in der Summe demnach 104.000 Mikrofarad. Wozu benötigt man eigentlich so etwas? Spätestens, wenn es darum geht, entsprechend solide Baßimpulse exakt wiederzugeben, sind jede Menge Mikrofarad sehr hilfreich. Auf den RG 10 MK IV Reference HD Master bezogen: Hier „sausen“ 104.000 Volt gleich Mikrofarad (μF). Das separate Master-Modul verfügt zusätzlich noch über 280.000 μF. Diese für eine Vorstufe außergewöhnlich hohe Zahl sorgt die erforderliche Ruhe in dieser Sektion. Daneben sind in dieser Evolutionsstufe des Verstärkers unzählige Tuningmaßnahmen seitens des Herstellers gelaufen. Die technischen Daten lassen die Erwartungs-haltung bei mir wachsen. Die Zutaten stammen allesamt aus der Edelküche der Elektronikbauteile, von denen ich beispielsweise die Trafos näher betrachten will. Sündhaft teure Mu-Metall-Becher ummanteln die vergossenen Ringkerntrafos und sorgen damit für die notwendige perfekte magnetische Schirmung. Die vier Folienkondensatoren stammen von einem deutschen Hersteller, der so etwas schon seit Jahrzehnten perfekt beherrscht – Siemens! Trafobrummen gibt es schaltungsbedingt hier nicht. Dicke Halbleiter helfen hierbei erheblich. Überhaupt ist die Materialverwendung alles in allem ganz einfach und umfassend mit „brachial“ richtig beschrieben. Der Verstärker zeigt dies schon in seinem Äußeren. Dickes Stahlblech, sauber lackiert und ergänzt mit einer 10 mm massiven Aluminiumfront, die entweder in silberner oder schwarzer, zudem immer in gravierter Version geliefert wird.

Zuarbeiter

Rolf Gemein legte zum Test sein eigenes Lautsprecherkabel – genannt „das Schnelle“ – bei. Faire 680 € für das 2 x 3 Meter-Set erstaunen ebenso wie das Symphonic-Line NF-Kabel „HD“ für 860 € der Stereometer. Damit könnte das Kabelthema in Verbindung mit Symphonic-Line-Geräten durchaus ad acta gelegt werden... Ich empfehle Experimente mit diesen Kabeln unbedingt!

Hörmaterial

Ich starte die Hörsitzung mit Chuck Mangione und seinem „Consuelo’s Love Theme“. Hier wird nicht lange gefackelt, entweder kann der RG 10 MK IV Reference HD Master gleich von Anfang „richtig aufspielen“ oder wir hören schnell wieder auf. Ganz absichtlich beginne ich mit dieser hervorragend aufgenommenen Produktion der Chesky-Brüder aus dem Jahre 2000.

Gilt es doch die besonders langgezogenen Passagen der Trompete sauber aufzuzeigen. Rolf Gemein warnte mich vor: „bitte erst Einspielen“ erst dann kommt das „klangliche Vergnügen“. Nun, ein nicht ungekanntes Verhalten bei neuen HiFi-Gerätschaften ist das: „sich einspielen“. Interessanterweise wurde der RG 10 Mk IV Reference HD Master von Stunde zu Stunde der Hörsitzung besser. Ich ließ ihn dann für 48 Stunden am Netz und hörte danach erst richtig hinein.

Besonders auff ällig ist jetzt seine Fähigkeit, Blasinstrumente mit einer nachvollziehbaren Luft zu versorgen. Er stellt alle Instrumente sofort perfekt positioniert und mit dem entsprechenden Abstand zueinander in den Raum – ohne irgend etwas dabei zu vergessen. Ein Beispiel mit zarter Frauenstimme, hier von Rebecca Pidgeon mit „Underground“. Der Verstärker läßt der Stimme alle Zeit sich zu heben, zu schwingen und zeigt dies souverän. Wenn Rebecca zwar leise, jedoch vernehmbar haucht, dann ist genau so etwas die Spezialität dieses Verstärkers. Kari Bremnes ist ein weiterer Musiktipp hierzu. Mit ihrer melancholischen Stimme zaubert sie weite Klänge in den Hörraum. Diese zarte Subtilität in ihren Liedern wird von diesem Ver-stärker feinfühlig präsentiert. Dabei vergißt er nicht (wie gerne mal andere Verstärker) vor lauter Kraft auf die Details zu achten, er zeigt diese eher wie selbstverständlich auf. Seine Fähigkeit, bruchlos die unterschiedlichsten Tonlagen zu präsentieren ist mit hoher Sicherheit der zuvor in der Technik geschuldeten μF-Leistungsansammlung zuzuschreiben.

Wäre ja auch ein Wunder, denn wer als Entwickler/Hersteller im Aufbau schon alles richtig macht, kann im Klanggeschehen nur Beifall ernten. Allerdings wird nicht nur bei den technischen Teilen Wert auf energetische Gleichwertigkeit gesetzt, sondern insbesondere auf perfektes Ein- und Ausschwingverhalten.Viel Instrumente und voller Sound? Ja. So etwas bietet Paquito D’Rivera mit „Chucho“. Lateinamerikanische Klänge, die von dem RG10 „Master“ druckvoll und luftig wiedergeben werden. Schmetternde Bläserattacken sind ohnehin seine persönliche Leidenschaft , so scheint mir... Congas stehen blitzsauber vor mir, der Rest der Band ist nachvollziehbar auf der Bühne verteilt. Immer dann, wenn es gilt, einem Testgerät auf „die Platine“ zu fühlen, kommt bei mir Didier Squiban mit „Porz Gwenn“ in die Lade des digitalen Zuarbeiters.

Achtzehn Piano-Stücke tragen meine Gedanken weit weg, gerne blättere ich dabei im Booklett und sehe mir die Bilder der Heimat dieses Musikers an – die Insel Molene vor der Küste der Bretagne. Einfach traumhaft wie der RG 10 MK IV Reference HD Master die Töne des Steinway-Flügel präsentiert. Gerade das Ausschwingen der Saiten zum Schluß eines Stückes hält wunderbar lange nach. Viel Luft wird hier im Hörraum angeregt.

„Sahnehäubchen“Das integrierte Phonoteil muß ebenfalls auf seine Leistungsfähigkeit hin überprüft werden. Das Symphonic-Line ausgezeichnete Phonoverstärker bauen kann, wissen wir spätestens seit dem Test der herausragenden Phonovorstufe Reference HD in Heft 22 der HiFi-STARS. Bei Manu Katché’s „Live in Concert“ gefällt mir besonders die Vielseitigkeit der Aufnahme in Ihrer Tonalität. Vom Post-Bop des prä-elektrischen Miles Davis über den Blue Note-Soul Jazz der Mitt- und Endsechziger – hier wird vieles abgedeckt. Das kann einerseits satt groovend oder auch ganz zart vorgetragen werden. Das Ganze wird in einer schon fast spektakulär direkt klingenden Hochbit-Aufnahme in der Rille gefangengehalten. Der Phonoeingang des RG 10 „Master“ setzt diese Klänge direkt in meinem Hörraum frei – das ist eindeutig ganz großes Klangkino!

So sehe ich insbesondere das Phonoteil als „Sahnehäubchen“ bei diesem Verstärker, denn hiermit hebt er sich eindeutig von den Mitbewerbern seiner Preisklasse ab, wobei die Hochpegelwiedergabe in Nichts nachsteht.

Wie kommt es zu solchen Produkten?

Nennen wir es „Rolfologie“Zugegeben ein Kunstwort, aber es paßt gleichwohl so herrlich auf dieses High-End-Urgestein Rolf Gemein. Seine Logik ist nachweislich und begründet sich im Grunde einfach: „hochmusikalische Wiedergabe und Dauerhaftigkeit“. Beide Begriff e stehen als Synonyme für Produkte aus dem Hause Symphonic-Line. Seine Äußerungen erscheinen mir gelegentlich am Rande der Mythologie und driften für den ein oder anderen vielleicht auch in Bereich der Esoterik ab, gleichwohl muß man hier „den Mensch hinter dem Gerät sehen“.

Rolf Gemein besitzt seit langem Affinitäten zu asiatischer Philosophie, Taologie, modernes Feng-Shui, C.G. Jung, Aura-Energiearbeit, Quantenphysik und natürlich: Musik. Ich vergaß – er liebt japanisches Essen!Bereits ein Blick ins Innere der Gerätschaften zeigt Grundprinzipien seines Handelns auf. Beste Bauteile, stets hand- als auch klangselektiert – sprich nicht allein ausgemessen, sondern abgehört, daß ist sein Credo. Zu

dem werden bestimmte Bereiche (in allen seinen Produkten) zum Schluß persönlich von ihm noch mit Geigenlack C37 „feinabgestimmt“. Als persönliches Klangmaß der Dinge zur Tonalität gilt für Rolf Gemein unten anderen das Passaggio beim Ausnahmetenor Fritz Wunderlich. Passaggio bedeutet ganz einfach, daß die Stimme bruchlos vom Brust- zum Kopfbereich hinführt. Wer die Hochtonkoloraturen einer Cecilia Bartoli kennt, weiß warum auch dies ein oft gehörter musikalischer Prüfstein bei Symphonic Line ist. Erst wenn ein Symphonic-Line-Gerät bei diesem Prüfdurchgang die Zufriedenheit von Rolf Gemein erreicht, ist es für den Verkauf bereit. Kein Wunder also, wenn die Gemeinschen Produkte seit Jahrzehnten tadellos funktionieren und selbstverständlich jederzeit auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden können.

Symphonic Line – Geräte erfüllten von sich aus schon immer das heutzutage so quälend diskutierte Thema der Nachhaltigkeit. Jeder RG-9, 10, 14 – Verstärker der letzten 25 Jahre läßt sich auf die Jubiläumsversion aufrüsten.

Billig sind Symphonic-Line-Produkte nie gewesen – aber war/ist billig jemals gut...? Allein gemessen an ihrer Haltbarkeit allerdings waren und sie immer ihren Preis wert. Kann ein Verstärker musikalisch sein? Natürlich nicht im Sinne der Musikproduktion, aber sehr wohl im Sinne der Musikreproduktion. „Hier spielt die Musik“. Ein herrlich doppeldeutiger Begriff, der in seiner Benennung ebenfalls sogleich perfekt zu den Symphonic Line – Geräten paßt. Halten wir uns dazu ganz einfach eine bekannte Hörsituation wie z.B. bei einem Livekonzert vor Augen. Das Orchester (oder die Band) betritt die Bühne und die ersten Töne erheben sich. Was folglich passiert ist nichts anderes als Physik, namentlich: Schallausbreitung.

Die Art und Weise in welcher Qualität dies geschieht, kann zwar an dieser Stelle nicht näher erläutert werden, jedoch will ich einen altbekannten Begriff in das Geschehen einbringen, der schlechte Aufnahmen von den guten Aufnahmen unterscheidet. Bei guten Aufnahmen ist „Luft“ zwischen den einzelnen Instrumenten – wie beim Liveerlebnis quasi hör-, spür- und/oder greifbar. Denn hier sind wir urplötzlich beim Ausdruck der Musikalität im Zusammenhang mit einem HiFi-Verstärker. Nur ganz wenige Verstärker sind in der Lage, diese zwar unsichtbare, jedoch spürbare „Luft“ zwischen den Instrumenten aufzeigen.

Dieser hier kann das! Seit Gründung von Symphonic-Line lautet das Credo von Rolf Gemein: „dreidimensionale und lebendige Musikwiedergabe mit Herz“. Wie macht Gemein das? Erstmalig ist er bereit über seine Herangehensweise Auskunft zu geben und argumentiert wie folgt: „Ich ermittle für jede Schaltung die ideale Anstiegsgeschwindigkeit und Frequenzbreite, denn diese entscheidet über das Ein- und Ausschwingverhalten. Eine korrekte und gleichbleibende Phasenlage korreliert mit der Hörphysiologie von uns Menschen – und nicht allein den Meßgeräten. Einstellung von möglichst gleicher Energielieferfä-higkeit bei allen Frequenzen/Bässe/Mitten/Höhen. Jedes Bauteil wird als Individuum betrachtet und entsprechend behandelt RMA – bedeutet „Resonanz-Muster-Abstimmung“ bedeutet z.B. mit C37 Geigenlack und anderen Maßnahmen vorhandene Resonanzen beseitigen und auf eine einzigen Schwingungspunkt beziehen“. Natürlich benötigt der Rest der eingesetzten Gerätschaften innerhalb der Stereoanlage ein entsprechend adäquates Niveau – dies sei nur zur Vollständigkeit angemerkt. Denn obwohl dem Verstärker eine bedeutende Rolle im Sinne der Signalübertragung zukommt, ist er (leider) nicht der alleinige Garant für eine entsprechend hochwertige musikalische Wiedergabe unserer geliebten Tonträger, unbenommen vom jeweiligen Format.

Auf den Punkt gebracht

Ich mag Vollverstärker – und dieser RG 10 MK IV Reference HD Master ist ein Genußverstärker, der nach entsprechender Reifung die Freunde des potenten Vollverstärkers unter uns begeistert. Was hier geboten wird ist echte Weltklasse aus Duisburg. Mitbewerber die ihm das Wasser bieten können, kosten ein Vielfaches mehr – und genau das macht (Gemein) süchtig!

Alexander Aschenbrunner
HiFi-Test 1/2016

Vollverstärker Symphonic-Line RG 10 MK 4

hifitest 01/2016 Vollverstärker RG10 MK4

hifitest 1/2016 Vollverstärker RG10 MK4 Seite 2

hifitest 2016 Vollverstärker RG10 MK4 Seite 3